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Der Komplett-Leitfaden: Wie Sie Suchintentionen erkennen

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Der Komplett-Leitfaden: Wie Sie Suchintentionen erkennen

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Anna Corbett
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Der Komplett-Leitfaden: Wie Sie Suchintentionen erkennen

Suchintentionen erkennen durch Suchanfragen

Vor einiger Zeit wünschte sich ein Kunde, dass ich seiner Website eine gute Suchergebnis-Position für "London Olympics" verschaffe. Diese Aufgabe stellte er mir wenige Wochen vor der Olympiade. Bei der starken Konkurrenz war es aussichtslos, in so kurzer Zeit auf die vorderen Plätze gelangen zu wollen. Aber das war noch nicht einmal das Hauptproblem: Dieser Kunde verkaufte Teppiche in den Farben des Union Jack, der Flagge des Vereinigten Königreichs. Seine Idee war tatsächlich, mit diesem Angebot für die Suche nach "London Olympics" gefunden zu werden. Er hatte nie darüber nachgedacht, dass Menschen, die nach "London Olympics" suchen, in diesem Moment nicht an Teppichen interessiert sind.

Das ist ein Extrembeispiel, aber es verweist auf ein größeres Problem. Unternehmen verbeißen sich in das Ziel, Ihre Websites für so viele Begriffe wie möglich auf die vorderen Ränge zu bringen, und vergessen dabei die Nutzer. Dieser Fehler führt häufig zu einer Kluft zwischen der Suchintention und den Website-Inhalten des Unternehmens. Das ist für alle Beteiligten eine schlechte Nachricht.

Hier gilt es, sich eine andere Einstellung anzueignen. Wir müssen vom Nutzer ausgehen, uns fragen, was er wirklich sucht und erreichen will, und auf dieser Basis unseren Content erstellen.

Wir müssen unseren Content an die Intention des Suchmaschinennutzers anpassen.

Dieser Artikel gliedert sich in drei Teile, in denen Sie Folgendes erfahren:

  • Ich zeige Ihnen, wie Sie anhand von Suchanfragen die Suchintention erkennen – indem wir Suchanfragen in ihre Bestandteile zerlegen, leiten wir ihren Sinn ab und identifizieren Phasen der Absichtsbildung. 
  • Sie erfahren, wie Sie Suchergebnisse verwenden, um Suchintentionen zu verstehen.
  • Sie lernen, Suchintentionen zu erkennen, indem Sie die Suchenden selbst verstehen.

Suchanfragen

Wir beginnen also mit der Suchanfrage selbst. In der Regel begeben wir uns zunächst mit Fragmenten auf unsere Suche, die noch viel Interpretationsspielraum lassen. Doch Sie werden überrascht sein, wie viel wir bereits aus Suchanfragen lernen können, die nur aus wenigen Wörtern bestehen. Schauen wir uns an, wie wir Semantik und unser Verständnis natürlicher Sprache nutzen können, um den Sinn und die Absicht hinter Suchanfragen zu erkennen.

1. Zerlegung der Suchanfrage und Identifikation ihrer Elemente wie Verben und Substantive, ihrer Bedeutung und ihrer Beziehung. Gibt es Synonyme, die ebenso gut genutzt werden könnten? In welcher Zeitform stehen Verben? Haben die Wörter nur eine einzige oder mehrere mögliche Bedeutungen?

Google-Suche nach 'fliegen deutschland'Wie viele Bedeutungen hat diese Suchphrase?

Diese Wortfolge kann verschiedene Bedeutungen annehmen, da "fliegen" ein Verb oder ein Nomen mit unterschiedlichen Inhalten sein kann:

a. Die Suche zielt auf die Verbreitung von Insekten der Unterordnung Fliegen in Deutschland.

b. Die Suche zielt auf die Verbreitung von Anzugfliegen in Deutschland oder der Suchende möchte welche kaufen.

c. Die Suche zielt auf Flugreisen in Deutschland.

Kommentar von Evgeni Sereda: Im Keyword Magic Tool können Sie mit Hilfe von Keyword Analyzer eigene Keywordlisten zusammenbauen auch inkl. von W-Fragen Keywords. Hier können Sie mehr zum Tool erfahren

2. Singular und Plural sowie andere Varianten desselben Wortstamms verweisen auf unterschiedliche Intentionen. Vor- und Nachsilben sowie Verb-Endungen verändern die Beziehung zwischen Wörtern (Suffixe wie -keit, Verb-Endungen wie -en), stellen einen Zeitbezug her (Präfixe wie Post- oder Pre-) oder rücken Wörter in einen weiteren Kontext (Präfixe wie Re- or Un-).

