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SEO-Day 2018 Speaker: Automatischer Content oder doch von Hand?

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SEO-Day 2018 Speaker: Automatischer Content oder doch von Hand?

Evgeni Sereda
SEO-Day 2018 Speaker: Automatischer Content oder doch von Hand?

Der SEO-DAY ist eine der größten SEO-Konferenzen im deutschsprachigen Raum

mit über 45 Speakern, 850 Gästen, 100 Medienpartnern und Top-Sponsoren aus der Branche. Wir haben den SEO-DAY Speakern die Frage gestellt:

”Sollte Content Deiner Meinung nach von Hand geschrieben werden oder gibt es im Jahr 2018 Programme, die hierbei unterstützen können / sollten oder den Prozess der Content-Erstellung sogar übernehmen können?”.

Sie haben tolle Antworten gegeben und jetzt wünschen wir Euch ganz viel Spaß beim Lesen.

Kommentar Evgeni Sereda: Alle Experten aus diesem Artikel sind Speaker auf dieser Konferenz. Die Inhalte, die dort vermittelt werden, sind Pflichtprogramm für jede/jeden SEO. Ich veröffentliche hier keine Rabatt-Codes oder ähnliches. Dieser Artikel ist nicht kommerziell. Wer pures Profi-Wissen ergattern möchte, der mag sich hier den Zugang verschaffen. Das Tor zum Wissen! 

Während der Konferenz werde ich einiges von den Vorträgen auf Facebook und Twitter veröffentlichen. Und gleich nach der Konferenz gibt es den gewohnten, ersten Recap mit vielen Links zu den Inhalten. Das ersetzt jedoch nicht den Besuch. 

Experten im Überblick


Fionn Kientzler - Managing Partner - Suxeedo GmbH

Suxeedo GmbH

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Es gibt tatsächlich werblicher Content, der zunehmend von intelligenten Programmen übernommen werden kann. Bisher habe ich jedoch noch den Eindruck, dass es sich beim Output der Programme um eine hochwertige Form des Text-Spinning handelt und das reicht mir qualitativ noch nicht aus, es sei denn es sind einfache Produkttexte. Bedeutungsvolle redaktionelle Inhalte werden auch langfristig von Menschen geschrieben, weil gerade die einzigartige menschliche Perspektive den Text ausmachen.

Stefan Godulla - Inhaber - Godulla. Web. Business. Strategy

Godulla. Web. Business. Strategy

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Meiner Meinung nach ergänzen sich beide Varianten bereits jetzt, was in erster Linie bedeutet, dass die maschinell erstellten Inhalte unglaublich gut geworden sind. Es geht am Ende um das Ergebnis. Wenn wir von Google-SEO sprechen dann wollen wir themenrelevante Inhalte mit Mehrwert für den User und vor allem der User hätte das gerne. Am Ende ist es m.E. egal, ob der Content von Hand oder maschinell produziert wird, er muss halt nur die entsprechende Qualität haben.

Da muss ich selbst kompetent genug sein um einschätzen zu können, welche Variante nun für mein jeweiliges Projekt zum Einsatz kommt. Dabei kann ja auch ein maschinell erstellter Content nochmals manuell feingeschliffen werden. Zwischen gänzlicher Handarbeit und totaler Automatisierung liegt also auch nochmal eine gewisse Spanne. Am Ende zählt die Qualität also das Ergebnis.


Markus Hövener - Head of SEO - Bloofusion Germany GmbH

Bloofusion Germany GmbH

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Content sollte von Hand geschrieben werden – aber sehr gerne mit Tool-Unterstützung. Artikel sollen ja ein Thema vollumfänglich abdecken (Stichwort: Holistic Content). Was mit „vollumfänglich“ gemein ist, kann man z. B. sehr gut aus den Suchvorschlägen zum jeweiligen Suchbegriff ablesen. Und ein W-Fragen-Tool gehört auch dazu, um die Ergebnisse der Suchvorschläge noch zu vervollständigen.

Dafür gibt es natürlich schon Tool-Unterstützung, die all das in nette Prozesse gießt. Auch das Handling der Texterstellung (Themenauswahl, Briefing, Auswahl der Texter, erstellte Texte prüfen) kann man in die Hände von Tools geben. Das beste Tool ist aber immer nur ein Stück des Weges. Wer z. B. das Seeding vergisst und ein „unseedbares“ Thema ausgewählt hat, wird auch mit der besten Tool-Unterstützung nur ein Stück Bleiwüste generieren. Es ist also immens wichtig, am Anfang darüber nachzudenken, was man denn mit dem Content erreichen möchte.

