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Case Study - Nischenseiten aufbauen mit SEMrush

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Case Study - Nischenseiten aufbauen mit SEMrush

Christoph Labrenz
Case Study - Nischenseiten aufbauen mit SEMrush

Vorwort

Gerade die deutsche Szene hat sich sehr stark auf die Nischenseiten und den ganzen "Zauber" um dieses Thema fokussiert. So sehe ich mittlerweile ständig Werbung von Personen, die locker 10.000 Euro pro Monat verdienen und ihnen dieses Wissen für nur 29.99 Euro als E-Book verkaufen würden. Die Tatsache, dass in thematischen Gruppen viel Halbwissen herrscht, zeigt mir jedenfalls sehr deutlich, dass es mehr E-Book Gurus und Verkäufer gibt, als fundierte Infos zum richtigen Vorgehen.

Das brachte mich auf die Idee, Ihnen zu zeigen, wie man bei dieser Aufgabenstellung richtig vorgeht, wie man lukrative Nischen findet, ausbaut und für sich nutzt.

Eine Nischenseite aufzubauen, zu recherchieren und richtig zu optimieren ist nicht so einfach. In diesem Artikel von Christoph Labrenz lernen Sie, wie Sie dies praktisch umsetzen können. Dabei kann dieser eher unbekannte Experte auf seine weitreichende Erfahrung auf diesem Gebiet aufbauen. Er betreut viele kleine und mittelgroße Firmen unter Einsatz von SEMrush Tools und das sogar international. Mit seiner persönlichen Ansprache schafft er es, das Thema noch näher an den Leser zu bringen.

— Evgeni Sereda. SEO Experte bei SEMrush

Gemeinsam mit SEMrush möchte ich Ihnen einen tieferen und thematischen Einblick in die Welt von SEO geben. Zur Veranschaulichung habe ich mich für das Thema "Nischenseite" entschieden. Anhand eines praxisnahen Beispiels werde ich Ihnen den gesamten Prozess von der Recherche bis zur Optimierung detailliert und genau darstellen.

— Christoph Labrenz, SEO Experte und Freelancer zum Thema "Nischenseiten"

Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung

Das Problem vieler Nischenseiten-Anfänger ist oft die falsche Vorstellung vom schnellen und großen Gewinn sowie einer falschen Herangehensweise bei der Wahl der richtigen Nische. So wird viel Zeit darin investiert, eine Nische zu finden, die eine schwache Konkurrenz besitzt und leichte Rankings verspricht. Oft sind dies aber auch Nischen, die in den meisten Fällen niemals den finanziellen Output ermöglichen, um wenigstens die Unkosten zur Recherche, Optimierung und Erstellung zu decken. Betriebswirtschaftlich gesehen, wäre solche Projekte daher nur Unkosten und sollten so schnell wie möglich beendet werden.

Ziel dieses Beitrages ist es, Ihnen nun einen realistischen Einblick zur Vorgehensweise bei der Wahl und Optimierung einer Nischenseite zu geben. Am Ende sollten Sie in der Lage sein, in relativ kurzer Zeit eigene Nischen zu finden, mit welchen Sie auch erfolgreich sein könnten.  Die Vorgehensweise stelle ich Ihnen anhand meiner 5 Schwerpunkte vor, die ich mit einem praktischen Beispiel untermauere.

Die Schwerpunkte im Detail:

  • Lukrative Marge (Wie finde ich am schnellsten Nischen mit gutem Monetarisierungspotential? )
  • Gutes Suchvolumen (Wie bewerte ich das Suchvolumen, ab wann lohnt es sich?)
  • Trendiges Thema (Wie prüfe ich, ob mein Thema auch in Zukunft gefragt ist?)
  • Ausbaumöglichkeiten (Wie schaffe ich es, dass meine Seite nicht mehr als Nischenseite erkannt wird?)
  • Mitbewerber (Wie bewerte ich meine Chancen anhand meiner Mitbewerber?)

Thats it! Und das auch in dieser Reihenfolge. Wie sieht es nun im Detail aus?

2 Geld verdienen mit Nischenseiten

Sie sollen mit dem wichtigsten Punkt beginnen: Der Marge! Viele Nischenseitenbetreiber starten oft mit dem 2. Punkt und suchen nach Themen, die ein hohes Suchvolumen und eine geringe Konkurrenz haben. Das ist aber der falsche Weg. Ein hohes Suchvolumen bedeutet nicht gleich, dass diese Keywords sich monetarisieren lassen. Fokussieren Sie sich im ersten Schritt daher auf kommerziell verwertbare Keywords und suchen Sie nach Themen, die wirklich liquide sind und bestenfalls schon gute Affiliate-Produkte besitzen.

