Anhand von 50.000 zufällig ausgewählten Keywords in der US-Datenbank von SEMrush haben wir untersucht, wie unterschiedlich die Suchergebnisseiten (SERPs - Search Engine Results Pages) für dieselbe Suchanfrage auf verschiedenen Plattformen sind.

Spoiler: Es ist kein Unterschied wie Tag und Nacht, aber das Gesamtbild ist beunruhigend.

Von der einen Plattform zur anderen sehen wir viele Abweichungen. Nicht allzu viele davon sind extrem, aber nur 13 % der Websites behalten über alle Geräte hinweg dieselbe Position.

Die SERPs auf verschiedenen Geräten unterscheiden sich zudem aufgrund unterschiedlicher SERP Funktionen und natürlich abweichender Display-Größen. Das bedeutet große Unterschiede in der Benutzererfahrung und der Sichtbarkeit Ihrer Website je nach Gerät.

Da der Traffic-Anteil des mobilen Internets immer größer wird, verdienen diese Abweichungen große Aufmerksamkeit.

Die Methodik der Analyse

Für unsere Studie haben wir das SEMrush-Tool Organische Recherche genutzt, um Abweichungen bei den URLs und Domain-Positionen für 50.000 zufällig ausgewählte Keywords in der US-Datebank zu ermitteln.

Stellen Sie es sich so vor: Wir haben Momentaufnahmen von Desktop-Suchergebnissen erstellt und diese mit Momentaufnahmen von mobilen Suchergebnissen für jeweils dieselbe Abfrage verglichen. Die Daten zu den URL-Abweichungen geben uns einen Überblick, wie viele Seiten ihre Positionen in der mobilen Suche verlieren.

Um ein genaueres und detaillierteres Bild vom Unterschied zwischen Desktop- und mobilen SERPs zu erhalten und das ist für Mobile SEO wichtig, haben wir die Abweichungen der Domain-Positionen ermittelt. Indem wir Domains anstelle bestimmter Seiten verfolgt haben, konnten wir auch mobile Versionen von Seiten mit abweichenden URLs berücksichtigen.

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Über Organische Recherche

SEMrushs Organische Recherche ist ein einfaches Tool, das tiefe Einblicke in die organische Leistung jeder Domain bietet. Innerhalb von Sekunden erhalten Sie die Top-Keywords, die den meisten Traffic auf die analysierte Website bringen, und sehen ihre Ranking-Gewinne und -Verluste der letzten Zeit.

Wenn die Domain in SERP-Funktionen präsent ist, erhalten Sie außerdem eine Liste ihrer wichtigsten Konkurrenten in der organischen Suche – und mehr. Wir betrachten hier keine Backlinks, denn das ist ein anderes Thema.

URL-Abweichungen

Wie viele Seiten verlieren in der mobilen Suche an Sichtbarkeit?

Wir haben ermittelt, wie viele Seiten in der mobilen Suche die Positionen verlieren, die sie in den Desktop-SERPs einnehmen. Atemberaubende 30 % der Seiten, die auf dem Desktop in den Top 10 sind, schaffen es mobil nicht auf die erste Seite.

Folgende Tabelle zeigt, wie viele Desktop-Suchergebnisse auf Mobilgeräten aus den Top 10, Top 30 und Top 100 herausfallen.

Number of pages that lose their visibility in mobile search

Abweichungen bei Domain-Positionen

Wie viele Domains ändern ihre Position in der mobilen Suche?

Folgende Tabelle zeigt, wie viele Domains ihre Positionen über verschiedene Gerätetypen hinweg beibehalten. Wie bereits erwähnt, nehmen nur 13 % der Websites auf allen Geräten die gleiche Position ein.

Wir wollten es genauer wissen und haben ermittelt, wie viele Domains in der mobilen Suche um eine, drei oder zehn Positionen von ihren Desktop-Positionen abwichen.

Verschiebungen um eine Position mögen unbedeutend erscheinen. Wir müssen jedoch berücksichtigen, dass die SERPs für mobile Geräte und Desktops unterschiedliche Bildlauftiefen und Klickraten aufweisen. Im Vergleich zu Desktop-Geräten bedeutet es auf dem Smartphone deutlich größere Traffic-Verluste, aus den Top 3 der Suchergebnisse herauszufallen.

Number of domains that changed their position in mobile search

Kommentare von Branchenexperten

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Allgemeine Gedanken:

  • Die Zahlen sind beeindruckend. Sie bestätigen, was ich schon lange sage: Wir müssen uns wirklich konkret die mobilen SERPs ansehen, um zu wissen, was los ist.

  • Mobile & Desktop sind verschieden – manchmal sehr verschieden. Dies gilt umso mehr, da Elemente wie der Knowledge Graph, die auf dem Desktop in der rechten Spalte angezeigt werden, auf dem Smartphone ganz oben erscheinen und andere Ergebnisse nach unten drücken.