Kommentar von Evgeni Sereda: Automatische Contenterstellung mag nicht der richtige Weg sein, aber die Contentbewertung schon. So kann man mit unserem Content Audit seinen bestehenden Content nach Backlinks, Shares/Likes, Interne Verlinkung, Traffic und vielem mehr auswerten. Das hilft ungemein, wenn es um die weitere Optimierung vom eigenen Content geht und man viel Zeit sparen möchte. Hier geht es zum Content Analyzer.


Benjamin O'Daniel - Content & SEO - Jaeckert & O'Daniel Onlinemarketing

Jaeckert & O'Daniel Onlinemarketing

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Fabian Jaeckert, Benjamin O’Daniel von Jaeckert & O‘Daniel Online-Marketing Der wichtigste Content – also einzelne URLs, die gut ranken, viel Umsatz machen oder für Kampagnen genutzt werden – sollte immer von Menschen betreut werden. Am besten arbeiten Content-Spezialisten und SEOs eng zusammen, um die Content-Performance zu optimieren.

Ob man tausende Seiten mit automatisiert erstellten Texten füttern sollte? Das kommt auf den Einzelfall an. Generell gilt: „crap in, crap out“. Auch automatisierter Content wird im Kern von Menschen entwickelt. Programme werden von Menschen gesteuert. Deren Kompetenz ist entscheidend. Eine spannende Alternative zur Automatisierung: Websites verschlanken - und so mehr Schlagkraft bekommen.


Britta Kristin Böhle - Director Inbound Demand Generation - Trusted Shops GmbH

Trusted Shops GmbH

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Zur Unterstützung einer Content-Strategie gibt es natürlich zahlreiche Tools: Tools zur Keywordrecherche, zur Themenfindung, zum Grammatik- und Rechtschreibfehlercheck und zum Erfolgsreporting. Bei der Erstellung des Contents habe ich bisher noch keinen Weg für den Mittelstand kennengelernt, wie Tools diesen Prozess verlässlich übernehmen können. Wer da einen tollen Tipp hat, kann sich gerne melden. :-)

Ich glaube, im Moment muss qualitativ hochwertiger Content tatsächlich noch von Hand geschrieben werden. Diesen Content sollte man dann sowieso regelmäßig recyclen, überarbeiten und weiter optimieren. Somit ist der relativ hohe Aufwand am Anfang auch gerechtfertigt. Bei internationalen Strategien kann man Content auch geschickt in anderen Märkten nutzen. Bei uns arbeiten mehrere Content Manager für die verschiedenen europäischen Märkten und wir lokalisieren den einmal erstellten Content. Dadurch lässt sich ein gut recherchierter und geschriebener Blogartikel oder ein Whitepaper gut skalieren.

Kommentar von Evgeni Sereda: Wer es noch nicht kennt, mit SEO Writing Assistant haben wie einen Addon (Chrome) und Wordpress Plugin entwickelt, der Sie bei der Contenterstellung unterstützt. Sie können damit wie die Texte der Konkurrenz analysieren, so auch eigene Copywriter auf das Vorhandensein von bestimmten Keywords, Textlänge, Readability und vieles mehr kontrollieren. Lesen Sie diesen Artikel.

Contenterstellung vereinfacht!

SEMrush SEO Writing Assistant

Bitte geben Sie eine korrekte Domain ein.


Jens Fauldrath - CEO - gettraction.de

gettraction.de

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Die Frage ist ungefähr wir die Frage danach, welches Auto das Beste ist. Es hängt vom Ziel ab. Als SEO habe ich gewisse Ansprüche an Texte. SEO ist Pull-Marketing. Der Nutzer startet mit einer Suchanfrage den Prozess. Hinter der Suchanfrage verbirgt sich ein Problem oder ein Bedürfnis. Für mich im Marketing sind zuerst zwei Fragen zu klären:

Habe ich zu dem vermuteten Bedürfnis ein passendes Angebot. Wenn ja, ist der Nutzer für mich potentiell interessant.

