Wir haben diesen Artikel aus dem Englischen ins Deutsche übertragen. Klicke hier, um den Originalartikel zu lesen. Wenn dir am Inhalt Probleme auffallen, schicke uns gerne eine Nachricht an report-osteam@semrush.com.
Gehen wir ein paar Grundlagen durch, bevor wir unsere SEO-freundliche Checkliste für die Website-Migration vorstellen.
Was ist Website-Migration?
Website-Migration ist der Prozess, bei dem tiefgreifende Änderungen an der Technologie, der Struktur, dem Design oder dem Standort einer Website vorgenommen werden. Das Ziel ist in der Regel, die Nutzerfreundlichkeit und die SEO-Leistung der Website zu verbessern.
Die Migration ist ein anspruchsvoller Prozess. Du solltest einen wirklich guten Grund haben, diese Herausforderung auf dich zu nehmen.
Einige der häufigsten Gründe für die Migration einer Website sind:
- Umstieg auf ein neues Framework oder eine neue Website-Plattform: Umstieg von deinem bestehenden Framework auf ein neues wie WordPress oder Wix. Dies kann sinnvoll sein, wenn du die Leistung, Sicherheit oder Funktionalität deiner Website verbessern möchtest.
- Änderung deiner Website-Architektur: Einführung einer besser organisierten Website-Struktur. Dies kann die Nutzerfreundlichkeit und die SEO-Performance verbessern.
- Wechsel von HTTP zu HTTPS: Ein Wechsel von HTTP zu HTTPS hilft, deine Website sicher zu machen, indem die Informationen der Besucher verschlüsselt werden. HTTPS wird von Google nachdrücklich empfohlen.
- Umzug auf einen neuen Server: Der Wechsel zu einem neuen Host kann deine Website insgesamt beschleunigen, insbesondere wenn sie wächst. Eine schnelle Website ist gut für Besucher und Suchmaschinen.
- Änderung deines Domainnamens: Möglicherweise änderst du deinen Domainnamen im Rahmen eines Rebrandings. In diesem Fall solltest du deine alten Inhalte auf die neue Website verschieben.
Wirkt sich die Website-Migration auf die SEO aus?
Eine Website-Migration hat in der Regel zunächst negative und langfristig positive Auswirkungen auf die SEO.
Der Grund dafür ist, dass Suchmaschinen Zeit brauchen, um die Änderungen zu verarbeiten, die du an deiner Website vorgenommen hast. Aber letztendlich sollten sie erkennen, dass sich deine Website zum Besseren verändert hat. (Einmal angenommen, dass dies auch der Fall ist.)
Um die negativen Auswirkungen auf deine SEO zu minimieren, solltest du einige Best Practices für die Website-Migration befolgen.
Sehen wir sie uns an.
Eine detaillierte Checkliste für die Website-Migration
Gehen wir den Prozess der Website-Migration Schritt für Schritt durch:
Teil 1: Vorbereitung auf die Migration
Zuerst muss eine ganze Reihe von vorbereitenden Schritten erledigt werden – unabhängig davon, welche Art von Migration du implementierst.
1. Erstelle einen Plan für deine SEO-Migration
Eine sorgfältige Planung verringert das Risiko, dass während der Website-Migration Probleme auftreten. Oder danach.
Welches sind also die ersten Schritte?
- Ziele definieren. Lege Ziele fest, um deine Planung zu fokussieren.
- Diese Anleitung lesen. Mache dich mit dem gesamten Prozess der Website-Migration vertraut, bevor du zur Tat schreitest. Dadurch reduzierst du das Fehlerrisiko.
- Benchmarks sammeln. Sammle Daten aus Analysetools wie Semrush, Google Search Console (GSC) und Google Analytics 4 (GA4), damit du später Vergleiche anstellen kannst.
- Dein Team zusammenstellen. Weise alle Spezialisten zu oder hol dir die Verstärkung, die du für das Projekt benötigst. Du brauchst auf jeden Fall die Hilfe eines Entwicklers und jemanden mit Know-how im Bereich technische SEO.
- Eine Zeitleiste erstellen. Verwende die Ratschläge in diesem Leitfaden, um einen realistischen und strategischen Zeitplan für das Projekt festzulegen. Denke dabei an Monate – nicht an Tage oder Wochen.
2. Bereite dich auf deinen Migrationstyp vor
Du musst ein paar Dinge vorbereiten, bevor du etwas an deinem Code änderst. Und diese Maßnahmen hängen vom Migrationstyp ab:
- Domain-Änderung: Kaufe die neue Domain und konfiguriere deine DNS-Einstellungen (die entscheidend sind, um deine Website im Internet zugänglich zu machen)
- Wechsel des Hosting-Anbieters: Wähle den richtigen Hosting-Anbieter aus und richte dein Konto ein
- HTTP zu HTTPS: Hole dir ein SSL-Zertifikat von deinem Hosting-Provider oder einem seriösen Drittanbieter, um eine sichere (verschlüsselte) Verbindung zu deiner Website zu ermöglichen
- Plattformwechsel: Wähle deine neue Website-Plattform aus und richte dein Konto ein
Unabhängig davon, welche Art von Website-Migration du planst, solltest du einen Entwickler bitten, ein Backup deiner Website zu erstellen. Nur für den Fall, dass an der Version, die du bearbeitest, etwas schiefgeht.
Sinnvoll ist außerdem, zu diesem Zeitpunkt ein technisches SEO-Audit durchzuführen.
Mit dem Site Audit von Semrush kannst du Probleme bei der Sicherheit, der Crawlbarkeit, der internen Verlinkung, der Ladezeit und vielen weiteren Aspekten deiner Website schnell identifizieren.