  • Laut SparkToro/JumpShot führen die meisten mobilen Suchanfragen nicht zu einem Website-Klick. 62 % der Nutzer bleiben bei den Google-Diensten. Es klicken also nur 38 % der Nutzer vielleicht auf Ihre Website, und nur wenn sie dort ankommen, gelangen sie in Ihr Analytics. Wenn Sie in den organischen Rankings nicht auf Platz eins liegen, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass Sie den Klick erhalten. Darunter sinkt sie rapide weiter. Es wäre verrückt, eine SEO-Strategie allein auf derart wackelige Daten zu stützen!

Strategien:

  • Ich habe schon viel über Entity-First-Indexierung im Gegensatz zur Mobile-First-Indexierung gesprochen und geschrieben, weil ich glaube, dass Googles Umstellung auf Mobile First darauf hinauslief, Informationen stärker um den Knowledge Graph herum zu organisieren. Wir beobachten, wie Websites in Maps (Teil des Knowledge Graph) einbezogen werden und nicht umgekehrt.

  • SEO Verantwortliche müssen über den Topic Layer nachdenken, der Webinhalte wahrscheinlich in den Knowledge Graph einfügt. Anscheinend erzeugen Informationen aus Webinhalten manchmal genug Interaktion, um sie im Topic Layer zu platzieren. Dies scheint zum Teil durch "Verwandte Themen" im Knowledge Graph sowie durch beliebte "Nutzer fragen auch"-Inhalte beeinflusst zu sein.

  • Google hat sich in letzter Zeit auf die Optimierung von Medieninhalten fokussiert. Dies sind attraktive Inhalte, auf die über die herkömmliche Suche oder die Sprachsuche zugegriffen werden kann. Marken sollten daher:

    • Videos und Live-Streams erstellen und optimieren – idealerweise auf YouTube gehostet

    • Podcasts erstellen, optimieren und als XML-Feed an Google senden 

    • Hochwertige Bilder mit beschreibenden Alternativtexten verwenden 

    • Native Apps, Web Apps oder PWAs starten, die mit der neuen Indexierungs-API von Google indexiert oder in Firebase gehostet werden

    • Google My Business mit Informationen & Medieninhalten optimieren

Die Informationsfragmente, die vom Edge Layer zum Topic Layer gelangen, bezeichnen wir als "Fraggles". Das Wort ist eine Kombination aus den Wörtern "Fragment" und "Handle", denn häufig, wenn diese Elemente in einer Suche hervorgehoben werden, öffnet Google die Seite und springt direkt zum betreffenden Inhalt, als ob sich dort ein HTML-Handle oder eine Sprungmarke befände. Manchmal sind diese vorhanden, manchmal scheint Google von selbst zu wissen, wohin es scrollen muss.

Wichtig ist hier, dass eine Seite eine Position im Suchergebnis einnehmen kann, während innerhalb dieser Position aber ein vertikales oder horizontales Karussell mit zusätzlichen, anklickbaren Informationssnippets erscheint, die alle von derselben Seite stammen. Dadurch nimmt das Ergebnis mehr Platz ein, erhält mehr Autorität, generiert mehr Klicks und, wenn die Nutzer finden, was sie suchen, mehr Interaktionen und zufriedene Kunden. Fraggles sind neu, aber unseren unwissenschaftlichen Nachforschungen zufolge scheinen tendenziell folgende Faktoren Fraggles anzutreiben:

Warum sind 31 % der Desktop-Suchergebnisse auf den mobilen SERPs nicht sichtbar?

Vor ein paar Monaten habe ich gelesen, dass über 50 % aller Suchergebnisse aus dem mobilen Index stammen. Dies könnte erklären, warum 31 % der Desktop-Suchergebnisse in der mobilen Suche nicht auftauchen.

Designer stellen immer mehr die mobile Nutzung in den Mittelpunkt, um den Nutzerabsichten mehr entgegenzukommen und sich näher an der Kaufphase auszurichten. Zusammengenommen bedeutet das, dass Desktop-Suchanfragen in der Regel eher Seiten mit vielen Informationen zutage fördern und die Ergebnisse eher auf Personen zugeschnitten sind, die nach Informationen suchen.

Warum nehmen nur 10 % der URLs mobil und auf Desktops dieselbe Position ein?

Faktoren wie die Klickrate werden auf Mobilgeräten höher sein, einfach weil mehr Menschen von Mobilgeräten auf Websites gelangen. Daher haben die kleineren Faktoren, die Teil des Algorithmus sind, viel mehr Interaktion, und dies könnte auf einem mobilen Gerät zu einer besseren Position als auf dem Desktop führen.