Ist meine Landingpage für den Nutzer verständlich, hilfreich und führt sie den Nutzer zu einer von mir gewünschten Konversion.

Im ersten Punkt sollte ich alles Filtern, was für mein Geschäft nicht relevant ist. Wir erleben immer wieder, dass Unternehmen viel Geld in Inhalte investieren, die Traffic aber keinen Umsatz generieren. Auch unterstützende Funktionen sind selten signifikant nachweisbar. Hier ist es dann egal in welcher Qualität der Content vorliegt, er ist in sich wertbefrei für das Unternehmen.

Wenn es aber um für SEO werthaltige Suchanfragen geht, muss man zumindest den Anspruch haben, besser sein zu wollen, als die aktuell in den Top 10 rankenden Seiten. Und hier kann, vor allem bei informationsorientierten Suchanfragen, guter Text helfen. Natürlich zusammen mit Bilder, Abbildungen, Videos etc. Für einen Texter lohnt es sich für Texte, die via SEO Reichweite erzielen sollen, ein TF*IDF-Tool zu verwenden.

Dieses liefert mir Daten die mir zeigen, welche thematischen Aspekte meine Konkurrenz abdeckt. Es dient mir also ebenfalls zur Themenrecherche bzw. zur Vertiefung meines Themas. Wichtig ist, dass es eine Anregung liefert. Die Konkurrenz zu kopieren ist in sich kein weg der Beste zu werden. Wir arbeiten mit https://termlabs.io/. Für den deutschsprachigen Raum ist es unserer Meinung nach das mit Abstand beste Tool am Markt. Termlabs ermöglicht sowohl der Vergleich auf Basis der kompletten Dokumente oder nur der Hauptinhalte (Also ein Artikel ohne Marginalspalte und Navigation). Außerdem werden die Begriffe auf ihre Grundform reduziert und Synonyme berücksichtigt. Als kleine weitere Funktion kann man auch nach Fragen zum Thema recherchieren.

Hier zeigt termlabs.io Foren und Website die Fragen zum Thema behandeln. Auch dieses erleichtert die Themenrecherche ungemein. Im transaktionalen Bereich, also Suchanfragen die eine Kaufabsicht vermuten lassen, sehen wir eine schwindende Relevanz von Texten. Dennoch benötigt Google etwas an Texten um zu erfassen, um was es auf den URLs geht. Hier lohnt sich der Einsatz von Textrobotern beispielsweise für Kategorietexte.

Vor allem, wenn man auf Basis der Analyse des Warenbestands hilfreiche Aussagen treffen kann. Beispielsweise welche Preisspanne als Günstig, Mittel oder Exklusiv gilt, welche Ausstattungsmerkmale in den Segmenten wie häufig vertreten sind etc. So kann ein Kategorietext dem Nutzer sogar helfen eine bessere Kaufentscheidung zu treffen. Hier haben wir mit AX Semantic bisher sehr gut zusammengearbeitet. Unser Mitarbeiter Patrick Lürwer hat Rahmen seiner Masterarbeit schon vor 4 Jahren einen erfolgreichen Anwendungsfall mit AX Semantics realisiert.

Durch die Automatisierung lassen sich die Kategorietexte auch ständig aktuell halten. Manuell wäre dieses fast nicht möglich, weshalb manuelle Kategorietexte oft recht aussagebefreit und beliebig sind. Was weder SEO noch Nutzer hilft. Hier ist die Maschine klar im Vorteil!

Kommentar von Evgeni Sereda: Damit man die Keywords nach allen diesen Kriterien und Metriken auswerten kann, braucht man diese. Die weltweit größte Datenbank mit 7,7 Milliarden Keywords hat SEMrush. Allein für Deutschland sind es über 200 Millionen Keywords und über 112 Datenbanken für andere Länder. Damit decken Sie garantiert fast jede Keyword Recherche ab. Testen Sie es aus: Keyword Magic Tool.. Wie man es nutzt, können Sie hier lesen.


Gero Wenderholm - CEO - Selbständig

http://www.wenderholm.de/

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Wenn ihr "Produkt" redaktionell hochwertiger Content ist - beispielsweise bei einer Nachrichtenseite - dann bin ich für handgeschriebene Texte. Es gibt aber auch Szenarien in denen eine Automatisierung Sinn ergibt, z.B. um aus Datentabellen Fließtexte zu generieren, die dann Vorlesbarbeit für Screenreader oder Voice Search ermöglichen.