Die Vorgehensweise bei Anfängern und Fortgeschrittenen kann sich unterscheiden:

  • Als Anfänger sollen Sie Themen wählen, zu denen Sie selbst Texte schreiben können. Dies macht insofern Sinn, dass Sie sich als Anfänger mit den Abläufen, Aufwänden und einzelnen Schritten besser vertraut machen können. Sie durchlaufen den Optimierungsprozess in einem Themenfeld, welches Sie auch wirklich verstehen. Letzteres ist extrem wichtig, um das Suchverhalten und mögliche Ausbauthemen besser zu nutzen.
  • Als Fortgeschrittener können Sie sich mit genug Startkapital für fast jedes Thema qualifizieren und die Texte idealerweise von anderen schreiben lassen. Natürlich sollte auch hier ein Grund-Know-how vorhanden sein. Wenn man aber das Konzept sowie die Abläufe versteht und genug Geld auf dem Konto hat, kann man diesen Prozess skalieren und die komplette Projektierung einkaufen. Dies kostet zwar etwas, stellt aber einen enormen Zeitvorteil da. Viele Profis machen es so, um gleichzeitig mehrere Nischenseiten aufzubauen und erste Ergebnisse einzufahren. So kann man sehr schnell entscheiden, welches Thema am besten funktioniert (rankt) und worauf man sich fokussieren sollte.

Egal für welchen Schritt Sie sich entscheiden, stellen Sie sich immer darauf ein, dass die ersten Ergebnisse nicht sofort da sind. SEO ist mehr ein Marathon als Sprint. Wenn Sie sich in heiß umkämpften Märkten bewegen, dann können Sie schon bis zu einem Jahr auf Top-Ergebnisse warten. In meinem Beispiel können locker bis zu 5 Monate vergehen. Es gilt also durchzuhalten und langfristig besser als Ihre Mitbewerber zu sein. Damit sich dieser Kampf auch lohnt, ist die Wahl der richtigen Nische entscheidend.

3 Nischenseiten Ideen

Die Suche nach einer lukrativen Nischenseite ist die absolute Basis. Dabei frage ich mich immer, über was ich schreiben könnte, um damit Geld zu verdienen? Die Recherche kostet meist etwas Zeit und sollte daher auch gut überlegt sein, denn erst am Ende merken Sie, ob Sie die richtige Wahl für Ihre Nischenseite getroffen haben, oder ob es ein teurer Fehler war.

3.1 Wie geht man vor, um eine gute Nische zu finden?

  • Aufgabe: Kommerzielles Thema finden, zu dem es schon Werbemittel und Kennzahlen gibt.
  • Ergebnis: Thema sollte eine Nische sein, die min. 100 Euro pro Monat bringt.

Zur richtigen Nischenwahl gibt es im Internet schon einige Berichte und oft auch kostenpflichtige E-Books von "Experten", die einem das goldene Ei versprechen. Am Ende sind es aber oft diese Personen, die am am Verkauf des E-Books verdienen, während der Käufer leer ausgeht. Dabei ist dies alles keine Zauberei. Wichtig ist im Grunde die Fokussierung auf relevante Daten. Daten, die Ihnen mehr bieten als nur das Suchvolumen und den OnPage Stand Ihrer Mitbewerber. Sie benötigen die Informationen zu den Verkaufszahlen, den Umsätzen und der Conversionrate. 

Wie geht man dazu konkret vor?

Der schnellste Weg um eine ertragreiche Nische zu finden, ist es Google nach dem besten Affiliate-Angeboten zu fragen.Warum? Weil Sie so sehr einfach die größeren Affiliate-Plattformen finden, auf denen sehr viele Personen und Unternehmen ihre Produkte als Partnerprogramme anbieten. Bestenfalls finden Sie auch so relativ neue Angebote, bei den besonders hohe Margen zum Start möglich sind.

Besten Affiliate-Programme für Nischenseiten

Suchen Sie also nach einem Anbieter mit einer guten Provision, pünktlicher Bezahlung und bestenfalls guten Bewertungen sowie detaillierten Zahlen zu den einzelnen Angeboten. Bekannte Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum sind:  

  • awin.com (ehemals zanox)
  • affili.net
  • tradedoubler.com
  • digistore24.com

Ich habe mich für Digistore24 entschieden und einen Offer für einen Wanderführer gefunden, der verschiedene Routen zur Zugspitze anbietet. Der Wanderführer kostet knapp 10 Euro, hat angeblich eine Conversion von 36 % und vergibt eine Provision von 1,30 Euro. Zugegeben: Die Provision ist nicht besonders hoch und könnte bei einem geringen Suchvolumen tatsächlich ein Ausschlusskriterium sein. Dagegen klingen 36 % Conversion  sehr gut, denn 10 Euro sind leicht ausgegeben, so dass ein interessierter Kunde gar nicht viel überlegen muss.