Diese Informationen können dir helfen, strategischere Entscheidungen für eine SEO-freundliche Migration deiner Website zu treffen.
3. Erstelle eine Kopie deiner Website
Als Nächstes erstellst du eine Kopie deiner Website. Diese kann als sichere Testumgebung (auch als Entwicklungs- oder Staging-Umgebung bezeichnet) fungieren, in der du Änderungen vornehmen kannst, ohne die Online-Version der Website zu beeinträchtigen.
Am besten lässt du hierfür einen Entwickler ran, aber der Prozess beinhaltet in der Regel:
- Das Kopieren der Dateien deiner Website unter eine neue Subdomain (z.B. staging.beispiel.de)
- Das Duplizieren deiner Datenbank und die Verbindung dieser Kopie mit den Dateien der duplizierten Website
- Die Aktualisierung der Konfiguration der kopierten Website, um sicherzustellen, dass sie auf die neue Datenbank verweist, und die Anpassung der erforderlichen Einstellungen (z.B. URLs)
Wenn die Online-Version deiner Website ein Content Delivery Network (CDN) verwendet (eine Netzwerk von Servern auf der ganzen Welt, das Inhalte je nach deren Standort an die Nutzer ausspielt), vergiss nicht, es auch auf deiner Staging-Website einzurichten. So kannst du sicherstellen, dass es auch mit deiner neuen Website gut funktioniert.
4. Blockiere den Zugriff auf deine Staging-Website
Du musst Suchmaschinen daran hindern, auf deine Testseite zuzugreifen. Andernfalls könnte sie in den Suchergebnissen erscheinen, bevor sie fertig ist.
Zunächst empfehlen wir dir, einen Passwortschutz hinzuzufügen, um sowohl Nutzer als auch Website-Crawler auszusperren. Viele Hosting-Anbieter ermöglichen dies über die Hosting-Einstellungen.
Füge dann jeder Seite auf deiner Staging-Website ein Noindex-Tag hinzu.
Dies ist ein Meta-Robots-Tag, das Crawler anweist, die Seite nicht in die Suchergebnisse aufzunehmen. Und es sieht so aus:
<meta name="robots" content="noindex">In wenigen Schritten führen wir einen Test durch, um sicherzustellen, dass Suchmaschinen deine Staging-Website richtig crawlen können, bevor sie live geschaltet wird. Durch Noindex-Tags verhinderst du also, dass deine Seiten in den Suchergebnissen angezeigt werden, während du noch experimentierst.
Wenn du später ein technisches Audit einrichtest, kannst du dem SemrushBot erlauben, diese Richtlinien zu umgehen.
5. Bereite die neue Website vor
Jetzt ist es an der Zeit, Änderungen entsprechend den Migrationszielen deiner Website vorzunehmen. Dies kann beispielsweise beinhalten, ein neues Design-Layout zu übernehmen oder deine Website-Struktur zu ändern.
Beachte, dass es am besten ist, nicht viele große Änderungen auf einmal vorzunehmen. Ändere beispielsweise nicht deine Domain in derselben Migration, in der du weitreichende strukturelle Umbauten umsetzt.
Die Durchführung mehrerer, kleinerer Migrationen ist in der Regel besser handhabbar als die Durchführung einer einzelnen, großen Migration.
Dieser Ansatz ermöglicht es außerdem Suchmaschinen und Nutzern, sich Schritt für Schritt an die Änderungen anzupassen. Dadurch kannst du Einbrüche deines Traffics minimieren. Gleichzeitig wird es leichter, Änderungen zu isolieren, die Probleme verursachen.
6. Richte Google Analytics 4 auf deiner Staging-Website ein
Erstelle eine neue GA4-Property oder einen neuen Datenstrom für deine Staging-Website. Installiere dann den Tracking-Code.
So kannst du die Ereignisse (Benutzerinteraktionen) vorbereiten, die du verfolgen möchtest, und sicherstellen, dass die Daten korrekt erfasst werden. Dann entgeht dir nichts Wichtiges, sobald die Website online geht.
7. Führe ein technisches SEO-Audit auf deiner Staging-Website durch
Indem du ein technisches SEO-Audit auf deiner Staging-Website durchführst, kannst du potenziell schädliche Fehler beheben, bevor sie in deine Live-Umgebung migriert werden.
Das Site-Audit-Tool von Semrush macht es ganz einfach.
Gib deine Staging-Domain ein und klicke auf "Audit starten".