Mario Fischer - Praktikant - Website Boosting

Website Boosting

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Sicherlich kann man irgendwann Texte von Maschinen erstellen lassen, keine Frage. Bisher sehe ich das noch nicht. Es geht ja nicht (mehr) darum, dass da "irgendwas" rund um ein Keyword steht. Die Texte müssen von jemand geschrieben werden, der auch schreiben kann und der genügend spezifische Fachkenntnis hat - wenn der Text jemand außer Google überzeugen soll.

Das ist meiner Ansicht nach einer der größten Fehler im SEO: Dass man glaubt, irgend ein Student könnte für billiges Geld über eine Textagentur wirklich einen guten Fachtext schreiben. Das geht einfacher, jemand diese wichtige Arbeit aufzulasten und Geld zu geben. Die Billigschreiber recherchieren in Web über Google und am Ende produzieren alle mehr oder weniger die gleichen Texte: "Mode wird immer wichtiger"... ;-)


Jan Brakebusch - Head of Online Marketing - Liebscher & Bracht

Liebscher & Bracht

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Bis auf einige Ausnahmen, wie z. B. im Journalismus ("automated journalism" bei der Washington Post) bei Sport und Wirtschaft, sollte Content aus meiner Sicht auch 2018 noch per Hand geschrieben werden. Bei Liebscher & Bracht geht es um Gesundheitsthemen und damit um einen sehr sensiblen Bereich des Lebens und um eine hohe Verantwortung gegenüber den Usern.

Ich glaube die Emotion, die notwendige Tiefe und auch die Erfahrung die ein geübter "Texter" in unseren Content einfließen lässt, ist ein sehr wichtiger Aspekt von herausragendem Content und nicht so einfach zu automatisieren. Es gibt gute Tools, die unterstützend tätig sind, um das Wording zu prüfen oder ob alle Aspekte eines Themas im Text abgedeckt sind usw. - eine Automatisierung würde ich das in den meisten Fällen aber nicht nennen. Es wird in Zukunft mehr und bessere Möglichkeiten geben, Content zu automatisieren. Ich bin gespannt, ob wir alle damit auch endlich die Qualität der Texte im Netz steigern oder wieder nur noch mehr Content produzieren.


Artur Kosch - Geschäftsführender Gesellschafter - Kosch Klink Performance

Kosch Klink Performance

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Es kommt ganz auf die Art des Content an. Wenn wir über Text sprechen, gibt es definitiv Branchen wie z.B. im eCommerce in denen es Sinn macht, die Content-Erstellung zu automatisieren. Bei Erstellung von sehr tiefen fachlichen Themen wie z.B. in der Medizin wird sicherlich eine Person mit tiefen Verständnis von der Materie benötigt.

Kommentar Evgeni Sereda: Für eine Themenrecherche ganz an Anfang haben wir ein Tool entwickelt, welches bei dieser hilft. SEMrush Topic Research zeigt die populärsten Überschriften zum Thema und ordnet diese nach Gruppen ein. Probieren Sie es aus!

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Gianna Brachetti-Truskawa - Senior International SEO Manager - bold ventures GmbH

bold ventures GmbH

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Das kommt ganz auf den Fokus, das Budget und den Anspruch an. Gerade bei der Internationalisierung im eCommerce erlebe ich immer wieder, dass große Online-Shops automatisierte Übersetzung wie Google Translate oder DeepL nutzen, um kurzfristig in einen anderen Markt eintreten zu können, statt dafür einen Fachübersetzer oder einen guten, muttersprachlichen Redakteur zu engagieren.

Dabei ist ihnen meistens nicht bewusst, dass sie damit Risiken eingehen, denn automatisierte Übersetzung ist noch nicht so weit, dass sie zielmarktspezifische Erwartungen oder rechtliche Bedingungen sprachlich abbilden kann, ohne dass sie vorher in der Ursprungssprache vorgegeben werden. Viele scheuen aber den hohen Aufwand einer Fachübersetzung oder Texterstellung durch Menschen und sehen sich nicht in der Lage, die Qualifikation von Übersetzern, Redakteuren oder Agenturen einschätzen zu können.

