Amazon SEO Teil 2: OffPage-Faktoren und Performance-Optimierung

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Amazon SEO Teil 2: OffPage-Faktoren und Performance-Optimierung

Nico Wutschijewitsch
Amazon SEO Teil 2: OffPage-Faktoren und Performance-Optimierung

Im ersten Teil unseres Gastbeitrags zum Thema Amazon SEO haben wir die OnPage-Faktoren der Plattform genauer unter die Lupe genommen. Damit ist die Optimierung der Produkte auf Amazon jedoch noch nicht abgeschlossen. In diesem Beitrag kümmern wir uns um die OffPage- vor allem aber um die Performance-Faktoren.

Amazons Off-Page-Faktor

Es gibt nur wenige Faktoren von außen, die Einfluss auf das Ranking bei Amazon haben. Genau genommen nur einen. Was bei Google die Backlinks sind, sind bei Amazon die Kundenrezensionen. Je besser ein Produkt bewertet ist, desto höher wird es in den Suchergebnissen auch gelistet.

Analog zu Backlinks bei der klassischen Suchmaschinenoptimierung ist es theoretisch natürlich auch bei den Rezensionen möglich, nachzuhelfen – beispielsweise mit gekauften Bewertungen. Fake Bewertungen sind jedoch verboten und deshalb keinesfalls zu empfehlen. Wer einmal bei Amazon rausgeflogen ist, der bekommt so schnell keinen Fuß mehr in die Tür.

Good to know: Nicht jede Bewertung zählt gleich viel und nicht unbedingt gewinnt derjenige, der die meisten davon hat. Wie bei Backlinks kommt es auch bei Rezensionen auf Amazon mittlerweile auf Qualität, sprich Relevanz, und nicht mehr nur Quantität an. Zwar verbietet es Amazon nicht grundsätzlich, Produkttests zu veranstalteten um mehr Rezensionen zu generieren, allerdings sind die Anforderungen dafür sehr hoch. Ein solcher Test muss zum Beispiel tatsächlich stattgefunden haben und darf nicht bezahlt werden.

Alternativ können Sie ihre echten Kunden subtil um Bewertungen bitten, beispielsweise mit einem Flyer im Karton, einem Hinweis auf der Rechnung oder weiteren After-Sales-Kampagnen.

Bei den Performance-Faktoren gibt es wiederum weitaus mehr Schrauben, an denen gedreht werden kann.

Amazon SEO: Performance-Faktoren

Auch wenn Amazon eine führende Rolle als Produktsuchmaschine eingenommen hat, so reicht suchen und finden hier nicht aus. Der Dreiklang will, dass die Suche mit einem Kauf endet – schließlich verdient Amazon erst dann daran. Deshalb finden auch die folgend aufgeführten Performance-Faktoren allesamt Berücksichtigung beim Ranking.

amazon-seo-effektivcom.jpgAmazon SEO ist unerlässlich, um seinen Produkten auf der Plattform zum Erfolg zu verhelfen. / Quelle: Effektiv.com

1. Preis

Der Preiskampf bei Amazon ist erbittert, denn jeder will in die Buy-Box. Zwar ist der Internethändler schon lange nicht mehr der günstigste, dennoch spielt der Preis natürlich eine wichtige Rolle. Amazon verdient zwar  an höheren Preisen mehr, Kunden ziehen jedoch günstigere Produkte vor. Das gilt bei Amazon im besonderen Maße, hat der Gigant seine Kunden doch jahrelang mit Bestpreisen gelockt.

2. Lieferbarkeit

Das Ziel des Suchalgorithmus ist es, den einkaufswilligen Suchmaschinennutzer zufriedenzustellen. Wer im Internet einkauft, der will nicht ewig auf seine Ware warten. Produkte mit schneller Verfügbarkeit werden deshalb nicht nur vom Kunden, sondern auch vom Algorithmus bevorzugt.

3. Versandkosten

Auch wenn der Produktpreis dadurch teurer wird, bevorzugen viele Käufer Produkte, die versandkostenfrei geliefert werden. Der Kunde erkennt dies als Vorteil, auch wenn es letztlich nicht so ganz stimmt. Günstiger oder sogar kostenloser Versand ist deshalb auch bei Amazon ein Ranking-Faktor.

4. Kundenbetreuung

Nur zufriedene Kunden sind gute Kunden – und kommen wieder. Deshalb spielt für Amazon auch die Kundenbetreuung durch die Marketplace-Verkäufer eine Rolle. Wer Anfragen schnell und zur Zufriedenheit seiner Kundschaft beantwortet, der wird ebenfalls besser gelistet.

5. Verkaufsrang

Der Verkaufsrang zählt zu den wichtigsten Performance-Faktoren. Was oft gekauft wird, kann schließlich nicht schlecht sein. Da der Verkaufsrang immer für eine Kategorie aufgestellt wird, ist eine korrekte Eingruppierung der Produkte Voraussetzung. Ein guter Verkaufsrang beeinflusst nicht nur das Ranking, sondern auch direkt potentielle Kunden. Diese kaufen nämlich vorzugsweise das, was andere auch kaufen. Produkte, die besonders oft verkauft werden, erhalten außerdem ein “Bestseller”-Label und stechen somit noch mehr aus der Masse heraus.