Beispiel: Suchen Sie nach Ihrem Traumurlaub?

Google-Suche nach 'traum urlaub'Google weiß: Traumurlaub wird zusammengeschrieben

... oder ging es ihnen um die Frage, was Urlaubsträume bedeuten?

Google-Suche nach 'träume urlaub'Mit dem Plural kommt die Traumdeutung ins Spiel

3. Die Syntax der Suche, also die Details der Formulierung, können große Unterschiede in der Bedeutung ausmachen. Die gute Nachricht: Da sich die Websuche weiterentwickelt und einen Konversationsstil annimmt, insbesondere durch den Einfluss von Spracherkennungstechnik, werden Suchphrasen auch länger und somit klarer. Wir begegnen außerdem weniger gelerntem Suchverhalten, in dem wir unsere natürliche Sprache den begrenzten Fähigkeiten der frühesten Suchmaschinen angepasst haben. Während die Suchmaschinen intelligenter werden, kehren wir bei der Websuche zur natürlichen Sprache zurück.

Google-Suchergebnis für 'cats love'Suche nach 'cats love': Was lieben Katzen?

Google-Suchergebnis für 'love cats'Die Suche nach 'love cats' führt zum Song dieses Namens von The Cure

Indem Sie auf diese Weise einen genaueren Blick auf jede Suchanfrage werfen, erhalten Sie eine bessere Einschätzung der Intention dahinter. Oft wird eine Liste mit mehreren möglichen Intentionen der Ausgangspunkt sein, die Sie noch mit weiteren Methoden weiter eingrenzen müssen.

Der nächste Schritt dazu ist die Anwendung von Modifikatoren. Diese verraten Ihnen, in welcher Phase der Absichtsbildung der Nutzer sich befindet. So stellen Sie fest, ob er sich in der informativen, kommerziellen, transaktionalen oder lokalen Phase seiner User Journey befindet. Dann können Sie ihn nach Intentionstyp klassifizieren. Außerdem sind Modifikatoren skaliert anwendbar, so dass Sie diese Phasen auch an langen Keyword-Listen ermitteln können.

Was sind Intentions-Modifikatoren?

Intentions-Modifikatoren sind schlicht Wörter, die Intentionen ausdrücken. Wörter wie "bester"/"beste" zeigen zum Beispiel an, dass der Suchende etwas vergleichen will. Die weit gefasste, informative Suche nach "Katzentoilette" wird zu einer kommerziellen, wenn wir den Modifikator "beste" hinzufügen: "beste Katzentoilette". Ein anderer Modifikator verwandelt die Suche in eine transaktionale: "Katzentoilette kaufen". Und wenn die Person in einem Geschäft in der rNähe einkaufen möchte, könnte die Suchphrase "in der Nähe Katzentoilette kaufen" lauten. Wir wissen dann, dass es sich um eine lokale, transaktionale Suche handelt.

Search results for 'buy cat toilet near me' (In der englischen Version sind die Ergebnisse lokal kommerziell wie beschrieben. In der deutschen Fassung sieht es ein bisschen anders aus.Local, transactional query 'buy cat toilet near me'. Search results for 'buy cat toilet near me' (In der englischen Version sind die Ergebnisse lokal kommerziell wie beschrieben. In der deutschen Fassung sieht es ein bisschen anders aus.

Google-Suchergebnis für 'Katzentoilette'Informative Suche nach 'Katzentoilette'

Google-Suchergebnis für 'beste Katzentoilette'Kommerzielle Suche 'beste Katzentoilette'

Google-Suchergebnis für 'Katzentoilette kaufen'Transaktionale Suche nach 'Katzentoilette kaufen'

Google-Suchergebnis für 'Katzentoilette in der Nähe kaufen'Lokal-transaktionale Suche nach 'Katzentoilette in der Nähe kaufen'. Hier fehlt jedoch die Karte mit den Geschäften in der Nähe.

In diesem Leitfaden von STAT erfahren Sie kurz und bündig, wie Sie eine Liste von Intentions-Modifikatoren für Ihre Keyword-Recherche erstellen. STAT bietet viele wertvolle Ressourcen zur Optimierung für Suchintentionen, die ich nur empfehlen kann.