Damit ich meiner 100 Euro-Regel pro Monat treu bleibe, müsste ich im 2. Schritt  min. 77 Käufer pro Monat haben, um bei einer Conversion von 36 % min. 100 Euro zu verdienen. Theoretisch müsste ich damit min. 214 Besucher pro Monat auf meiner Webseite haben.

Der Rechnungsweg:  Zielverdienst: min. 100 EUR; Conversion: 36 %;  Verdienst pro Conversion: 1,30 EUR

100 / 1,30 = 77 Conversions

77 * 100 / 36 = 214 Besucher pro Monat

Das Suchvolumen selbst, muss also noch größer sein, wenn Sie davon ausgehen, dass evtl. nur 3 % der Suchenden auf unsere Seite auf der Suchergebnisseite klicken. Ich zeige Ihnen aber später noch, wie Sie mit SEMrush das Klickverhalten etwas besser einschätzen und abwägen können. Für eine grobe Vorkalkulation empfehle ich immer mit den miesen 3 % rechnen.

Abschließend können Sie festhalten, dass Sie hiermit unsere erste Aufgabe erledigt haben. Sie haben ein Thema gefunden, welches ein Produkt mit einer attraktiven Conversion besitzt, einen geringen Kaufpreis aufweist und somit nur eine kleine Verkaufshürde darstellt. Sollten Sie min. 77 Käufer pro Monat erhalten, könnten Sie damit auch 100 Euro verdienen. Ob diese 77 Käufer realistisch sind, sehen Sie, wenn Sie sich das Suchvolumen genauer anschauen. 

4 Suchvolumen prüfen und ausbauen

  • Aufgabe: Nische auf Klickpotential und Suchvolumen überprüfen.
  • Ergebnis: Suchvolumen sollte so stark sein, um auch bei einer schlechten Kalkulation 100 Euro zu verdienen.

Mit SEMrush lässt sich das Suchvolumen sehr einfach und schnell überprüfen. Sie können entweder mit dem Keyword Magic Tool direkt nach Keywords suchen oder Webseiten in der Domain Analyse analysieren lassen und Themen finden, die auf diesen Webseiten eventuell gut laufen.

Gleichzeitig haben Sie die Möglichkeit, das ungefähre Klickpotential für Keywords im Keyword Magic Tool einzusehen, wenn Sie diese in den Keyword Analyzer verschieben. Das Klickpotential kann einen ersten Hinweis auf die Höhe des relevanten Traffics geben.

Hat man nun die durchschnittliche Conversion-Rate zur Hand, kann man eine erste Prognose für die möglichen Einnahmen erstellen. Das ist besonders wichtig, wenn Sie nicht immer mit den 3 % rechnen möchten. Denn gerade auf den vorderen Plätzen in den Suchergebnissen, können Sie von einer Klickrate von über 50 % ausgehen.

Damit Sie solche Zahlen erreichen, müssen Sie im Vorfeld unsere Hausaufgaben machen und prüfen, welche Keywords und Themen nun wirklich Traffic und Klicks erzeugen.

4.1 Ideen mit dem Keyword Magic Tool sammeln

Um einen ersten Überblick zu möglichen Keywords, dem Suchvolumen sowie weiteren Keyword-Ideen zu erhalten, öffnen Sie dazu im Dashboard den Tab „Keyword Analytics“ und wählen das „Keyword Magic Tool“ aus.

bildschirmfoto-2017-07-21-um-135234.png

Dabei können Sie einfach das Keyword eingeben und sich weitere Vorschläge und Ideen anzeigen lassen. Erfahrungsgemäß sind Themen wie „Dating, Gesundheit, Finanzen, Mode und Reisen“ oft sehr starke Dauerthemen und bieten eigentlich ständig Möglichkeiten, eine Nische aufzubauen.