Nun gilt es die Grundeinstellungen zu konfigurieren:
- Crawl-Bereich: Wenn du eine Staging-Subdomain verwendest, klicke auf das Bleistiftsymbol, um sie anzugeben
- Begrenzung der überprüften Seiten: Stelle sicher, dass diese Zahl hoch genug ist, um alle Seiten auf deiner Staging-Website abzudecken
- Crawl-Quelle: Belasse es vorerst bei der Einstellung "Website"

Befolge die Anweisungen, um die übrigen Einstellungen zu konfigurieren.
Aktiviere im fünften Schritt das Kontrollkästchen neben "Disallow-Regeln in robots.txt und im Robots-Meta-Tag umgehen". Dann ignoriert SemrushBot deine Disallow-Direktive und Noindex-Tags.
Gib außerdem unter "Mit meinen Anmeldeinformationen crawlen" die Anmeldedaten deiner Website an.

Wenn du fertig bist, klicke auf "Site Audit starten".

Das Tool führt nun über 140 Prüfungen an deiner Staging-Website durch.
Wenn dein Audit fertig ist, wirf einen Blick auf deinen Site Health Score, um ein Gefühl für die voraussichtliche Performance deiner Website zu bekommen.
Konzentriere dich dann auf die "Fehler". Dies sind schwerwiegende Probleme, die sich nach der Migration deiner Website ernsthaft auf deine SEO auswirken könnten.

