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Evgeni Sereda

Werbeausgaben während der Corona-Krise: Aktuelle Paid Traffic Trends

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Evgeni Sereda
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Werbeausgaben während der Corona-Krise: Aktuelle Paid Traffic Trends

Seit Beginn der Corona-Krise sind die Werbeausgaben rückläufig. Doch könnte Ihr Unternehmen davon sogar profitieren? Wir klären auf. 

Bevor wir darlegen, wie sich die Coronavirus-Pandemie auf die Online-Werbeausgaben auswirkt, möchten wir Sie an das veränderte Verbraucherverhalten erinnern. So beobachten wir eine beispiellose Anzahl von Menschen, die sich in geschlossenen Räumen aufhalten.

Das führt dazu, dass die Menschen momentan einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit im Internet verbringen. Wir gehen davon aus, dass sich dieses Verhalten auch nach Ende der Pandemie fortgesetzt wird. 

Einige der zu beobachtenden Trends

  • Die Menschen verbringen mehr Zeit online.

  • Unternehmen und ihre Marketing-Teams zögern Entscheidungen über Werbeausgaben zunehmend hinaus. 

  • Die Menschen warten darauf, dass die Regierungen die Beschränkungen lockern, damit sie "zur Normalität zurückkehren" können.

  • Die Kaufkraft der Menschen ist deutlich gesunken. 

Wie also können Unternehmen auf diese Trends reagieren und fundierte Entscheidungen über ihre Werbeausgaben treffen?

COVID-19: Die aktuelle Landschaft der Werbeausgaben

Das Coronavirus wurde zunächst mit der Finanzkrise von 2008 verglichen, aber im Laufe der Zeit erinnern die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie eher an die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre. Da sich die Krise verschärft hat, könnte die größte Rezession der Weltwirtschaft dieser Zeit bevorstehen.

Auswirkungen einer Pandemie auf die Verbraucher

Da die Arbeitslosenzahlen weltweit ein Rekordhoch erreichen, ist fast kein Land von diesem Trend ausgenommen. In Deutschland hat sich die Anzahl der Suchanfragen nach "Arbeitslosigkeit" während der letzten Monate signifikant erhöht. 

Suchanfragen nach "Arbeitslosigkeit" - Trend

Und dies wirkt sich natürlich negativ auf das Vertrauen der Käufer und die Verbraucherausgaben aus, selbst bei denjenigen, die von der Coronavirus-Krise weniger betroffen sind.

Laut den Daten von SEMrush ist der Suchbegriff "online kaufen" im März weltweit in die Höhe geschnellt, mit bis zu 27K+ Suchanfragen pro Monat. Auch in Deutschland konnte man einen deutlichen Zuwachs beobachten, bis zu 2.8K+ im März. Im April ist die Zahl ein wenig zurückgegangen. Es erscheint so, als ob die Nutzer bereit sind, online Geld auszugeben und online einzukaufen, während der physische Einzelhandel unerreichbar scheint. 

Suchanfragen-Trend: online kaufen

Pandemische Auswirkungen für Werbetreibende

Im Großen und Ganzen sind die Werbeausgaben drastisch gesunken. Und das ist sowohl bei großen als auch kleinen Unternehmen zu beobachten - von Ihrem örtlichen Lebensmittelgeschäft bis hin zu multinationalen Konzern.

Wenn wir die SEMrush-Daten tiefgründiger analysieren und die Statistiken für Februar 2020 mit denen für März 2020 vergleichen, sehen wir eine enorme Verschiebung bei den digitalen Werbeausgaben.

Trend der Werbeausgaben März vs. Februar 2020

Der stärkste Rückgang der Werbeausgaben ist bei den kleineren Werbetreibenden zu verzeichnen, während der einzige Anstieg bei denjenigen zu verzeichnen ist, die generell monatlich Werbeausgaben von über 1 Mio. US-Dollar haben. 

Aufschlüsselung nach Branchen: Veränderungen bei den Werbeausgaben

Wenn wir uns die Verteilung innerhalb der Branchen ansehen, können wir ein ähnliches Muster wie oben erkennen:

Trend der Werbeausgaben nach Kategorien

Die einzigen beiden Branchen, die ihre Werbeausgaben unverändert gelassen und teilweise sogar erhöht haben, sind die Kosmetik- und Fitness-Branche. 

Diese Branchen standen bereits vor der Krise unter starken Konkurrenzdruck. Sie scheinen also das beste Rüstzeug mitzubringen, um sich schnell an das sich verändernde Umfeld anzupassen und neue Wachstumsmöglichkeiten zu finden. 

Darüber hinaus erwarten viele Schönheits- und Fitness-Unternehmen kurzfristig einen gewissen Kundenstrom, wenn die Lock Down-Maßnahmen aufgehoben werden. Momentan bieten sie Rabatte an, verkaufen Geschenkgutscheine und bieten Plätze auf ihren Wartelisten für Kunden an, die kurz nach der Lockerung der Restriktionsmaßnahmen voraussichtlich wieder gefüllt werden.