SEMrush wird Ihnen nun sehr viele Keyword-Vorschlage anzeigen und diese auch automatisch in bestimmte Themenfelder sortieren. So können Sie unten Links nach der Keyword-Anzahl sortieren oder, was noch besser ist, direkt nach dem Volumen sortieren. 

list-6-keyword-magic-tool-semrush.png

Ich habe für meinen Wanderführer zur Zugspitze einfach das Keyword "Zugspitze" genommen. Hier sehen Sie, dass die „Zugspitze“ ein Thema ist, welches in verschiedenen Kombinationen knapp 336.000 pro Monat gesucht wird.

Klicken Sie auf die spezielle Gruppierung zu „wand“ an. Sie erhalten ein durchschnittliches Suchvolumen von ca. 14.000 Anfragen und weitere Wortgruppen zu „Wandern Zugspitze“. Die durchschnittliche Schwierigkeit von 16,77 % stellt hier einen Richtwert dar, wie schwer es werden könnte, um selbst für das Keyword zu ranken. Solche Zahlen würde ich anfangs ignorieren. Um sich ein Bild von der Schwierigkeit zu machen, sollten Sie sich Ihre Mitbewerber im Detail anschauen, dazu aber später mehr. 

4.2 Beispielskalkulation

Anmerkung zu den Zahlen: Gewinne schön rechnen macht sicherlich Spaß, damit Sie aber auch nahe an der Realität bleiben, vergewissern Sie sich immer, dass Ihre Webseite später einen guten Eindruck macht, keine Fehler vorhanden sind, die Ladezeit gut ist und der Besucher einen Mehrwert erhält. Andernfalls ist keine oder nur eine sehr geringe Conversion möglich.

Bei guter Umsetzung und Gestaltung, etwa 14.000 Anfragen und einer pessimistischen Klickrate von 3 % in den SERPs, können Sie aber davon ausgehen, das 420 Personen Ihre Seite besuchen werden. Davon konvertieren im besten Fall ca. 36 %. Das heißt, dass Sie sogar im Negativfall mit 151 Personen kalkulieren können, so dass Sie bei einer einer Provision von knapp 1,30 Euro etwa 196,30 Euro pro Monat verdienen könnten.

Nicht schlecht für den Anfang! Mit dieser Summe (und Hoffnung) kann sich also auch schon ein Produkt mit einer Provision von nur 1,30 Euro lohnen. Wer hätte das erwartet? Wer hier aber noch auf Nummer sicher gehen will, kann und sollte sich auch den Trendverlauf zu dieser Thematik ansehen.

4.3 Google Trends prüfen

Um sich ein Bild zum zeitlichen Interessensverlauf zu einer Thematik zu machen, reicht ein kurzer Blick in das Google Trend Tool, um zu erkennen, dass die Wanderungen zur Zugspitze wohl eher saisonal und nicht jeden Monat möglich sind.

Keywords für Nischenseiten mit Google Trends prüfen

Trotz des ernüchternden Bildes würde ich hier nicht verzweifeln und diese Idee fallen lassen. Das Suchvolumen ist immer noch sehr stark. Vielmehr empfehle ich Ihnen in solchen Fällen einfach nach weiteren Themen zu suchen, die bestenfalls den Saisonverlust ausgleichen.

Wo könnte man denn noch zum Jahreswechsel oder ganzjährig wandern gehen?  Ätna, Aneto, Gran Paradsio – Alles Berge, die mir bei Google als weitere Alternativen angezeigt werden. Es muss aber kein Berg sein, das Thema wandern ist sehr vielfältig, daher entscheide ich mich für Mallorca.

Die Insel sollte der ideale Ort sein, um für diese Nischenseite die Downs zum Jahreswechsel abzufangen und Sie so weitere Besucher auf die Seite bringen. Hier starte ich also einfach das gleiche Spiel mit dem Keyword Magic Tool und prüfe die Ergebnisse.

Keywords für Nischenseiten mit Google Trends prüfen am Beispiel für Mallorca

SEMrush zeigt mir für "Wandern Mallorca" ein Suchvolumen von über 10.000 Anfragen an. Bei Google konnte  ich außerdem ein Affiliate-Anbieter finden, der mir 0,40 Euro pro Lead an einem kostenlosen Mallorca Wanderführer verspricht. Setzen Sie auch hier eine ähnliche Rechnung wie beim Zugspitzen-Beispiel an und gehen davon aus, das ein kostenloser Wanderführer eine Converison-Rate von vielleicht 50 % hat, können Sie bei guter Platzierung bestenfalls 2400 Euro pro Jahr zusätzlich einnehmen. Das ist nicht viel, aber das Thema bietet hier auch sehr viel mehr Möglichkeiten zur Monetisierung. Und genau darum geht es.