Aber es lohnt sich auch, die "Warnungen" und "Hinweise" durchzusehen.
Klicke sie an, um eine vollständige Liste der Probleme anzuzeigen. Dazu erhältst du Ratschläge, warum und wie du sie beheben solltest.

Nachdem du alle Korrekturen implementiert hast, führe das Audit erneut durch, um zu überprüfen, ob nun alles richtig funktioniert.
Du solltest eine Verbesserung bei der Site Health sehen.

8. Gewähre dem Googlebot temporären Zugriff auf deine Staging-Website
Wenn du mit deiner Staging-Website zufrieden bist, gib dem Website-Crawler von Google (Googlebot) temporären Zugriff. So stellst du sicher, dass Google die Website ordnungsgemäß crawlen und indexieren (also deine Webseiten finden und speichern) kann.
Dazu musst du den Passwortschutz entfernen.
Füge dann deine Website in der Google Search Console (GSC) hinzu und verifiziere sie. Gehe zu "Indexierung" > "Seiten".
Nach einiger Zeit solltest du feststellen, dass alle deine Seiten "nicht indexiert" sind. Das bedeutet, dass der Googlebot die Seiten crawlen kann und die noindex-Tags ordnungsgemäß funktionieren.

Wenn Seiten fehlen oder Indexierungsfehler auftreten, die nichts mit den Noindex-Tags zu tun haben, könnte es ein Problem geben, das sich nach der Migration auf deine SEO auswirkt.

Untersuche und behebe diese Probleme mit der Crawlbarkeit.
Dann kannst du den Passwortschutz wieder aktivieren. Und nun kommen wir zum nächsten Schritt.
9. Aktualisiere deinen DNS-TTL-Wert
Wenn du zu einem neuen Hosting-Anbieter migrierst, ändert sich deine IP-Adresse (die Adresse, die Computer verwenden, um deine Website zu finden).
Aktualisiere deinen DNS-TTL-Wert bei deinem aktuellen Anbieter, um sicherzustellen, dass andere Computer deine Website nach dem Umzug schnell finden (und Besucher an den richtigen Ort senden).
TTL steht für "time to live". Der TTL-Wert teilt Computern mit, wann sie nach einer möglichen Änderung deines DNS-Datensatzes suchen müssen.
Wenn du also deinen TTL-Wert senkst, wird deine neue IP-Adresse schneller im Internet bekannt.
Diese Änderung sollte aber nur vorübergehend sein. Niedrige TTL-Werte können nämlich zu Leistungsproblemen führen.
Teil 2: Zuordnen neuer URLs zu alten URLs
Wenn du deine Domain- oder URL-Struktur änderst, musst du die alten URLs den neuen URLs zuordnen. Dann kannst du die notwendigen Weiterleitungen einrichten und deine Links aktualisieren.
Andernfalls kannst du zu Teil 3 springen.
10. Erstelle eine Liste deiner aktuellen URLs
Zuerst gilt es eine Bestandsaufnahme aller Inhalte auf deiner Website zu machen.
Um eine möglichst korrekte Liste zu erstellen und nichts Wichtiges zu übersehen, kompilierst du am besten Daten aus mehreren Quellen. Darunter:
- Site Audit: Exportiere die URLs, die SemrushBot gecrawlt hat
- GSC: Exportiere die URLs, die der Googlebot gecrawlt und indexiert hat
- GA4: Exportiere die URLs, die Nutzer besucht haben
- Backlink Analytics: Ermittle Seiten auf deiner Website, die Ziele von Backlinks sind
- XML-Sitemap: Dies ist die Datei, die die URLs enthält, die du indexieren möchtest
Achte darauf, alle doppelten URLs zu löschen.
Alternativ verfügt dein Content Management System (CMS) vielleicht über ein Tool oder Plugin, mit dem du eine Liste der URLs deiner Website erstellen kannst.
11. Lege fest, welche Seiten weitergeleitet und welche gelöscht werden sollen
Jetzt muss dein Team planen, was mit deinen alten URLs passieren wird.
Wenn der Inhalt an einen neuen Ort verschoben wird, solltest du eine serverseitige 301-Weiterleitung von der alten URL zu ihrem neuen Gegenstück erstellen.
(z.B. von http://www.beispiel.de/ nach https://www.beispiel.de/.)
Eine 301-Weiterleitung stellt sicher, dass Besucher, die die alte URL verwenden, das neue Ziel erreichen.
Gleichzeitig teilt sie den Suchmaschinen mit, dass sich die Ressource dauerhaft verschoben hat. So wird die Autorität jeder Seite auf die neue URL übertragen.
Dies kann dazu beitragen, Verlusten von Rankings und Traffic vorzubeugen.