Auswirkungen der Werbeplatzierung

Die Allgemeinheit wendet sich momentan vermehrt digitalen Nachrichten, Gaming und Streaming zu. Das italienische YouTube beispielsweise verzeichnet laut den Daten von SEMrush Traffic Analytics einen Anstieg von 49,04 % seiner Besucherzahlen, während die Gesamtnettoeinnahmen von Google im Jahr 2020 den Prognosen zufolge um 28,6 Milliarden Dollar zurückgehen werden. 

Interessant: Bei geringem Verbrauchervertrauen und sinkender Kaufkraft können Marken immer noch in Erwägung ziehen, in Online-Werbung zu investieren. 

Denn im Rahmen der rückläufigen Werbeausgaben jeglicher Unternehmen sind auch die Kosten für Online-Werbung gesunken. 

Inmitten der Krise liegt eine Chance

Wie die CPC-Map von SEMrush deutlich macht, ist in den meisten Branchen ein Rückgang des durchschnittlichen CPC zu verzeichnen. Sie könnten somit pro Euro mehr Besucher generieren als vor der Corona-Krise. 

Die einzigen Ausnahmen stellen Branchen der Online-Bildung und Fitness- und Gesundheit dar, da die Nachfrage nach diesen Produkten gestiegen ist

CPC-Vergleich nach Kategorien

COVID-19: Investieren oder sparen? 

Sie wissen nun, welche Schlussfolgerungen Sie aus den aktuellen Trends für Ihre Werbeausgaben ziehen könnten. Zusammengefasst können Sie sich dafür entscheiden, aktuell mehr Nutzer pro Euro zu erreichen oder Ihr Budget für die Tage nach der Krise aufzusparen. Behalten Sie für Ihre Marketing- und Werbeentscheidungen sowohl kurzfristige als auch langfristige Faktoren im Auge: 

  • Der digitale Wandel, von offline zu online, wird wahrscheinlich auch in der Werbung anhalten. Die Online-Aktivitäten der Menschen haben sich geändert und zugenommen. Sie sollten deshalb noch heute mit Online-Marketing beginnen oder Ihre Aktivitäten ausbauen, um sicherzustellen, dass Sie nicht der letzte Marktteilnehmer sind, der im schrumpfenden Offline-Bereich aktiv ist. 

  • Einige B2B-Unternehmen erhöhen auch die digitalen Werbeausgaben, um die Leads auszugleichen, die sie normalerweise bei Veranstaltungen gewinnen würden. Laut SEMrush Traffic Analytics gehören Veeam, Kaspersky, Slack und Cloudflare zu denen, die ihren bezahlten Traffic im März 2020 gegenüber Februar 2020 um bis zu 1.000 % gesteigert haben.

  • Bei Reisen und Veranstaltungen ist der Rückgang der Werbeausgaben unvermeidlich, da unklar ist, wann die für sie geltenden Beschränkungen wegfallen werden. Viele andere Dienstleister, die wahrscheinlich in den ersten Wellen der Deregulierung wieder öffnen werden, können sich jetzt mit den gesunkenen Werbekosten auf den dann anstehenden Kundenstrom vorbereiten.

  • Suchen Sie angesichts der veränderten Marktbedingungen nach neuen Chancen. Aufgrund der veränderten Online-Aktivitäten von Verbrauchern, können Sie momentan Nutzer über Online-Werbung erhalten, die Sie sonst nie in Betracht gezogen hätten. Daher sollten Sie herausfinden, auf welcher Plattform sich Ihre Zielgruppe am meisten aufhält und Ihre Maßnahmen dorthin verlagern, bevor es Ihre Konkurrenten herausfinden.

  • Sie können von den steigenden Besucherzahlen der Medien- und Nachrichtenkanäle profitieren, die momentan auf den andauernden Strom von Eilmeldungen und aktuellen News zurückzuführen, indem Sie diese Besucher über die günstigeren bezahlten Werbeanzeigen erreichen. 

Top 5 Gewinner und Verlierer nach bezahlten Traffic

Letzte Dinge, die zu berücksichtigen sind

Die Schlüsselidee von Marketing und Werbung in der neuen Coronavirus- und Post-COVID-19-Ära ist die Anpassung an den neuen Kunden. Bleiben Sie dementsprechend digital und stellen Sie fest, wie sich der Lebensstil Ihrer Zielgruppe verändert.

Wenn Sie Ihre neue Zielgruppe lokalisieren und sie mit einem gewissen Werbebudget zum richtigen Zeitpunkt erreichen, können Sie von bisher unbekannt günstigen Klickpreisen profitieren. 

Ihre Werbebotschaft sollte sich auch an das neue Kundenverhalten anpassen. Werben Sie mit Rabatten, bieten Sie Kredite für Ihre Kunden an oder passen Sie Ihre Kommunikation so an, dass Sie der neuen Kundenbedürfnisse gerecht werden. 

Bei all diesen neuen Datenmengen sind wir auch daran interessiert, wie Ihr Unternehmen oder Ihr Marketing-Team die Krise meistert. Lassen Sie uns in den Kommentaren wissen, welche Anpassungen Sie für Ihre Online-Marketing-Maßnahmen in den kommenden Tagen, Wochen oder sogar Monaten geplant haben. 

Evgeni Sereda
SEMrush

SEMrush-Mitarbeiter.

Marketingverantwortlicher DACH Region und Online Marketing Experte bei SEMrush
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