Eine gute Nischenseite verkauft nicht nur, sie berät, klärt auf oder gibt Hinweise, die dem Besucher einen Mehrwert bieten und ist bestenfalls gar nicht als Nischenseite zu erkennen.

Das obige Beispiel zur Zugspitze und zu Mallorca zeigt ganz klar, dass hier ein guter Brand möglich ist, um auch als glaubwürdige Seite in den SERPs zu erscheinen. Es muss also nicht immer eine Amazon-Test Seite sein. Seien Sie kreativ! Fragen Sie sich einfach, wie der Kunde nach Ihrem Thema suchen würde oder welche Probleme er lösen möchte. Sie sollen dem Kunden aus Kundensicht schließlich kein Produkt verkaufen, sondern eine gute Lösung anbieten.

4.4 W-Fragen finden mit dem Keyword Magic Tool

Es gibt sicherlich viele Personen, die direkt Fragen zur Zugspitze haben. Auch hier bietet Ihnen Semrush die Option, dies gleich zu klären und gute Fragen zu finden. 

Mit einem Klick auf den "Questions"-Buttons erhalten Sie eine Auflistung aller W-Keywords (Fragen-Keywords), die Sie ideal für die informationellen Suchanfragen und somit auch für Ihre Seite einsetzen können. So können Sie die Suchanfragen abgreifen, die zwar nicht direkt verkaufen, jedoch in den Sales-Funnel passen.

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Wie Sie sehen, gibt es hier auch noch mal ein durchschnittliches Suchvolumen von über 5000 Anfragen pro Monat. Alleine die 2. Frage „Wie komme ich auf die Zugspitze“ enthält knapp 900 Anfragen pro Monat, nicht schlecht – würde also auch super zu Ihrer Seite passen. Ich wähle mir nun passende Fragen und Phrasen zu meiner Nische aus und speichere sie im Keyword Analyzer ab, um sie mir auch für die spätere Texterstellung zu sichern und weiter auswerten zu können.

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4.5 Keywords für Nischenseite im Keyword Analyzer auswerten

Haben Sie sich für ein Keyword- und Themenset entschieden, können Sie dieses im Keyword Analyzer direkt auf Aktualität prüfen und sich ein genaueres Bild machen. SEMrush bietet Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Keyword-Analyse an:

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  • Group (Zeigt die Keyword-Gruppierung an, hilfreich um später verschiedene Kategorien und Themen auf der Nischenseite zu planen)
  • Seed Keyword (Zeigt Ihr  Ausgangskeyword an, macht bei der Zuführung verschiedener Keywords Sinn, in diesem Fall habe ich jetzt nur das eine Keyword „Zugspitze“ gewählt)
  • Volumen (Zeigt Ihnen das aktuelle Suchvolumen zum Keyword an)
  • KD („Keyword Difficulty Index“ – Zeigt Ihnen eine Zahl zwischen 0 und 100 an, die Ihnen einen Hinweis auf die Schwierigkeit des Keywords gibt, um dazu zu ranken. Würde ich hier auch nur als Randnotiz betrachten und mich eher auf die eigentlichen Mitbewerber konzentrieren.)
  • CPC (Cost per Click – Zeigt das AdWords Gebot an. Je teurer, desto lukrativer und gefragter ist das Thema. Also im Grunde ein guter Indikator zur Monetisierung einer Nische!)
  • Com. (Competition – Zeigt die Wettbewerbsstärke im Bereich von 0 bis 1 von Unternehmen an, die für dieses Keyword AdWords Anzeigen schalten.)
  • SERP F (Zeigt die Anzahl an SERP Features für das jeweilige Keyword an. Also ob dazu auch Bilder angezeigt werden, ob es Bewertungen gibt etc.)
  • Click Potential (Die „Klick-Wahrscheinlichkeit“ in den SERPS zu diesem Keyword. Diesen Wert auf alle Fälle beachten und in die Kalkulation einbeziehen. Je höher die Wahrscheinlichkeit eines Klicks, desto besser stehen die Chancen für eine höhere Conversion-Rate)
  • Top Competitors (Zeigt die Top-10 Mitbewerber auf Google zu diesem Keyword ein. Hier bietet sich also ein schneller Einblick zu anderen Seiten und deren Inhalt und Aufbau.)