Du solltest Inhalte aber nicht weiterleiten, wenn auf der neuen Website keine äquivalente URL dafür vorhanden ist.
Angenommen, du hast veraltete Blog-Posts, die du nicht auf deine neue Website übertragen möchtest. Vielleicht kommst du auf die Idee, diese URLs auf deine neue Blog-Homepage weiterzuleiten. Dies kann bei den Nutzern jedoch zu Verwirrung führen.
Deshalb raten die Suchmaschinen davon ab und es ist nachteilig für die SEO.
Stattdessen sollten diese alten URLs einen 410-Statuscode zurückgeben. Damit wird Suchmaschinen (und Besuchern) mitgeteilt, dass die Ressource dauerhaft entfernt wurde.
Am Ende solltest du eine Karte deiner URLs haben, die in etwa so aussieht:

12. Aktualisiere die URLs auf deiner Staging-Website
Nun bist du bereit, Instanzen der alten URLs auf deiner Staging-Website zu ersetzen oder zu entfernen.
Dadurch wird sichergestellt, dass keine Links zu gelöschten Seiten vorhanden sind. Und keine Links, die unnötige Weiterleitungen durchlaufen, die deine Website verlangsamen und der SEO schaden können.
Überprüfe alle URLs an folgenden Orten:
- A href-Links: Standardmäßige, anklickbare Hyperlinks. Diese werden in deiner Hauptnavigation, der Fußzeile, dem Seiteninhalt usw. angezeigt.
- Die XML-Sitemap: Die Datei, die alle URLs definiert, die Suchmaschinen indexieren sollen.
- Robots.txt: Die Datei, die alle URLs definiert, die du blockieren möchtest. Sie sollte auch die URL für deine XML-Sitemap enthalten.
- Canonical-Tags: Dieser Code wird verwendet, um die bevorzugte Version einer Seite anzugeben. Wenn die Seite keine Duplikate enthält, sollte das Canonical-Tag die Seite selbst referenzieren.
- Hreflang-Tags: Dieser Code wird verwendet, um alle übersetzten Versionen einer Seite anzugeben. (Sie sind unnötig, wenn du deine Inhalte nicht in verschiedenen Sprachen bereitstellst.)
Berücksichtige darüber hinaus alle anderen wichtigen Orte auf deiner Website.
13. Führe letzte Tests an deiner Staging-Website durch
Prüfe abschließend noch einmal deine Staging-Website, um sicherzustellen, dass alles gut aussieht, bevor du die Migration startest.
Hier ist eine kurze Checkliste:
- Führe das Site Audit erneut durch, um wichtige Probleme aufzuspüren
- Beachte ggf. die Empfehlungen in der GSC
- Prüfe die Website-Funktionalität auf Desktop- und Mobilgeräten
- Stelle sicher, dass keine Platzhalterinhalte vorhanden sind (z.B. "Lorem ipsum ...")
- Stelle sicher, dass GA4 alle Daten erfasst
- Achte darauf, dass deine Website rechtskonform ist (z.B. die Datenschutzrichtlinie)
Teil 3: Abschluss der Migration
Und jetzt schreiten wir zur Tat. Aus deiner alten Website wird die neue.
14. Halte den aktuellen Website-Status fest und sichere deine Inhalte
Dies ist deine letzte Chance, Daten für deine aktuelle Website zu sammeln, die du später für Vergleiche verwenden kannst (z.B. Site-Audit-Ergebnisse, GA4-Berichte).