Segmentierung

Wenn Sie Ihre Liste von Intentions-Modifikatoren erstellt haben, können Sie Ihre Keywords nach Intentionen segmentieren. Anhand der so entstehenden Kategorien können Sie nun bestehenden Content nachbessern oder neuen erstellen, um die Nutzerintentionen besser zu bedienen. Jedes Keyword im transaktionalen Körbchen sollte mit einer Produktseite bedient werden, während Suchanfragen des kommerziellen Typs zu Kategorieseiten oder Produktvergleichen führen sollten. Gehen Sie dabei sicher, dass Sie die Ziele des Suchenden richtig verstehen, die je nach den Details der Suchanfrage und des Modifikators variieren.

Wie Sie sehen, erlaubt Ihnen eine Analyse der einzelnen Elemente von Suchanfragen, die Absicht dahinter zu verstehen und die Suche vielleicht sogar einer Phase der Absichtsbildung zuzuordnen.

Intentionen anhand von Suchergebnissen ermitteln

Schauen wir uns nun an, wie Sie Suchergebnisseiten nutzen können, um Suchintentionen zu ermitteln.

Googles Suchergebnisse geben uns nicht nur Einblick in verschiedene mögliche Intentionen und Phasen der Absichtsbildung, sie enthalten auch Hinweise darauf, welche Intentionen am häufigsten hinter bestimmten Suchanfragen stecken. Wie? Suchergebnisse sind nach Relevanz für die Nutzer geordnet. Weiter oben erscheinen Websites, die Ihnen am ehesten helfen, ihre Ziele zu erreichen – also am besten ihren Intentionen entsprechen. Die Top-Ergebnisse haben in Googles Augen die größte Chance, das Ziel des Nutzers zu erreichen.

HINWEIS: Natürlich müssen wir die Befunde der folgenden Tests mit einem Körnchen Salz und gesundem Menschenverstand interpretieren, da sogar Google manchmal irrt.

Intentionen anhand von organischen Suchergebnissen ermitteln

Führen wir eine Google-Suche durch und analysieren wir die Ergebnisse.

  1. Was verraten uns die Snippets über Suchintentionen?
    Lesen Sie jedes Snippet und schreiben Sie auf, was Titel und Beschreibung über den Zweck die Seite aussagen. Oft ergeben bereits die ersten fünf Ergebnisse eine ganze Liste mit möglichen Intentionen und Phasen der Absichtsbildung.
  2. Was tragen die Seiten selbst zu unserem Verständnis bei?
    Welche Suchintention bedienen die Seiten mit hohen Rängen? Welche Ziele kann der Nutzer erreichen, indem er mit dem Content der Top-Seiten interagiert? Für welche Phase sind die Inhalte geschrieben? Kann der Nutzer etwas kaufen oder handelt es sich nur um einen Vergleich oder eine Bestenliste?

  3. Wer hat einen hohen Rang und wer nicht?
    Sehen Sie sich jetzt die Reihenfolge an, in der die Seiten erscheinen. Höchstwahrscheinlich bilden die bestplatzierten Seiten die Intention einer Mehrheit der Nutzer aus.

Nun wiederholen Sie den Vorgang für Ihre gesamte Keyword-Liste. Achten Sie darauf, wie sich die Ergebnisse bei ähnlichen Anfragen verändern. Auch eine kleine Änderung von Singular zu Plural kann zu ganz anderen Ergebnissen führen und auf andere Intentionen hinter der Suchphrase verweisen.

Search results for 'eating pig'Singular intent: 'eating pig'.

Search results for 'eating pigs'Plural intent: 'eating pigs'.

Das Beispiel "Web Developer" funktioniert im Deutschen nicht. Die Endung -er bei Berufen ist gleichzeitig Singular und Plural. Aus dem Text kann man bereits entnehmen, dass Singular/Plural die Bedeutung verändert. Ich habe ihn trotzdem hier stehen lassen, um die Logik nicht zu gefährden.

— Evgeni Sereda

Search results for 'web developer'Singular intent: 'web developer' = Jobs.

Search results for 'web developers'Plural intent: 'web developers' = Companies.

Gehen Sie hierbei gründlich vor und widerstehen Sie der Versuchung, ein paar Ihrer Keywords zu überspringen. Jedes Detail zählt!

Intentionen anhand von SERP-Funktionen ermitteln

Werfen wir als nächstes einen Blick auf die SERP-Funktionen, die für Ihre Anfrage erscheinen. Diese können die Phase der Absichtsbildung enthüllen, in welcher sich der Nutzer befindet.

So verraten Shopping-Ergebnisse unmittelbar ein kommerzielle Intention. Ein Local Pack drückt lokale Intentionen des Nutzers aus.