Ich empfehle Ihnen hier die Sortierung nach dem Suchvolumen sowie einen Abgleich zur Klickwahrscheinlichkeit, um die Arbeit später zu priorisieren und sich auf das Wichtigste zu fokussieren. Hier sehen Sie auch sehr gut, dass bei einer guten Platzierung weit mehr als nur 3% der Besucherklicks möglich sind. Alleine die Top-Keywords haben eine voraussichtliche Klickrate von ca. 73%. Das ist also Ihr Ziel, eine hohe Position zu erreichen, um möglichst viele Besucher auf Ihre Seite zu ziehen.

Nun sehen Sie im Screenshot aber auch sehr gut, dass die Frage „Wie hoch ist die Zuspitze“ zwar 1000 Anfragen pro Monat besitzt, jedoch nur eine Klickwahrscheinlichkeit von 20% bietet.

Warum? Weil es wahrscheinlich eine Frage ist, die Google direkt im Browser beantwortet, ein kurzer Check bestätigt dies auch:

Wie hoch ist die Zugspitze?

Ich würde mich also nicht wirklich auf diese Frage fokussieren, sondern direkt mit anderen Themen beginnen, die mir viele Besucher und Klicks versprechen.

Nun haben Sie sich erstes Keyword-Setup mit dem Keyword-Analyzer aufgebaut und erste Einblicke zum Suchvolumen und Klickverhalten bekommen. Die 2. Möglichkeit, die ich anfangs erwähnte, ist der direkte Check einer Webseite auf deren Traffic und Rankings.

Anmerkung:

Falls Sie starke Schwierigkeiten bei der Einschätzung der Mitbewerberstärke haben, können Sie sich eine Keyword-Schwierigkeit von max. 60 merken und nur Themen unter 60 wählen. Aber das nur sehr grob! Es kommt am Ende wirklich mehr auf Inhalte und Backlinks an.

4.6 Ideen für Nischenseiten mit Domain Analytics Tool

Da Sie im ersten Schritt schon einige Keywords kennen und sich dazu auch die Top-Mitbewerber angesehen haben, können Sie nun auf diese Mitbewerber-Domains zurückgreifen und sie einmal durch das Analyse-Tool von SEMrush jagen. In meinem Beispiel habe ich dazu die  Webseite "alpenverein.de" gewählt. Diese wurde mir auch als Top-10 Konkurrent für das Keyword "Wandern Zugspitze" angezeigt.

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In der Übersicht von Domain Analytics können Sie sich so ein schnelles Bild von der Webseite machen. Der Alpenverein erzielt mit seiner Domain einen monatlichen Traffic von etwa 138.000 Besuchern und wird diesen wohl auch steigern.

Sie können sich nun weitere Ideen holen, indem Sie sich die Keywords mit dem meisten Traffic dieser Webseite anschauen und überlegen, ob diese nicht auch noch als Thema gut passen würden. Alternativ können Sie auch die rankende URL statt die Domain eingeben, um so an weitere Phrasen zur Thematik zu kommen.

http-wwwalpenvereinde-dav-services-bergwetter-url-ubersicht.png

Ganz bequem sehen Sie hier direkt weitere Keywords, an die Sie anfangs vielleicht gar nicht gedacht haben. Dieser Schritt ist für eine gute Ideen- und Keywordsuche daher unerlässlich und sollte so auch immer gemacht werden. Mit der Domain Analyse haben Sie es sehr leicht Ihr Keyword-Setup auf- und ausbauen, um so dem Besucher eine starke Relevanz zum Thema zu präsentieren.

Ich fasse es kurz zusammen: Je nach Kombination aller Themen und relevanten Keywords, kommen Sie auf ein monatliches Suchvolumen von über 20.000. Sie haben damit in relativ kurzer Zeit also eine Nischenidee gefunden, die Ihnen monatlich und je nach Affiliate-Anbieter einige hundert Euro zusätzlich in die Kasse spülen kann. Davon kann man nicht leben, das ist klar. Jedoch ist es mehr, als die meisten Nischenseitenbetreiber mit ihrem Projekt aktuell verdienen.

Sie haben nun die richtige Nischenidee erstellt, Keywords ausgewertet und Mitbewerber nach weiteren Möglichkeiten durchsucht. Was jetzt noch fehlt ist eine Analyse der Mitbewerberstärke.

5 Mitbewerber analysieren & Chancen abwägen

  • Aufgabe: Backlinkprofil und Inhalte der Mitbewerber auf Stärke und Anzahl prüfen.
  • Ergebnis: Endgültige Entscheidung treffen, ob eigenes Ranking möglich ist oder Mitbewerber schon zu stark am Markt vertreten sind.

