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Wie begründet man E-Mail-Marketing in einem Start-up: 6 praktische Schritte

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Wie begründet man E-Mail-Marketing in einem Start-up: 6 praktische Schritte

Liza Skripka
Wie begründet man E-Mail-Marketing in einem Start-up: 6 praktische Schritte

In diesem Artikel findest du sechs Schritte, die du gehen musst, um mit dem E-Mail-Marketing in deinem Unternehmen zu beginnen oder es zu optimieren. Dieser Artikel eignet sich auch für Amateurs, denn er liefert viele praktische Tipps und Beispiele.

Kleine Unternehmen und auch Start-ups haben oft keine Ahnung, was man machen muss, um das E-Mail-Marketing im eigenen Unternehmen aufzubauen. Oftmals wissen sie gar nicht, wozu das E-Mail-Marketing überhaupt nützlich ist. „Sind E-Mails fürs Spammen da? Oder ist es eine Art der Kommunikation aus den 90er- und 2000er-Jahren?’’

Nein. E-Mail-Marketing ist eigentlich der König im Königreich des Marketings mit dem allergrößten ROI von circa 380 % !. Das bedeutet, dass für jeden einen $, der gespendet wurde, 38$ empfangen werden. 82 % der B2B und B2C-Firmen betreiben E-Mail-Marketing. Und das Wichtigste: 90 % oder sogar mehr E-Mails werden direkt in die Inbox der Kunden geliefert, aber nur 2 % der Facebook Page Likers werden deine Posts sehen (Forrester Research).

Sind das nun genug Gründe, um mit dem E-Mail Marketing in deinem Unternehmen zu beginnen?

Hier sind die 6 grundlegenden Stufen zu einem erfolgreichen E-Mail-Marketing in deiner Firma:

1. Fange an, mithilfe eines E-Mail-Abonnements oder eines Anwendungsformulars Leads zu generieren

Stellen wir uns mal vor, du hast ein Unternehmen mit einer Website (z. B. auf WordPress oder Joomla). Du hast entschieden, dass es die perfekte Zeit ist, um dich mit E-Mail-Marketing zu beschäftigen. Aber wo findest du Subscribers, denen du deinen Newsletter senden kannst?

Um die E-Mails zu sammeln, musst du ein E-Mail-Abonnement oder ein Anwendungsformular erstellen.

Falls du eine Website auf Wordpress oder auf Joomla hast, kannst du einfach in den Widgets eine E-Mail-Abonnementform wählen und aktivieren. Dasselbe gilt für das Anmeldungsformular, das du auch in WordPress finden kannst.

Diese Forms befinden sich normalerweise in der rechten oberen oder unteren rechten Ecke der Webseite.

Source: iamaileen.com

Source: Jawbone

Aber es gibt doch Außnahmen, wie z. B. ZARA.

Source: Zara

Um mehr Subscriber zu bekommen, erstellen die Firmen oft zahlreiche Pop-ups. Es gibt viele Studien, die anführen, dass diese Pop-ups sogar schädlich sein können. Außerdem hat Ben Harmanus aus Unbounce in seinem Webinar erzählt, dass die Pop-ups lieber vermieden werden sollten. Um aber kurzfristig mehr Subscribers zu bekommen, funktioniert es.

Eine andere Möglichkeit ist es, User und Subscribers durch spezielle Landing-Pages zu bekommen. Falls du ein tolles Webinar durchführen kannst oder ein E-Book geschrieben hast, kannst du sie gratis anbieten, indem du aber die User nach ihren E-Mail-Adressen fragst.

Tipp 1: Wenn du die persönlichen Daten von deinen Kunden durch ein Formular sammelst, musst du natürlich auch eine Datenschutzerklärung erstellen und diese auf deiner Seite veröffentlichen. Ein Beispiel von einer guten Datenschutzerklärung findest du hier.

Tipp 2: So was darf man NIE machen: Eine E-Mail-Datenbank kaufen. Warum? Erstens ist das illegal! Du kannst nur die Menschen erreichen, die ihre Adressen auch selbst hinterlegt haben. Zweitens: Das wird nur deine Markenreputation verletzen, denn dein Unternehmen wird als Spam wahrgenommen.

2. Wähle ein E-Mail-Marketing-Tool, das dir am besten passt

Es gibt eine große Menge von E-Mail-Marketing-Tools, die anfängerfreundlich und ziemlich billig (oder sogar kostenlos) sind. Der meist verbreitetste ist wahrscheinlich Mailchimp. Falls du eine Datenbank von weniger als 2000 E-Mails hast, kannst du Mailchimp kostenlos benutzen (aber dafür wirst du jedoch das Mailchimp-Logo in allen deinen E-Mails haben).