Klassifikation von Intentionen nach SERP-Funktionen

SERP-Funktionen nach IntentionenSERP-Funktionen nach Intentionen

Doch verlassen Sie sich nicht auf dieses Schema. Wenden Sie sich den Suchergebnissen zu und halten Sie fest, was die SERP-Funktionen und die darin angezeigten Inhalte über Suchintentionen ausdrücken.

Kommentar von Evgeni Sereda: Eine ausführliche Analyse von Serp Features und Featured Snippets können Sie in SEMrush Position Tracking durchführen und zwar für von Ihnen gesammeltes Keywordset. Außerdem sehen die Chancen-Keywords. Hier können Sie mehr zum Tool erfahren

Wir wollen wissen:

  1. Welche Funktion erscheint.

  2. Wo sie auf der Seite erscheint, denn wie bei gewöhnlichen Rankings signalisiert die Position der Funktion ihre angenommene Relevanz für den Nutzer. Die Position sollte daher in Ihre Gewichtung der erschließbaren Intentionen einfließen.

  3. Welcher Inhalt in der Funktion erscheint. Verstehen Sie den spezifischen Content der Funktion. Lesen Sie Snippets und sehen Sie sich Videos an.

Ebenso wie bei den organischen Suchergebnissen sollten Sie alle Ihre Anfragen daraufhin durchgehen, wie Positionen und Inhalte der Funktionen sich bei ähnlichen Suchanfragen verändern. Hervorgehobene Snippets und Shopping-Platzierungen zu gewinnen kann einen großen Teil des Erfolgs in der Websuche ausmachen.

Bonus-Hybrid: Intentionen mit "Answer the Public" ermitteln

Kästen mit Suchvorschlägen ("Andere suchten auch nach") können helfen, das größere Bild um eine Suchphrase herum zu verstehen, einschließlich ähnlicher Suchanfragen. Wenn Sie eine noch differenziertere Methode zum Verständnis ähnlicher Suchanfragen wünschen, können Sie das kostenlose Tool Answer the Public verwenden.

Intentionen durch Anzeigen ermitteln

Auch Werbeanzeigen verraten uns etwas über Suchintentionen. Die bloße Tatsache, dass Anzeigen in den Suchergebnissen auftauchen, verweist in der Regel auf eine kommerzielle oder transaktionale Intention. Doch natürlich gehen manche Werbetreibende eher suboptimal vor – überzeugen Sie sich also besser selbst davon, dass geschaltete Anzeigen für Ihre Suchphrase relevant sind. Es wird Ihnen leicht fallen, fragwürdige Anzeigen herauszufiltern. Nehmen Sie sich die relevanten vor und schauen Sie, was die Anbieter verkaufen wollen.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

1. Welche Intentionen bedienen diese Anzeigen?
Lesen Sie Überschriften und Beschreibungen, um den Zweck der Anzeigen zu verstehen.

Search for adopt a pig, top three Google adsAdopt a pig - top 3 ads

Top-3-Suchergebnis-Anzeigen für 'Blumen kaufen'Drei Ergebnisse, drei Intentionen

Zunächst sehen die Intentionen ähnlich aus. Doch beim ersten Treffer geht es primär darum, sich selbst Blumen liefern zu lassen, beim zweiten um eine Geschenk-Lieferung an jemand anderen. Das dritte ist ein Gartenfachhandel, der auch andere Pflanzen anbietet.

2. Welche emotionalen Trigger werden verwendet?

Highlighted emotional triggers in Google AdsEmotional triggers in ads

Google-Anzeigen für 'Blumen kaufen'Emotionale Trigger in Anzeigen

"Herrliche Blumengrüße", "Liebe", "Romantik pur" – hier werden große Gefühle im Spiel gebracht, um dem Nutzer entsprechende Gefühlsreaktionen zu entlocken. Was sagt dies über die wahrscheinliche Intention und innere Haltung des Nutzers aus?

3. Erhalten wir weiteren Input durch Zusatzinformationen oder andere Erweiterungen?

Highlighted callouts and sitelinks in Google adsCallouts and sitelinks further imply intent.

Google-Anzeigen für 'Blumen kaufen'Zusatzinformationen und Sitelinks zeigen weitere Intentionen an

Durch die Zusatzinformationen und Sitelinks bei unserer obersten Blumen-Anzeige erhalten wir spezifischere Intentionen wie den Kauf von Blumen für Geburtstage, den Valentinstag, den Namenstag oder als Dankeschön. 