Diese Lücke wollen inzwischen einige Programme füllen, die auf Basis vorgefertigter Bausteine Texte in anderen Sprachen herstellen, indem sie sie durcheinanderwürfeln. Böse Zungen könnten behaupten, es handele sich dabei um eine fortgeschrittenere Art des Content-Spinnings - aber so weit würde ich nicht gehen. Tatsächlich muss man die Textbausteine in der jeweiligen Sprache vorgeben, verschiedene Varianten selbst hinterlegen und Platzhalter setzen, an denen Daten aus einer Datenbank eingespeist werden sollen - etwa Produktname, Größe, Farbe, usw. "Intelligent" wird es an dem Punkt, an dem das Programm die Bausteine nicht nur durcheinanderwürfelt und die Platzhalter korrekt befüllt, sondern auch Verben und Substantive anpasst, damit es keine Fehler gibt (etwa Einzahl/Mehrzahl).

So entstehen mit überschaubarem Aufwand viele einzigartige Texte - die allerdings derzeit immer noch relativ gleichförmig sind. Das funktioniert derzeit gut in den Sprachen Deutsch und Englisch, vorausgesetzt, dass die eigene Datenbasis sauber ist. Diese Methode eignet sich vor allem, wenn man viele gleichförmige Produkte hat und schnell viel Text braucht.

Möchte man aber, dass sich z. B. die Produkte mit der größten Marge im Zielmarkt besonders gut verkaufen (vulgo: konvertieren), sollte man iterativ neue Texte erstellen lassen - von Menschenhand. Der Hauptunterschied zwischen maschineller und menschlicher Texterstellung? Übersetzung und Redaktion sind kein "produzierendes Gewerbe", auch wenn das von Betreibern großer Webseiten und vielen SEOs gern so gesehen wird, sondern komplexe Tätigkeiten mit einem nicht zu unterschätzenden beraterischen Anteil.

Derzeit können Programme die beraterische Funktion - etwa den Hinweis darauf, dass im Zielmarkt eine rechtliche Angabe zwingend erforderlich ist, die im Ursprungsland nicht notwendig oder bekannt ist - noch nicht übernehmen. Wer gern mehr wissen mag - ich habe dazu im Vorfeld meines Vortrags auf der Search Elite ein Interview gegeben: hier lesen.


Raphael Heep - SEO Projektleiter - Fairrank GmbH

Fairrank GmbH

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Ich selbst habe mit solchen Tools noch nicht gearbeitet, kann mir aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen, dass es Programme hinbekommen, Texte von so außerordentlicher Qualität zu erstellen, dass diese den „von Hand geschriebenen“ Content ersetzen können. Es gibt natürlich Tools, die Texte automatisiert erstellen.

Für Webseiten, die auf einen Schlag eine große Anzahl an Unterseiten betexten müssen, ist die gelieferte Qualität sicherlich (vorerst) ausreichend. Jedoch ist es die selbe Thematik, wie bei selbst-fahrenden Autos.

Die Technik dafür ist bereits vorhanden, sie ist jedoch noch nicht so weit entwickelt, dass sie den Menschen ersetzen kann. Manuell geschriebene Texte können gezielter Emotionen erzeugen, den User vom Produkt überzeugen und somit die Conversionrate steigern. Ein Redakteur ist in der Lage sämtliche Fragen zur Thematik zu durchleuchten, sowie diese auf den User zugeschnitten im Text zu verarbeiten.

Programme können Duplicate Content ziemlich gut erkennen und eine große Anzahl an einzigartigen Texten erstellen. Die Frage ist, wie gut sind Suchmaschinen im erkennen solcher Muster? Darin sehe ich in unserer Branche derzeit noch ein Problem. 2018 gibt es meiner Meinung nach noch keine Programme, die das Erstellen hochwertiger, SEO relevanter Texte automatisiert übernehmen.

Des Weiteren denke ich nicht, dass Programme im Jahr 2018 schon so weit sind, den User emotional abzuholen und ein Thema von allen Seiten betrachtet darstellen kann. Wer qualitativ hochwertige Texte bieten möchte, die dem Nutzer einen Mehrwert bieten und gleichzeitig vom Produkt oder der Dienstleitung überzeugen, der kommt um das manuelle Texten nicht herum.


