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Search Console Suchanalyse: Die perfekte Ergänzung zu Domain Analytics von SEMrush

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Search Console Suchanalyse: Die perfekte Ergänzung zu Domain Analytics von SEMrush

Stephan Czysch
Search Console Suchanalyse: Die perfekte Ergänzung zu Domain Analytics von SEMrush

Seit Oktober 2011 ist die Beantwortung der Frage, zu welchen Suchanfragen der eigene Webauftritt über die organische Suche gefunden wird, schwieriger geworden. Denn damals hat Google damit begonnen, sukzessive weniger Suchanfragen an die aufgerufene Website zu übermitteln (siehe Ankündigung im Google-Blog). Zu den häufigsten SEO-Einstiegskeyword jeder Website gehört seitdem laut Google Analytics, Webtrekk und Co. „not provided“.

Durch die Kombination von Suchvolumen und Position (bzw. der daraus abgeleiteten Klickrate) einer Website berechnen SEO-Tools wie SEMrush den zu erwartenden Traffic. Wird eine Website für mehr Suchanfragen und/oder auf besseren Positionen gefunden, dann steigt der zu erwartende SEO-Traffic der Website entsprechend an.

semrush seo domain auswertungTraffic-Entwicklung der Domain travelcats.de laut SEMrush (Quelle)

Vergleicht man diese Werte für eigene Websites mit Daten aus z.B. Google Analytics, dann sollte der generelle Trend mit der Entwicklung des SEMrush Traffics übereinstimmen. Doch die angenommene Zugriffszahl kann sich vom wirklichen Traffic unterscheiden. Denn kein SEO-Tool erfasst alle Suchanfragen und temporäre Schwankungen im Suchvolumen, beispielsweise durch besondere Ereignisse, können von SEO-Tools nur bedingt abgebildet werden. Diesen Hinweis sehen Sie in SEMrush, wenn Sie über den Trafficwert neben dem Chart mit der Maus überfahren.

Genau an dieser Stelle kann der Suchanalyse-Bericht der Google Search Console punkten. Der Bericht liefert wesentlich genauere Einblicke in die SEO-Zugriffe und zeigt viele Keywords an, die von anderen SEO-Tools nicht erfasst werden. So lässt sich in der Google Search Console nicht nur ein deutlicher Ausschlag bei der Nachfrage für ein Keyword identifizieren …

keywordauswertung google suchanalyseAufgrund eines temporären Ereignisses steigt die Suchnachfrage nach einem Keyword sprunghaft an

… sondern gleichzeitig eine viel höhere Anzahl an Keywords – besonders im Long Tail.

In der SEMrush Datenbank sind für die Adresse https://www.travelcats.de/kat/asien/myanmar/ 79 Keywords verzeichnet, die mit zusätzlichen Metriken wie dem Suchvolumen, SERP Features, AdWords CPC etc., angereichert werden.

semrush url auswertungLaut SEMrushs Datenbank wird diese Adresse für 79 Suchanfragen gefunden (siehe Auswertung)

Bei Auswertung derselben Adresse in Google Search Console lassen sich 377 Suchanfragen finden samt der Häufigkeit, in der die Adresse für ein Keyword geklickt (Klicks) und angezeigt (Impressionen. Nicht direkt mit dem Suchvolumen des Keyword-Planer vergleichbar) wurde, sowie auf welcher Position die Seite im Schnitt zu finden war.

webmaster tools keywords einzelne adresseDurch den großen Long Tail listet die Search Console 4,5x so viele Suchanfragen!

Durch die größere Anzahl an einzelnen Keywords können Sie Ihre Website dank der Suchanalyse noch besser optimieren. Gibt es Suchanfragen zu denen Sie gefunden werden, ohne das Thema auf der Website zu behandeln? Müssen Sie den Inhalt entsprechend ergänzen? Oder lohnt es sich sogar, für die bisher nicht perfekt abgedeckten Anfragen eine neue Einstiegsseite zu erstellen?

Um den Suchanalyse-Bericht ideal für den eigenen SEO-Erfolg einzusetzen, muss man allerdings ein paar Dinge im Hinterkopf behalten. Denn ansonsten leitet man aus den Daten der Search Console womöglich falsche Schlüsse ab.

So berechnet Google die Position in der Suchanalyse

Bei der Zählung von Impressionen und Klicks muss man Googles Zählweise verstehen. Während Suchergebnisse früher aus zehn blauen Links bestanden, sind die Suchergebnisse heute vielfältiger. Zum Beispiel können News-Artikel (kurzfristig) für eine Suchanfrage erscheinen, oder Bilder als Ergebnis angezeigt werden. Inwieweit Google bei den für die eigene Website relevanten Keywords z.B. Bilder anzeigt, lässt sich in SEMrush mit „SERP-Funktionen“ analysieren.