Source: mailchimp.com

Andere kostenlose E-Mail Marketing-Tools sind die Folgenden:

VerticalResponse, wo du 300 Kontakte in der Database haben kannst (Das ist gar nicht viel, aber trotzdem nicht so schlecht für Anfänger).

Auch mit Sendicate kannst du bis zu 500 Subscribers haben (und weniger als 1000 E-Mails pro Monat schicken).

Noch ein tolles Tool, das es erlaubt, an 1000 Subscribers eine unbegrenzte Anzahl von E-Mails zu schicken, ist MailerLite.

Es gibt auch andere Tools wie Mad Mimi (startet bei 10$ pro Monat für 500 Subscribers in der Liste).

Source: madmimi.com

Natürlich gibt es auch ganz komplexe Systeme wie ActOn, Hubspot oder Pardot, aber die zu benutzen ist sehr teuer und es lohnt sich nur, wenn man sehr viele Funktionen und viele entwickelte E-Mail-Triggers haben möchte.

Tipp: Hab keine Angst, dass du viel Zeit brauchst, um dich mit dem Tool bekannt zu machen: Das Interface der Tools ist heutzutage sehr benutzerfreundlich. Nach einer halben Stunde bist du schon ein Pro.

Mehr über die Vorteile und Nachteile verschiedener Tools kannst Du hier lesen.

3. Integriere dein Formular und dein E-Mail-Marketing-Tool durch eine Extension oder ein Plug-In

Damit deine Subscribers in die Liste bei beispielsweise Mailchimp kommen, musst du dein Sign-Up-Formular auf der Seite und die Liste deiner E-Mail-Marketing-Software integrieren. Auf WordPress kannst Du zahlreiche Plug-ins finden und installieren, aber das hängt davon ab, welches Tool du gewählt hast.

Was Joomla betrifft, musst du eine Extension, so wie CMC herunterladen, die durch API von Mailchimp mit deiner Website integriert wird. Diese Extension kannst du hier finden.

Source: wordpress.org

4. E-Mail-Strategie erstellen

Na, wenn du alles ganz gut integriert hast, kannst du schon deine E-Mail-Marketing-Strategie ausarbeiten. Du sollt entscheiden WAS du WEM, WANN und WIE OFT schicken wirst. Das alles hängt natürlich von den Zielen und der Positionierung deiner Firma ab.

  • Was (welche Typen von E-Mails, z. B. Ein Digest und ein Promo-Deal)
  • Wem (Segmente deiner Subscribers, z. B. die Subscribers aus Hamburg)
  • Wann (z. B. montags und samstags um 13 Uhr)
  • Wie oft (z. B. zweimal pro Woche)

WAS:

Zuerst musst du entscheiden, welche E-Mails du schicken möchtest. Erinnere dich daran, dass eine E-Mail nur einen Zweck haben sollte (außer Digest und Newsletters, die informativ sein müssen).

Beispielsweise lädst du deine Subscribers zu einem Webinar ein. In diesem Fall muss deine E-Mail einen deutlichen Zweck haben, nämlich die Einladung. Möchstest du noch die Menschen über eine Aktualisierung informieren, brauchst du am besten eine andere E-Mail. Canva hat’s genagelt:

Source: canva.com

WEM:

Für die besten Ergebnisse musst du deine E-Mail-Datenbank segmentieren, damit die E-Mails für deine Subscribers relevant und interessant sind. Hast du einen Start-up in Bonn, dessen Service nur Kunden in Köln und Bonn bedient, dann musst du ein Segment mit den Subscribers aus diesen zwei Städten erstellen und die E-Mail nur an dieses Segment schicken.

WANN:

Um zu erfahren, welche Zeit die beste ist, um deine E-Mails zu versenden, kannst du natürlich in verschiedenen Studien und Recherchen nachlesen, aber was genau für dich funktioniert, kannst du nur selber erfahren. Bei uns in SEMrush, zum Beispiel,haben die E-Mails, die um 2 bis 4 Uhr am Dienstag versendet wurden, den besten Open- und Clickrate.

WIE OFT:

Zu guter Letzt musst du auch entscheiden, wie oft du deine E-Mails versenden möchtest. Ich würde ca. 1-2 Mal pro Woche empfehlen, aber hier gilt dasselbe Prinzip wie bei dem vorherigen Punkt: Du musst verschiedene Varianten ausprobieren und verstehen, was für dich das Beste ist.

5. Das Design und die Erstellung von E-Mails

Viele große Firmen haben natürlich Native Designs (die nicht in einem Visual Redaktor gemacht wurden) und am besten auch einen Designer im Office. In einem Start-up lohnt es sich oftmals nicht, einen Spezialisten für das E-Mail Design zu haben.

Deswegen bieten die meisten E-Mail-Marketing-Softwares einen visuellen Builder, wo du selbständing und sogar ohne HTML- oder/und CSS-Kenntnisse dein eigenes E-Mail-Template erstellen kannst.