Felix Wunderwald - Head of Marketing - AX Semantics

AX Semantics

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Als Head of Marketing bei AX Semantics arbeiten wir jeden Tag daran, dass Unternehmen ihren Prozess der Content-Erstellung mit unserer Software automatisieren. Dabei ist uns wichtig, dass Texter, Redakteure oder Journalisten ihr Zeit nicht mit Arbeit verbringen, die auch ein Software erledigen kann. Die Unternehmensberatung Gartner geht davon aus, dass 20% aller Business-Texte 2019 automatisiert werden. Es ist also nur eine Frage der Zeit bis diese Zahl steigt und viele Firmen ihre Textproduktion automatisieren.


Bastian Grimm - Director Organic Search - Peak Ace AG

Peak Ace AG

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Ich bin kein Fan von vollautomatisierter Content-Erstellung, da die Qualität weiterhin deutlich zu wünschen übrig lässt; zumindest bei all den mir bekannten Lösungen am Markt. Dennoch steht es aus meiner Sicht außer Frage, dass ein datengetriebener- sowie softwaregestützter-Prozess in jedem Fall hilfreich ist.

Will ich heutzutage Inhalte erzeugen, die resonieren (und nicht nur ranken), geht das nur, wenn ich meinen kompletten Prozess dahingehend ausrichte, primär ebendiese Interessen auch zu berücksichtigen und meine Inhalte dementsprechend zu produzieren. Egal ob ich das in simpler Form, beispielsweise über die manuelle Recherche von Fragen und entsprechenden Antworten zur Anreicherung meiner Inhalte tue, oder deutlich professioneller in Form von vollautomatisiertem Keyword- und Topical-Clustering, wichtig ist: Schaut euch an, was eure (potenziellen) User wollen und produziert nicht Content des Content Willen; von diesem nutzlosen Zeug gibt’s schon mehr als genug!

Kommentar Evgeni Sereda: Haben Sie schon gewusst, dass es von Bastian einen kostenlosen Video SEO-Kurs für Fortgeschrittene gibt? 34 Teile, 5 Stunden Gesamtlänge und 100% kostenlos. SEMrush Academy hat diese Aufzeichnungen gemacht und stellt diese allen auf Englisch zur Verfügung. Hier ansehen.


Lars Weber - CEO - Berlinaten

Berlinaten

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Es kommt darauf an, Kosten und Nutzen. Wichtiger Content in meinen Augen Leuchtturm Content oder Evergreen Content sollte hochwertig produziert werden. Massentexte wie Produktbeschreibungen kann man inzwischen mit künstlicher Intelligenz kostengünstig und gut produzieren. Die Beispiele sind erschreckend gut.


Maximilian Muhr - Head of SEO - HolidayPirates GmbH

HolidayPirates GmbH

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Der Kern der HolidayPirates-Group setzt sich aus manuell kuratierten und geschriebenen Empfehlungen zusammen, die in 10 Ländern Menschen zum Reisen inspirieren. Content ist bei den Urlaubspiraten das Herzstück der Userexperience. Unsere User erwarten gut recherchierte Deals und kreativen Content. Bei uns kommen Tools nur als Unterstützung für die Editoren zum Einsatz. Komplett automatisiert wäre nicht "piratig" genug für uns. Wir wollen unseren Usern handgeschriebene Deals und Inspiration liefern, die oft auf persönlichen Erfahrungen unserer Mitarbeiter beruhen.

Wir haben die Technologie, aus verschiedenen APIs aktuell verfügbare Angebote abzufragen und diese automatisiert nach Parametern zu vergleichen. Doch die Erfahrung und das "Gespür" unserer Dealhunter kann dadurch nur unterstützt und nicht ersetzt werden. Anders sieht es bei rein Fakten getriebenen und vergleichenden Texten aus. Seit einem Jahr experimentieren wir (bisher erfolglos) mit AX-Semantics. Ziel ist es, irgendwann automatisiert datenbasierte, vergleichende Texte zu erstellen als Erweiterung unserer manuellen inspirativen Texte. Für das manuelle Erstellen von Texten nutzen wir im SEO-Team täglich termlabs.io. Das Tool ist sehr nützlich, um bei informativen Texten keinen Aspekt zu vergessen.