Sichere außerdem alle deine Inhalte. Auch deine Meta-Tags, Meta-Titel usw.
Wie du deine Website sicherst, hängt davon ab, wie sie gehostet wird. Möglicherweise kannst du dies über das Control Panel deines Website-Hosts erledigen. Wenn du ein CMS wie WordPress verwendest, sind vielleicht nützliche Plugins verfügbar.
Hol dir grünes Licht von allen an der Website-Migration Beteiligten, bevor du mit dem nächsten Schritt fortfährst.
15. Bewerte die Komplexität und migriere in Einzelschritten
Verschiedene Seiten deiner Website können unterschiedliche Probleme bei der Migration aufwerfen. Das liegt daran, dass sie unterschiedlichen Zwecken dienen und unterschiedliche Eigenschaften aufweisen.
Je mehr Seiten du auf einmal verschiebst, desto wahrscheinlicher tauchen Fehler auf. Und desto schwieriger wird es, die Ursache zu finden.
Wenn du also eine große Website betreibst, empfehlen wir dir, deine Inhalte abschnittsweise zu verschieben (z.B. nach Inhaltstypen). Beginne mit den am wenigsten wichtigen oder kleineren Segmenten.
Und führe nach jeder Aktion Tests durch.
16. Aktualisiere die DNS-Einstellungen
Wenn du auf einen neuen Server wechselst, musst du deinen DNS-Eintrag so ändern, dass er auf die neue IP-Adresse verweist.
Wende dich dazu an deinen Hosting-Anbieter und fordere die Änderung an.
Stelle sicher, dass auch dein TTL-Wert wieder normal ist.
17. Entferne alle temporären Website-Blöcke
Stelle sicher, dass deine neue Website für Benutzer und Suchmaschinen-Crawler verfügbar ist.
Das bedeutet, Folgendes zu entfernen:
- Passwortschutz
- Unnötige Noindex-Tags im HTML
Führe anschließend bei Semrush dein Site Audit erneut durch und suche im Bericht "Crawlbarkeit" nach Problemen.

18. Aktiviere Weiterleitungen und Statuscodes
Aktiviere an dieser Stelle alle deine Weiterleitungen. Lösche alle Seiten, die nicht verschoben werden (mit 410-Statuscodes).
Um zu überprüfen, ob alles korrekt funktioniert, führe dein Site Audit erneut aus und gehe zu "Probleme“".

Im Abschnitt "Fehler" siehst du, wie viele Seiten einen 4XX-Statuscode (z.B. 410) zurückgeben.
Im Abschnitt "Hinweise" sind alle URLs mit permanenten Weiterleitungen aufgeführt.

Klicke auf "X [Anzahl] URLs", um alle entsprechenden URLs anzuzeigen und zu überprüfen, ob sie korrekt sind.

19. Schließe SEO-Aufgaben in der Google Search Console ab
Nun stehen ein paar Handgriffe in der Google Search Console an.
Gehe zuerst zu "Einstellungen" > "Bestätigung der Inhaberschaft" und überprüfe, ob du ein bestätigter Inhaber auf deiner neuen Website bist. Wenn nicht, musst du möglicherweise die bereitgestellte HTML-Datei auf deine neue Website hochladen.

Wenn du auf eine neue Domain umgezogen bist, gehe zurück zu "Einstellungen" und klicke auf "Adresse ändern".
Fülle das bereitgestellte Formular aus, um die Indexierung deiner neuen Seiten zu beschleunigen. So minimierst du deine Ranking-Verluste.