Je nach Suchintention zeigt Google nicht zehn Ergebnisse, sondern auch mal mehr oder weniger. So sind in den Suchergebnissen für „Technisches SEO Buch“ 11 Ergebnisse zu finden.

google suche position zaehlweiseBei dieser Suchanfrage gibt es auf der ersten Seite 11 Ergebnisse

Die Positionen berechnen sich dabei in den von links nach rechts gelesen Sprachen von oben nach unten, und anschließend von links nach rechts. Heißt in der Folge, dass das Ergebnis oben rechts zwar Position 11 ist, aber vermutlich aufgrund der sichtbaren Platzierung eine vergleichsweise hohe Klickrate erzielen kann.

Google macht im Suchanalyse-Bericht aktuell noch keinen guten Job darin, Ihnen als Webmaster zweifelsfrei zu sagen, mit was genau Sie in der Websuche erscheinen. So sehen die zu den Bildern gehörenden Websites eben nicht, dass sie mit einem Bild in den Suchergebnissen auftauchen. Denn als Einstieg wird nicht das Bild, sondern die Seite ausgegeben, auf der das Bild eingebunden ist. Und noch etwas: Alle innerhalb der Bilderbox angezeigten Bilder haben mit Position neun dieselbe Position.

Ein kleiner Tipp: Werden Sie in den Top Ergebnissen für eine Suchanfrage gefunden, die Klickrate ist allerdings für die Position vergleichsweise niedrig, dann handelt es sich vermutlich um ein Ranking innerhalb der Bilder-Einbettung.

Wieso es Unterschiede bei der Metriken-Berechnung gibt

Ist Ihnen aufgefallen, dass sich bei einem Wechsel der Dimension von Suchanfragen zu Seiten die Werte der angezeigten Metriken ändern? Ein Beispiel: Für diese Suchanfrage wurde die Website 60.219 Mal angeklickt, wenn die Daten unter Suchanfragen betrachtet werden.

search console suchanalyse suchanfrage detailanalyseIn der Detailanalyse des Keywords sind es 60.219 Klicks und 202.001 Impressionen

Wechselt man zu Seiten, werden daraus aber 60.412 Klicks. Vom Unterschied bei den Impressionen ganz zu schweigen.

suchanalyse webmaster tools seiten ansichtBetrachtet man die Suchanfrage unter Seiten, gehen die Werte allerdings deutlich nach oben!

Woher kommt das? Google unterscheidet zwischen „Website-Metriken“ und „URL-Metriken“. Da es möglich ist, mit mehreren Adressen für dieselbe Suchanfrage in den Ergebnissen zu erscheinen, können mehrere Adressen Impressionen erzielen und geklickt werden. Diese Werte erhalten Sie, wenn Sie im Bericht zu Seiten wechseln. Betrachten Sie die Daten unter Suchanfragen, sehen Sie die Website-Impressionen und -Klicks. Und diese sind pro Suche maximal eins. Mehrere Adressen eines Suchtreffers erscheinen besonders häufig bei domainbezogenen Suchen. Also wenn jemand nach Ihrem Domainnamen sucht.

Wenn Fragen zur Positionsberechnung offengeblieben sind, dann werfen Sie einen Blick in die Google Hilfe.

Die durchschnittliche Position der Suchanalyse kann trügerisch sein

Wenn Sie für ein suchvolumenstarkes Keyword einen Sprung von beispielsweise Platz 7 auf 2 hinbekommen, dann können Sie deutlich mehr Besucher erhalten. Solche Keywordpotenziale lassen sich nicht nur über SEMrush identifizieren, sondern auch über die Google Search Console. Halten Sie deshalb immer nach Suchbegriffen Ausschau, die noch nicht auf den Top-Positionen sind.

Doch Vorsicht: Die durchschnittliche Position kann ein trügerischer Wert sein! So gibt Google die durchschnittliche Position für das untersuchte Suchwort als 3,7 aus. Gibt es für diesen auf Deutschland ausgerichteten Webauftritt also Optimierungspotenzial? Mitnichten, wie die Betrachtung nach Ländern zeigt!

durchschnittliche Position SuchanalyseDie durchschnittliche Position kann täuschen! Aktivieren Sie zur Sicherheit den Land-Filter

Die für die Website vermutlich irrelevanten Rankings außerhalb Deutschlands führen dazu, dass die durchschnittliche Position (global) 3,7 ist. Um falsche Ableitungen aus den Daten zu vermeiden, sollten Sie sicherheitshalber den Land-Filter auf Ihren Hauptmarkt setzen.