Matthäus Michalik - Gründer & Geschäftsführer - CLANEO

CLANEO

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Content muss auch und gerade 2018 mehrere Funktionen erfüllen. Er muss sachgerecht sein, für den Leser interessante Infos in leicht verständlicher Form bieten und dabei suchmaschinengerecht sein. Er muss außerdem einzigartig (unique) sein. UND: Er muss dem Leser Spaß machen, ihn ansprechen. Der SEO-Aspekt ist gewiss heute relativ gut von maschineller Texterstellungssoftware zu erfüllen.

Es mag auch sein, dass er sachgerecht im Sinne von relevanten Informationen maschinell erstellbar ist – letztlich geht es dabei nur darum, den Schreib-Bot mit einer möglichst breiten Datenbasis auszustatten. Auch die Einzigartigkeit eines Texte kann bei automatisierter Texterstellung heute sichergestellt werden, indem man einfach für verschiedene Passagen unterschiedliche Vorlagen einmalig formuliert, auf welche die Software dann zurückgreift.

Je mehr Satzvorlagen sie innerhalb eines Textes verknüpfen kann und je mehr Produktdaten ihr vorliegen, umso einzigartiger wird der Text. Was ein Texterstellungsprogramm aber derzeit nur begrenzt bieten kann, ist, einen kreativen, anregenden, geistreichen, lustigen, unerwarteten Text zu produzieren. Dazu braucht es im Jahr 2018 nach wie vor einen kreativen Geist, wahrscheinlich wird sich das auch noch lange Zeit (oder niemals?) ändern.

Fazit: Geht es um Text als informative Massenware, leisten automatisierte Text-Softwares schon heute zuverlässig gute Dienste. Ist aber Qualität gefragt, will man Leser erst noch von sich überzeugen (beispielsweise, weil er noch gar nicht weiß, was er eigentlich sucht), ist der Online-Redakteur unverzichtbar.


Julius Dücker - CEO - examio.de

examio.de

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Wir bei examio nutzen bisher keine Techniken zur automatisierten Erstellung von Inhalten. Ich denke auch nicht, dass diese Verfahren so gut werden können, wie redaktionell erstellte Inhalte. Im Zentrum einer Suchmaschinen-Strategie steht doch letztlich die Frage, welche Zielgruppe / Persona(s) man mit Inhalten erreichen möchte. Damit zusammenhängend müssen Mechanismen entwickelt werden, mit denen man nicht nur von einem Suchenden a) gefunden wird, sondern wie man diesen b) auch erfolgreich wandelt. Da dieser Zusammenhang tiefe Kenntnisse der Zielgruppe erfordert, denke ich nicht, dass automatisierte Content-Generierung hier aktuell einen wirklichen Mehrwert für ein Geschäftsmodell darstellen kann.


Die Inhalte wurden mit sehr freundlicher 24h Unterstützung von Fabian Rossbacher und Julia Reinarz zur Verfügung gestellt. 

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. 

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Noch 2000 Zeichen
Axel Metayer
Geile Konferenz, beim nächsten Mal bin ich dabei!
Evgeni Sereda
Axel Metayer
Und sie wird noch besser, wenn man hört, was Fabian da gerade vor hat.
Mario Fischer ist "Praktikant" bei der Website Boosting!? x-D So schnell kann's gehen, Herr Chefredakteur! ;-)
Evgeni Sereda
Oliver von individee
Ich habe die Inhalte so bekommen :-) Ich habe keinen Einfluß auf den tatsächlichen Werdegang der hier zitierten Experten .-)
Evgeni Sereda
Das ist lustig :) Wahrscheinlich hat er sich auf der SEO-DAY einfach so ausgegeben aus Gag.
Evgeni Sereda
Oliver von individee
Oder auch nicht? So wird die nächste Sensation geschaffen ;-)
Wolfgang
Als SEO Texter kann man alles zum professionellen SEO Texten auf (VORSICHT! DIESE SEITE IST UNSICHER! ww w wortschmied-eu -SPAMSchutz --- Sicherheitswarnung) finden - dort wird auch ganz klar beschrieben, warum semantischer Content von Menschenhand sein sollte
Wolfgang
Dieser Kommentar wurde gelöscht.
Evgeni Sereda
Wolfgang
Lieber Wolfgang!
Bitte, bitte, mache in deinen Kommentaren keine Werbung. Ich möchte nur ungern deine Kommentare löschen.
Liebe Grüße
Evgeni

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