Diese Beispiele decken noch lange nicht alle Möglichkeiten ab, Intentionen anhand von Anzeigen zu erkennen. Anstatt bestehende Anzeigen Ihrer Mitbewerber zu analysieren, können Sie eigene Test-Kampagnen starten, um die mehrheitlichen Intentionen hinter Ihren Keywords zu ermitteln.

Intentionen durch den Nutzer ermitteln

Schauen wir uns nun an, wie wir Suchintentionen auf die Spur kommen, indem wir die Nutzer selbst verstehen lernen. Ja, wir werden dazu wirklich mit ihnen sprechen.

Wenn Sie dachten, das sei unmöglich oder viel zu viel Aufwand, dann haben Sie sich geirrt. Nichts ist besser, hilfreicher und lohnender für Ihr Geschäft als Suchmaschinennutzer, Webseitenbesucher und Kunden zu verstehen. Sie sind der wichtigste Teil der Gleichung.

Intentionen durch Standorte und Arten der Suche ermitteln

Der Ort eines Nutzers kann die Art der Intention hinter der Suche modifizieren. Das wird uns jedes Mal verdeutlicht, wenn ein Gerät uns um Erlaubnis bittet, unsere Standortinformationen zu nutzen. Standorte sind wichtig.

Ob der Suchende nun einen Ortsnamen als Teil der Suche verwendet, eine Phrase wie "in der Nähe" oder ob der Standort nur impliziert wird (dazu gleich mehr unter "Arten der Suche"), in jedem Fall erwarten wir lokale Intentionen. Dies bedeutet nicht nur, dass es sich um Suchanfragen handelt, die auf lokale Ergebnisse zielen. Vielmehr kann es auch die Bedeutung der Anfrage verändern.

Google-UK-Suchergebnis für 'Chips'Suche nach 'Chips' im Vereinigten Königreich

Google-US-Suchergebnis für 'Chips'Suche nach 'Chips' in den USA – ähnlich sähe es in Deutschland aus

Der physische Ort ist oft eng mit der Art der Suche verbunden. Daher vertieft es unser Verständnis der Bedeutung und Intention, sich beide zusammen anzusehen. Die Art der Suche, ob Voice, Mobile oder Desktop, ermöglicht uns genauere Einblicke in die Suchintention. Eine Voice-Suche über einen digitalen Assistenten oder auch die mobile Suche bedeutet, dass sich der Nutzer in einer Situation befindet, in der er mit geringerer Wahrscheinlichkeit auf einen Bildschirm schaut. Vielleicht ist er auch gerade draußen unterwegs. Dies legt nahe, dass die Suche mit seiner Situation zusammenhängt und Informationen gewünscht sind, die sofort in Handlungen einfließen sollen. Bei der Desktop-Suche dagegen ist der Nutzer weniger mobil, sitzt vielleicht am Schreibtisch und befindet sich mit höherer Wahrscheinlichkeit in einer Phase der Planung und Recherche.

Die Art und den Standort der Suchanfrage ermitteln

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Art und den Standort einer Suchanfrage zu ermitteln, von denen manche mehr manuellen Aufwand erfordern als andere.

Semantik nutzen, um die Feinheiten der Anfrage zu verstehen:

  1. Steht sie im Gesprächsstil?

Beispiel: "ich suche das beste pizza-rezept" 

  1. Handelt es sich um eine vollständige Frage?
    Beispiel: “wo ist die nächste u-bahn-station?”
  2. Hat die Bedeutung der Suchanfrage einen lokalen Bezug?
    Beispiel: "schuster" (in der Regel eine Dienstleistung mit Ladengeschäft)

Intentions-Modifikatoren verwenden:

Intentions-Modifikatoren wie "in der Nähe" verweisen nicht nur auf eine lokale Suche, sondern lassen auch vermuten, dass die Suchanfrage von einem mobilen Endgerät kommt. Wie HitWise feststellt: "Suchanfragen mit Ortsbezug, beispielsweise solche mit dem Zusatz 'in der Nähe', werden ... fast ausschließlich von mobilen Endgeräten aus durchgeführt."

Tatsächlich sind mobile und lokale Suchen mit "in der Nähe" so gute Freunde, dass Nutzer diesen Modifikator oft weglassen und dennoch ein lokales Ergebnis erwarten.