Wenn du kein Budget für Design hast, ist es okay, selbst E-Mails zu erstellen, aber wenn du jedoch für die Zukunft vorarbeiten möchtest, ergibt es vielleicht Sinn, mit einem Designer zusammen zu arbeiten und ein Paar guter Templates zu erstellen.

Wie soll eine ideale E-Mail sein?

Laut ConvertKit muss eine perfekte E-Mail kurz, organisiert (headers, bulletpoints) und freundlich sein. Mailjet fügt auch das Storytelling hinzu: Die E-Mail sollte also wirklich eine Geschichte deiner Firma erzählen, wodurch die Kunden-Loyalty aufgebaut wird.  

Bestandteile einer guten E-Mail

  • Eine strukturierte und anregende Betreffzeile
  • Header mit deinem Logo oder/und deinen sozialen Netzwerken
  • Persönliche Begrüßung
  • Titel und Überschrift
  • Videos, Photos oder GIFs
  • Inhalte mit Stichpunkten
  • Liebe Grüße am Ende der E-Mail
  • Abmeldungslink (Opt-Out Taste)

Einige gute Beispiele von E-Mails kannst du hier finden:

Welcome E-Mail:

7fef4d62336bf504fb8d42224fd3ed1d.png

Einladung zu einer Abfrage:

source: MailChimp

Digest:

28e41321a6127d128ec93203c0e2a758.png

Update-E-Mail:

8282c370ef091ad2da966b56bea8b453.png

Tipp: Vergiss nicht, dass du eine Opt-out Taste in deiner E-Mail haben musst, damit deine Subscribers eine Möglichkeit haben, sich von deinen E-Mails abzumelden.

6. Die Analyse von den Ergebnissen

Na jetzt hast du schon eine E-Mail-Marketing-Strategie, wunderbare Templates und auch das ganze Integration-mit-dem-E-Mail-Tool-Ding. Du musst nur noch rechtzeitig Content schreiben und die E-Mails versenden, nicht wahr? Und das war es. Hier ist dann deine Arbeit vorbei?

Nein, na klar nicht.

Im E-Mail-Marketing muss man alles immer testen, checken, ändern und verbessern. Und wie macht man das? Durch eine Analyse deiner Ergebnisse!

Was gibt’s dort zu analysieren?

Für den Anfang sollten die Open rate, die Klick und die Unsubscribe rate analysiert werden. Die Open rate indiziert, welcher Prozentteil deiner Abonnenten die E-Mail geöffnet hat. Die Open rate hängt meistens davon ab, wann du deine E-Mail geschickt hast, was du in deiner Subject line geschrieben hast und wer der Absender der Mail ist (Benutzername oder Markenname). Das alles spielt eine große Rolle.

Die Click Rate oder Click to Open Rate zeigt mehr Details über dein User Engagement oder wie interessant die Menschen deinen Content finden. Auch die Opt-Out rate zeigt, wie interessiert die Kunden an deinem Newsletter sind. Die Opt-Out rate sollte im besten Fall ziemlich niedrig sein. Eine höhere Rate indiziert, dass deine Kunden entweder enttäuscht von deinem Content sind oder dass du deinen Newsletter einfach zu oft geschickt hast.

In all diesen Fällen kannst du das A/B Testen durchführen. Im E-Mail-Marketing geht es immer um das A/B Testen. Ein Beispiel dafür ist Folgendes: Bei einigen Menschen werden die E-Mails besser geöffnet, falls sie mit dem Namen eines Mitarbeiters versendet wurden, z. B. Liza aus SEMrush. Doch für die anderen hätte SEMrush Team bessere Open-Rates.

Es gibt es auch viele andere Metriken, wie die Spam Rate (wie viele Menschen deine E-Mails ins Spam geschickt haben) oder die Bounce Rate (wie viele von deinen E-Mails geliefert wurden). Über sie kannst du hier mehr lesen.

Tipp: Wenn du das A/B-Testing durchführst, musst du darauf achten, dass deine Ergebnisse statistisch signifikant sind. Dafür kannst du diesen Service benutzen. 

Diese 6 Stufen sind die Grundlagen des E-Mail-Marketings für Anfänger. Wenn du diesen Schritten sukzessive folgst, wirst du das E-Mail-Marketing in deinem Unternehmen oder in deinem Start-up erfolgreich begründen bzw. optimieren.

Gerne kannst du deine Fragen und Kommentare hier lassen. Ich werde mich freuen, darauf zu antworten.

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Passionate about Online Marketing with E-mail Marketing and Social Media background. Proud alumni of the University of Edinburgh (MSc in Marketing). Travel blogger and photographer (http://tripsget.com). Instagram addict.
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