Weitere Tipps zum Umgang mit der Suchanalyse

Starten Sie direkt mit der Detailanalyse

Es kann umständlich sein, eine bestimmte URL in der Suchanalyse auszuwerten. Wenn Sie sich folgenden Code als Lesezeichen anlegen, können Sie die gerade aufgerufene Adresse direkt in der Search Console analysieren:

javascript:void(window.open(%27https://www.google.com/webmasters/tools/search-analytics?hl=de&siteUrl=%27+window.location.protocol+%27//%27+window.location.hostname+%27#state=[null%2C[[null%2Cnull%2Cnull%2C28]]%2Cnull%2C[[null%2C3%2C[%22%27+window.location.href+%27%22]]%2C[null%2C6%2C[%22WEB%22]]]%2Cnull%2C[1%2C2%2C3%2C4]%2C2%2C0%2Cnull%2C[2]]%27,%27_blank%27));

Übrigens: Mit einem ähnlichen Muster können Sie mit einem Klick eine Website in SEMrush auswerten. Mit folgendem Shortcode wird aus der aktuell aufgerufenen Adresse die Domain extrahiert und in SEMrush geöffnet.

javascript:javascript:var%20url=window.location.hostname;if(url.search(/^www./)%20!=%20-1){url=url.slice(4,url.length)};window.open(%27https://de.semrush.com/de/info/%27+url);void(0)

Sie haben Gefallen an solchen Shortcuts gefunden? Dann schauen Sie sich meinen Beitrag zum Thema SEO-Browserplugins an.

Speichern Sie die Suchanalyse-Daten ab

Zwar hat Google schon mehrfach angedeutet, den Datenzeitraum der Google Search Console für die Suchanalyse zu erweitern, doch bisher sind die Daten nur für die letzten 90 Tage abrufbar. Wer langfristige Analysen durchführen möchte, muss die Daten also exportieren. Idealerweise über die Google Search Console API, denn über diese lassen sich mehr Daten erhalten über einen Download aus dem Search Console Interface.

Eine kostenfreie Möglichkeit bietet Search Analytics for Sheets. Mit dieser Google Sheets Erweiterung können Sie die Suchanalyse-Daten über die API beispielsweise monatlich abfragen. Es gibt eine ganze Reihe weiterer Tools, die Ihnen Zugriff auf die Search Console API bieten.

Was Ihnen die Suchanalyse im Gegensatz zu SEMrush nicht bieten kann

Während die Suchanalyse die SEMrush Daten durch die Vielzahl an (Long Tail) Keywords ergänzt, können Sie dank SEMrush Keywords identifizieren, zu denen Sie noch nicht gefunden werden. Nutzen Sie dazu beispielsweise „SEO Keyword Magic“ oder analysieren Sie mit SEMrush, zu welchen Suchanfragen ein Wettbewerber gefunden wird. Denn auch hier kann (und will) Ihnen die Google Search Console keine Hilfestellung geben: In der Search Console sehen Sie immer nur Daten, die sich auf Ihre Website beziehen. Einen Einblick in die Verlinkungsstruktur Ihrer Wettbewerber oder deren Keywords suchen Sie in der Search Console vergeblich.

Alles über Google Search Console

Wenn Sie noch nicht genug von der Google Search Console und das Gefühl haben, noch nicht alles über die Toolsammlung zu wissen, dann kann ich Ihnen mein Buch „SEO mit Google Search Console“ wärmstens ans Herz legen.

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Stephan Czysch ist Gründer und Geschäftsführer der Berliner Online-Marketing-Agentur Trust Agents. Trust Agents ist seit Januar 2017 Teil des DEPT Netzwerks (deptagency.com).
Zusammen mit seinem internationalen Team von 70 Mitarbeitern hilft Stephan großen und kleinen Unternehmen dabei, ihren Online-Erfolg zu verbessern. Stephan spricht regelmäßig auf Konferenzen und veröffentlicht Fachartikel zu Themen rund um SEO und Webanalyse. Mehr über Ihn erfahren Sie auf czysch.net.
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Mihai Aperghis
Thanks for mentioning Search Analytics for Sheets, Stephan!
Stephan Czysch
Mihai Aperghis
You are welcome Mihai. Great tool!

BTW: Do you plan to increase the max. result limit? This could be helpful for some :)

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