Tipp: Um das "Bestseller"-Label zu behalten, können die Produktseiten durch externe Links von Affiliate Shop gestärkt werden.

6. Prime

Produkte, für die Prime verfügbar ist, haben eine deutlich bessere Conversion Rate als jene ohne das kleine blaue Logo. Immerhin sind diese Produkte für Prime-Kunden grundsätzlich versandkostenfrei und werden bevorzugt geliefert. Das bedeutet wiederum eine Hemmschwelle weniger für die Kaufentscheidung des Kunden. Prime-Produkte können nur die Händler anbieten, die Fulfilment by Amazon (FBA) nutzen. Weil Amazon an der Lagerung und dem Versand für Marketplace-Händler natürlich mehr verdient, werden ihre Produkte auch besser gerankt.

7. Retourenquote

Nur für Produkte, die der Käufer nicht nur bezahlt, sondern auch behält, kann Amazon Provisionen einstreichen. Hinzu kommt, dass ein retournierter Artikel das Nutzererlebnis trübt. Die Wahrscheinlichkeit, erneut bei der Plattform und dem Händler einzukaufen, sinkt. Jede Retoure wirkt sich deshalb negativ auf das Ranking aus.

8. Produktbewertungen

Viele Käufer achten auf Produktbewertungen – entsprechenden Einfluss haben sie auf die Verkaufszahlen. Für das Ranking in den Suchergebnissen von Amazon ist nicht nur die Quantität der Produktbewertungen, sondern auch ihre Qualität entscheidend. Ob eine Rezension tatsächlich Mehrwert bietet, erkennt Amazon daran, ob andere Käufer sie hilfreich fanden. Auch die Aktualität und natürlich die durchschnittliche Gesamtbewertung spielen eine Rolle. Verifizierte Bewertungen sind von Vorteil, weil sie glaubwürdiger sind und so die Conversion Rate steigern. Je mehr Sterne ein Produkt aufweist, desto häufiger wird es angeklickt. Produkte mit höherer Click Through Rate werden besser gelistet.

9. Händlerbewertungen

User können jedoch nicht nur die Produkte, sondern auch die Händler bewerten, die sie verkaufen. Die Händlerbewertung spielt eine wichtige Rolle beim Kampf um den Platz in der Buy-Box. Händler sollten deshalb während des gesamten Kaufprozesses Wert auf die Zufriedenstellung des Kunden legen. Auch wenn es einmal produktbezogene Gründe für eine Retoure gibt, kann auf eine zuvorkommende Retourenabwicklung immerhin noch eine solide Händlerbewertung folgen.

Die Performance-Faktoren sind zum Großteil noch selbst beeinflussbar. Anders ist das bei der letzten Kategorie: den indirekten Ranking-Faktoren.

grafik-rankingalgorithmus.pngSo beeinflussen Performance und Relevanz eines Produktes die Kaufwahrscheinlichkeit. / Quelle: Marketplace Analytics

Amazons indirekte Ranking-Faktoren

Die folgenden drei Ranking-Faktoren können Sie als Händler zwar nicht direkt beeinflussen, jedoch zielen die meisten der bereits erläuterten Faktoren genau darauf ab, die Ergebnisse dieser Faktoren zu verbessern.

1. Klickrate

Potentielle Kunden schauen sich nur selten die Suchergebnisse an, die nicht auf den ersten drei Plätzen gelandet sind. Insofern lässt sich eine gute Click Through Rate nur erzielen, wenn bis hierhin konsequent optimiert wurde. Dennoch betrachtet Amazon Produkte, die nach der Suche besonders häufig angeklickt werden, als besonders relevant.

2. Verweildauer

Schlechte Produktinformationen sind keine große Hilfe, weswegen User die Produktseite schnell wieder verlassen. Genau wie Google, misst auch Amazon die Verweildauer der Besucher auf einer Detailseite. Je länger die Seite betrachtet wird, desto informativer scheinen die Angaben. Ergo: Je länger die Verweildauer – oder anders ausgedrückt – je kleiner die Bounce Rate, desto besser für das Ranking.

3. Conversion

Suchen, finden, kaufen. Letztlich hängt alles am Verkauf. Das Drehen an allen Stellschrauben nützt nichts, wenn das Produkt nicht im Warenkorb landet und die Bestellung ausgelöst wird. Wird eine Produktseite häufig von Usern angeklickt, die zwar länger auf der ihr verweilen, dann aber nicht bestellen, ist die Conversion Rate schlecht. Eine niedrige Rate ist ein Beleg dafür, dass andere Ranking-Faktoren nicht ausreichend optimiert wurden und in letzter Konsequenz ein Nachteil fürs Ranking.

Fazit

Wenn Sie optimieren, dann richtig und bis zum Schluss. Auf Amazon können Nuancen entscheiden, ob ein Produkt oft verkauft wird oder nicht. Regelmäßige SEO-Prüfungen und kontinuierliche Optimierung sind dabei unerlässlich.

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Nico Wutschijewitsch ist als CEO bei Effektiv Online-Marketing für die strategische Kundenbetreuung und -entwicklung zuständig und tritt als Speaker auf Events auf. Mit dem Thema Online-Marketing in all seinen Facetten beschäftigt er sich seit 2005.
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