Die ganzen Zahlen und möglichen Gewinne nutzen Ihnen jedoch nichts, wenn Sie diese nicht erreichen können. Der hauptsächliche Grund liegt oft daran, dass die Mitbewerber viel mehr Content besitzen, eine gute OnPage Optimierung aufweisen oder viele, starke Backlinks haben. Diese 3 Punkte gilt es zu prüfen und langfristig zu verbessern.

5.1 OnPage Optimierung

Die OnPage Optimierung möchte ich an dieser Stelle nicht durchgehen, da dazu bereits viele gute Anleitungen und Tutorials existieren.Wenn Sie dazu fragen haben,  können Sie diese als Kommentar zu diesem Artikel stellen. Sollte Interesse da sein, werde ich wahrscheinlich ein Webinar zu diesem Thema machen. Nutzen Sie den Site Audit von SEMrush inkl. der SEO Ideas. Die letzteren basieren oft auf der Konkurrenzanalyse. Gerne können Sie diesen Artikel von Semrush durchlesen, der die OnPage Optimierung gut behandelt.

5.2 OffPage Optimierung

Unabhängig von der Nischenseite kann ich auch hier tief ins Detail gehen, was in diesem Zusammenhang den Rahmen sprengen würde. Wie in puncto Onpage-Optimierung, so auch hier, bitte ich, Fragen in den Kommentaren zu schreiben. Eventuell wird von mir noch ein Artikel extra zu diesem Thema veröffentlicht. 

So viel möchte ich noch zur Thematik einer Nischenseitenerstellung und der Konkurrenzanalyse zeigen:

backlinks-analytics-semrush-deutsch.png

SEMrush bietet Ihnen unter "Backlinks" ein übersichtliches Dashboard zu allen relevanten Punkten einer OffPage - Optimierung. Ich empfehle Ihnen auf folgende Punkte zu achten:

  • Anzahl der verweisenden dofollow Domains (Wie viele gute Links gibt es?)
  • Herkunft der Domains (Thematisch relevant? Gleiche Sprache und Zielgruppe?)
  • Ankertexte (Wie wird verlinkt? Brand, harte Keywords, in welchem Context steht der Link?)

Die Strategie dazu ist im Grunde sehr simpel. 
Versuchen Sie so viele gute Backlinks wie möglich nachzubauen.

Backlinks gehören auch heute noch zu den stärksten Rankingfaktoren. Das heißt, sollten Sie mit Ihrer Seite theoretisch die gleichen Besucherzahlen, ähnliche Inhalte und jeweils eine gute OnPage Optimierung haben wie Ihre Mitbewerber, dann entscheidet die Anzahl der qualitativen Backlinks darüber, ob Sie über oder unter Ihren Mitbewerbern ranken.

Versuchen Sie beim Backlinkaufbau, die gleichen Backlinks wie Ihre Mitbewerber zu bekommen. Damit meine ich keine 100% Linkkopien, sondern vielmehr die Auswahl nach den guten Backlinks Ihrer Mitbewerber. Gut und qualitativ bedeutet in diesem Fall, dass der Link idealerweise von einer relevanten Seite kommt, eine ähnliche Zielgruppe besitzt und die linkgebende Seite selbst ein sauberes und relevantes Linkprofil aufweist. Die günstigen Deals fallen damit alle raus!

Sie machen auf alle Fälle nichts falsch, wenn Sie sich auch zusätzlich die Top 30 bis 50 Seiten auf Google zu Ihrem Keyword ansehen und versuchen, deren gute Backlinks soweit wie möglich nachzubauen.

Generell gilt: Je weniger Backlinks Ihre Mitbewerber zu dieser Thematik haben, desto einfacher ist es dazu zu ranken. Sollten alle Mitbewerber jedoch um die 50 bis 100 gute Links haben an die Sie selbst nur schwer kommen, dann können Sie sich auf ein schwieriges Feld einstellen. Hier sollten Sie tatsächlich entscheiden, ob Sie mehrere Monate an Ihrer Seite arbeiten möchten, oder ob die Backlinks Ihrer Mitbewerber im großen Stil so stark sind, dass Sie für den Output unverhältnismäßig viel Arbeit reinstecken müssten.

Denn am Ende zeigt sich doch sehr schön, dass alle "guter Content" nicht ausreicht, um damit mit Nischenseiten Erfolg zu haben. Das heißt nicht, dass Content nicht wichtig ist. Sie benötigen diesen selbstverständlich um überhaupt an Backlinks zu denken oder um Ihrer Zielgruppe ansprechende Inhalte zu bieten. Trotzdem sollten Sie nicht darauf warten, dass Sie einfach nur auf Grund Ihrer Inhalte verlinkt werden. Versuchen Sie daher, den Backlinkaufbau mehr wie eine aktive Akquise zu verstehen und nutzen Sie alle Möglichkeiten, die diese mit sich bringt. 