Gehe als Nächstes zu "Indexierung" > "Sitemaps" und reiche die XML-Sitemaps für deine alte Website und deine neue Website ein.
Dies hilft Google, die Weiterleitungen von den alten URLs zu den neuen zu finden. Gleichzeitig kannst du so den Indexierungs-/Entfernungsprozess überwachen.
Reiche schließlich alle Disavow-Dateien mit unerwünschten Links von deiner vorherigen Domain erneut ein. Andernfalls könnten diese potenziell toxischen Backlinks das Ranking deiner neuen Website beeinträchtigen.
20. Aktualisiere externe Links, soweit möglich
Nach Möglichkeit solltest du alle externen Links (Links zu deiner Website von anderen Domains) aktualisieren, die auf deine alten URLs verweisen. So kannst du verhindern, dass sie auf eine gelöschte Seite oder eine Weiterleitung verweisen.
Veraltete Links können auch abseits der Website vorhanden sein, wie zum Beispiel:
- In Social-Media-Profilen
- In Online-Unternehmenseinträgen
- In Materialien digitaler Werbekampagnen
Bei Links, auf die nur andere Parteien zugreifen können, versuche diese zu kontaktieren und bitte sie, die Links zu aktualisieren.
Du kannst Backlinks zu deiner alten Website mit Backlink Analytics von Semrush aufspüren.
Gib einfach deine alte Domain ein und gehe dann zum Bericht "Backlinks".

Richte danach das Backlink Audit für deine neue Website ein. So kannst du die eingehenden Links zu deiner neuen Website einfach überwachen.

Teil 4: Überwachung der Migration
Durch die Überwachung der Website-Leistung nach der Migration kannst du Probleme frühzeitig erkennen (und beheben). Und Verbesserungsmöglichkeiten identifizieren.
Kommen wir nun zu den letzten Schritten unserer SEO-freundlichen Checkliste für die Website-Migration:
21. Suche mit Site Audit, GA4 und GSC nach Problemen
Führe dein Site Audit nach dem Umzug erneut durch. Gehe zu "Crawls vergleichen", um zu sehen, ob sich die Anzahl der Probleme geändert hat.
Wenn neue Probleme vorhanden sind, klicke dich durch, um sie zu untersuchen.

Behalte auch die Berichte in der GSC im Auge.
Wichtig ist nicht zuletzt der Bericht "Seitenindexierung", der anzeigen sollte, dass deine neuen Seiten indexiert und deine alten Seiten deindexiert wurden.

Verwende zu guter Letzt GA4, um Traffic und Conversions zu verfolgen. Vergleiche die Daten mit deinen Benchmarks.
Es ist normal, dass die Ergebnisse nach einer Website-Migration vorübergehend einbrechen. Aber wenn bestimmte Seiten schlechter abschneiden als andere, wirf einen näheren Blick darauf. Daran könnte ein bestimmtes Problem schuld sein, das Aufmerksamkeit erfordert.

22. Verfolge deine Keyword-Rankings
Der beste Weg, um alle Veränderungen im Suchmaschinen-Traffic zu verstehen, die du vielleicht bemerkst, ist die Verfolgung deiner Google-Rankings.
Position Tracking von Semrush bietet die detaillierten Einblicke, die du dazu benötigst.
Nachdem du die Keywords importiert hast, die dir wichtig sind, wähle einen Datumsbereich aus, der sich über deine Website-Migration erstreckt.
Du siehst sofort alle Änderungen an deiner allgemeinen Sichtbarkeit. Sie sollte sich innerhalb weniger Wochen erholen. (Wenn das nicht geschieht, befolge die Schritte im Abschnitt zur Fehlerbehebung am Ende dieses Artikels.)

Im Bericht "Seiten" kannst du deine Website-Leistung anhand der einzelnen URLs verfolgen.
Es ist normal, dass die Rankings nach einer Website-Migration vorübergehend sinken. Aber wenn manche Seiten deutlich schlechter abschneiden als andere, lohnt es sich, sie zu untersuchen.