Faktoren wie die Seitenladezeit und Mobilfreundlichkeit sind auch wichtig für die mobile Nutzung, und darauf stellen Seitenbetreiber sich immer mehr ein. Und nach allem, was ich lese, scheint es auch so zu sein, dass über 50 % der Google-Suchergebnisse aus dem mobilen Index stammen und dieser Anteil weiter wachsen wird. Dann sollten wir eine festere Auswahl von URLs auf dem Desktop und auf mobilen Endgeräten sehen.

Eine "gute" Position auf dem Desktop, auf dem Smartphone oder auf beiden?

Ich denke, gute Positionen sind auf beiden Gerätetypen sinnvoll, da Sie nie wissen, woher Ihr nächster Kunde kommt. Eine höhere Position verschafft Ihnen auf jedem Gerätetyp eine größere Chance, einen Kunden auf Ihre Website zu bringen. Wie die Zahlen zeigen, kommen viele Suchanfragen mehrheitlich von mobilen Endgeräten. Daher würde ich immer vorrangig die mobile Suche in den Blick nehmen, ohne aber den Desktop zu vernachlässigen. Ich persönlich erhalte immer noch eine gute Menge Traffic von Desktop-Nutzern.

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Die SEMrush-Studie zeigt, dass sich der Traffic weiter auf den Mobile-First-Index verlagert, obwohl der Prozess wahrscheinlich weder bei Google noch bei vielen Websites abgeschlossen ist. Wenn mehr als 30 % der Ergebnisse, die Desktop-Nutzer bei Google auf Seite eins sehen, nicht in den Suchergebnissen für Mobilgeräte enthalten sind, liegt dies wahrscheinlich daran, dass ein vergleichbarer Anteil von Websites immer noch nicht für Mobilgeräte optimiert wurde. In diesem Szenario gewinnen Websites mit ähnlichen Inhalten, die bereits auf Mobile First eingestellt sind, und erobern die Spitzenplätze in der mobilen Suche.

Andererseits stellen wir fest, dass nur 10 % der Ergebnisse ihre Positionen beibehalten. Dafür kommen mehrere Gründe in Frage. Zum Beispiel könnte die Geolokalisierung bei der Suche von mobilen Geräten aus mehr Gewicht einnehmen als bei der Suche vom Desktop aus. Lokale Ergebnisse haben größere Chancen, für mobile Suchanfragen angezeigt zu werden, während räumliche Nähe bei der Suche vom Desktop eine geringere Rolle spielt.

Neben der Geolokalisierung können noch viele andere Faktoren relevant sein, darunter personalisierte Ergebnisse, das Akzeptieren vorgeschlagener Suchphrasen, um sich weiteres Tippen zu sparen, die Suchanfragen selbst, die sich je nachdem unterscheiden, ob Nutzer eine physische Tastatur verwenden, und sogar die Sprachsuche. All dies kann dazu beitragen, dass die Reihenfolge der Ergebnisse auf Mobil- und Desktop-Geräten unterschiedlich ist.

Es ist merkwürdig, dass die Anzahl der Domains, die ihre Position halten, höher ist als die Anzahl der URLs. Dies könnte an Domains liegen, die unter Subdomains vom Typ "m." mobile Versionen anbieten. In diesen Fällen könnte Google bei Desktop- und mobilen Suchvorgängen unterschiedliche URLs angezeigt haben, die zu unterschiedlichen Subdomains derselben Domain gehörten. Allerdings sehen wir in den letzten Tagen auch URLs vom Typ "m." in Desktop-Suchergebnissen (die dann zur Desktop-Version umleiten).

Da die Internetnutzung immer mehr auf Mobiltelefonen stattfindet, halte ich es für unerlässlich, alle Websites für mobile Geräte zu optimieren und sie nicht nur kompatibel, sondern auch voll funktionsfähig zu machen. Ebenso wichtig ist es, mobile Suchanfragen, verschiedene Arten von Keywords, die Sprachsuche, vorgeschlagene Suchanfragen und den Einfluss der von Google eingeführten Standard-Geolokalisierung zu berücksichtigen. Beachten Sie dies alles, wenn Sie Ihre Ziele für Sichtbarkeit, Keyword-Recherche, Content-Optimierung und Analyse der Ergebnisse festlegen.

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Fazit

Dass die mobile Optimierung wichtig ist, wird niemanden überraschen. Wir hoffen, dass unsere Forschung verdeutlicht, wie viel schwieriger es ist, in der mobilen Suche mitzuhalten – aber auch, wie gewinnbringend es sein kann.

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Evgeni SeredaSeit 5 Jahren verantworte ich das Marketing von Semrush in den deutschsprachigen Ländern. Seit 2010 bin ich ein leidenschaftlicher SEO. Die Kombination aus SEO und Marketing setzte ich bei großen Projekten wie die Implementierung der SEO-Maßnahmen und Marketing-Prozessen bei einem großen Retailer. Dabei betreue ich auch kleine Projekte, denn auch mal Hand anzulegen, das macht mir viel Spass. Meine Erfahrung und mein Wissen teile ich gerne mit dir.
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