Nehmen Sie den Fall an, dass Sie einige potentielle Linkgeber gefunden haben und diese nun von Ihrer Seite überzeugen wollen. Wie gehen Sie vor?

5.3 Inhalte für Nischenseite erstellen

Ganz einfach: Sie schaffen Inhalte! Die Inhalte sollten natürlich gut, übersichtlich, ansprechend sein und einen Mehrwert für den Leser darstellen. Es muss am Ende auch nicht immer ein Text sein. Bilder und Videos sind dazu perfekt geeignet um die Lösung zu visualisieren. In diesem Fall möchte ich mich auf den Text einer Nischenseite konzentrieren. Denn hierzu bietet SEMrush noch ein nettes Tool an, was mir schon bei einigen Texten einen guten Dienst erwiesen hat.

Oft stellt sich bei der Texterstellung die Frage, wie lang der Text sein sollte? Natürlich sollten Sie nicht versuchen, den Text künstlich in die Länge zu ziehen aber was können Sie überhaupt als groben Maßstab nehmen? 500 Wörter, 1000 Wörter oder eher mehr? Google betont zwar immer, dass der Inhalt und die User-Signale wichtiger als die Textlänge sind, doch ich habe oft den subjektiven Eindruck, dass ein guter Text gegen einen anderen guten Text immer im Nachteil ist, wenn der andere Text mehr relevante Inhalte aufweist.

Die ideale Textlänge für Ihren Nischen-Content erstellen:

Textlänge für Nischenseiten ermitteln

Im Dashboard finden Sie auf der linken Seite den Tab „SEO Content Template“. Ein Analyse-Tool von SEMrush, welches die Top-10-Seiten zu einem ausgewählten Keyword auswertet und Ihnen Informationen zur durchschnittlichen Textlänge, den verwendeten Keywords sowie interessanten Backlinkquellen anzeigt, die auf die jeweiligen Seiten verweisen. Wenn Sie solch eine Prüfung immer manuell gemacht haben, werden Sie diese Funktion lieben! 

In diesem Beispiel wird mir eine durchschnittliche Textmenge von 1500 Wörtern angezeigt. Wenn man sich die rankenden URLs im Detail dazu auch ansieht, ist das bei so vielen Wanderrouten und Bildern nicht verwunderlich.

Dieser Hinweis hilft Ihnen zu überlegen, wie Sie selbst für mindestens 2000 oder 3000 Wörter einen noch besseren Inhalt schaffen können. Wenn Sie nicht wissen, über was Sie schreiben sollen, so können Sie sich  die Top-10 Seiten dazu anschauen und überall die besten Punkte übernehmen, um diese in einem „Super-Artikel“ zu verfassen.

Wichtig ist es, dass keine Inhalte kopiert werden und der Mehrwert für den Leser stets im Vordergrund steht.

Wie ich weiter oben schon zu den Ausbaumöglichkeiten einer Nische erwähnt habe: Versetzen Sie sich in die Lage des Lesers und fragen Sie sich, was Sie als Leser gerne zu Ihrer Suchanfrage erfahren und sehen würden und welche Ihre Probleme würden Sie damit gelöst haben wollen. Es gibt noch viel mehr Ideen.

6 Fazit

Jetzt liegt es an Ihnen. Recherchieren Sie im Vorfeld unbedingt nach einer lukrativen Nische und erstellen Sie ansprechende Inhalte für Ihre Besucher. Stimmt beides nicht, kommt es sehr schnell zur großen Enttäuschung. Sobald Ihre Inhalte stehen, können Sie direkt mit der Suche nach guten Backlinks beginnen, um der Seite etwas Leben einzuhauchen. Das erste gute Ranking kann sicherlich ein paar Wochen oder Monate dauern, doch hier sollten Sie die langfristige Perspektive sehen und sich auch bei starken Schwankungen im Ranking nicht verrückt machen lassen. 

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Christoph Labrenz ist SEO Freelancer aus Berlin und berät Unternehmen zur Suchmaschinenoptimierung und zum Social Media Marketing. Sein Business hat sich Christoph schon als Student 2010 erfolgreich aufgebaut und dieses zu seinem Hauptberuf gemacht. Mittlerweile unterstützt er Firmen aus ganz Europa sowie Neuseeland, seinem aktuellen Aufenthaltsort.
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