Im Bericht "Übersicht" kannst du die Leistung für einzelne Keywords überwachen.
Sieh dir die Symbole in den Spalten "Pos." an, um zu erfahren, ob du SERP-Funktionen verloren oder erhalten hast (Elemente, die dazu beitragen können, dass sich dein Ergebnis auf den Suchergebnisseiten von der Konkurrenz abhebt.)

Möglicherweise kannst du neue SERP-Funktionen gewinnen, indem du Schema-Markup verwendest (Code auf deinen Webseiten, der für Suchmaschinen klarer macht, worum es auf diesen Seiten geht) oder deine Inhalte optimierst.
23. Füge eine Semrush-Notiz zu deiner Migration hinzu
Markiere das Datum der Migration deiner Website in den Semrush-Notizen.
Deine Notiz kann dann in verschiedenen Diagrammen im Semrush-Toolkit angezeigt werden. Dies erleichtert den Vergleich der Performance vor und nach dem Umzug.
Beispielsweise lässt diese Notiz im Site Audit leicht erkennen, ob die Migration mit einer Zunahme technischer Probleme korreliert ist.

Und diese Notiz in Position Tracking ermöglicht es uns, die Auswirkungen der Migration auf die Sichtbarkeit in der Websuche nachzuvollziehen.

24. Dein altes Hosting kündigen
Wenn du zu einem neuen Server/Hosting-Anbieter migriert bist, kannst du dein altes Hosting kündigen, nachdem Google die Indexierung deiner neuen Website abgeschlossen hat.
Stelle erneut sicher, dass alle deine 301-Weiterleitungen korrekt eingerichtet sind. So wird am schnellsten bekannt, dass der alte Server nicht mehr aktuell ist und wo du nun zu finden bist.
Fehlerbehebung nach der Migration
Wenn du feststellst, dass mit dem Verhalten deines Publikums etwas nicht stimmt oder du deinen Traffic/deine Rankings nach ein paar Monaten nicht zurückgewonnen hast, gehe die folgenden Schritte durch, um die Probleme zu beheben:
- Finde heraus, ob eine bestimmte Quelle den Traffic-Verlust verursacht (über GA4):
- Wenn du Traffic über Backlinks oder Anzeigen verloren hast, überprüfe die Weiterleitungen
- Wenn du organischen Suchtraffic verloren hast, überprüfe deine Platzierungen in Position Tracking
- Finde heraus, ob du Traffic/Rankings auf deiner gesamten Website oder auf bestimmten Seiten verloren hast:
- Wenn das Problem viele Seiten auf der Website betrifft, führe das Site Audit erneut durch, um herauszufinden, ob technische Fehler dahinterstecken – und befolge die Anweisungen des Tools, um sie zu beheben
- Wenn bestimmte Seiten ihre Positionen verloren haben, schaue dir das Backup an und prüfe, ob Änderungen an Content/Meta-Tags verantwortlich sein könnten
Probleme können auch dann auftauchen, wenn deine Website keine technischen Fehler aufweist.
Zum Beispiel könnte eine sinkende Leistung bei Conversion-Raten, Absprungraten und Ausstiegsraten bedeuten, dass dein Publikum bei seiner Website-Nutzung auf Hindernisse stößt.
Überlege, ob du deine Handlungsaufforderungen prominenter gestalten kannst. Manchmal kann es auch helfen, Ablenkungen wie unnötige Links und visuelle Effekte zu minimieren.
Erstelle deine eigene Checkliste für die Website-Migration
Wir haben eine vereinfachte, interaktive Version dieser Checkliste für die Website-Migration in Google Docs erstellt.
Rufe die Checkliste hier auf und klicke auf "Diese Vorlage verwenden", um eine Kopie zu erstellen.

Dann kannst du die Liste anpassen und die Schritte nach Bedarf abhaken.