Over the last two years, comparable searches without "near me" have grown by 150%.Think with Google: Nutzer verlassen sich darauf, dass Google die lokale Intention erkennt

Google Analytics, Search Console und Trends verwenden:

Wenn Sie das Glück haben, dass Ihnen Google-Analytics-Daten für Suchanfragen zur Verfügung stehen, können Sie den Suchanfragen-Bericht mit einem mobilen Segment für mobile Suchanfragen nutzen und nach Sätzen suchen, um mobile Voice-Suchen zu identifizieren.

Oder Sie erstellen Segmente für verschiedene Orte und wenden Sie auf Ihren Bericht an, um ortsabhängige Unterschiede in der Bedeutung von Suchanfragen zu finden.

Zu demselben Zweck können Sie auch die Google Search Console mit Mobil-Filter in Ihrem Suchanfragen-Bericht verwenden. Außerdem kursieren Gerüchte, dass in Zukunft Details zur Art der Suche hinzukommen sollen.

Verwenden Sie Google Trends mit Ortsfilter, um Vorschläge verwandter Themen und Suchanfragen zu erhalten, welche Ihnen zusätzlichen Input über lokale Bedeutungen und Intentionen liefern.

Bedenken Sie außerdem die Jahreszeit, in der Suchanfragen abgesetzt werden. Bestimmte Zeiten bedeuten mehr kommerzielle Suchanfragen, während andere Zeiten oder Ereignisse die Bedeutung der Suchanfragen verändern. Informieren Sie sich bei Google Trends über saisonale Schwankungen der Nachfrage.

Keyword-Recherche-Tools nutzen:

Sie können die Länderfilter Ihres bevorzugten Keyword-Recherche-Tools verwenden, um eine Übersicht der Suchanfragen zu erhalten, die zu Ihrem Thema in einer bestimmten Region abgesetzt werden. Die Verteilung verrät Ihnen die allgemeinen Intentionen hinter den Suchanfragen, und Sie können die oben vorgestellten Methoden verwenden, um Ihr Verständnis der Intentionen weiter zu vertiefen.

Intentionen durch Nutzer-Interviews ermitteln

Informationen über Standort und Art einer Suchanfrage ermöglichen ein besseres Verständnis der Situation, in der sich ein Nutzer befindet, doch wir können das Verständnis seiner Motivationen und Ziele noch vertiefen. Wenn wir ein klares Bild davon haben, was die Nutzer erreichen wollen, welche Art von Content sie suchen und wie sie damit interagieren wollen, können wir gezielt dazu passende Nutzererfahrungen schaffen.

Wie ermitteln wir also, welche Aufgaben die Suchenden zu lösen versuchen?

  1. Führen Sie kleine Umfragen durch:
    Verwenden Sie Tools wie Google Surveys oder Survey Monkey und machen Sie sie per E-Mail und Social Media bekannt.

  2. Kontaktieren Sie bestehende Kunden per E-Mail.
    Stellen Sie Fragen wie:

    1. Was haben Sie gesucht, als Sie uns über die Suchmaschine fanden?

    2. Haben Sie sich gleich angemeldet/gekauft/etc. oder erst nach mehrmaligem Besuch der Website?

    3. Wenn Sie die Site mehrfach besucht haben, was war jeweils der Grund dafür?

  3. Einfach fragen: Rufen Sie Ihre Kunden an.
    Stellen Sie Fragen wie die obigen und diese:

    1. Welches Problem hat unser Service/Produkt für Sie gelöst?

    2. Wie viel Zeit haben Sie in die Recherche möglicher Lösungen investiert?

    3. Warum haben Sie sich für uns entschieden?

    4. Wie fühlen Sie sich mit unserem Service/Produkt?

Bei allen diesen Fragen geht es darum, ehrliche Antworten und damit fruchtbare Einblicke in das Mindset des Nutzers beim Kauf Ihrer Produkte oder Services zu erhalten. Weitere Inspiration für geeignete Fragen finden Sie in Leitfäden zur Conversion-Rate-Optimierung oder "Jobs to be Done"-Ansätzen.

Anna Corbett
Experte

Trägt wertvolle Einblicke bei und gibt der Unterhaltung Tiefgang.

Originally from Germany, Anna is super efficient and logical, though she’s been softened by years of British politeness and queuing. For over 10 years, she’s devoured every scrap of knowledge about search marketing, and applies it daily as Head of Digital Marketing at Base Creative. Anna is obsessed with helping real businesses become more literate in online marketing. She likes to rant about the importance of search intent, user behaviour in search, and setting realistic and meaningful goals, so businesses no longer demand to appear at #1 in Google for every word in the dictionary. She co-authored the book 50 Days of Social Media, but doesn’t like to talk about it.
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