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Evgeni Sereda

Content-Audit für eine erfolgreiche Content-Strategie

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Evgeni Sereda
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Content-Audit für eine erfolgreiche Content-Strategie

Wenn es darum geht, durch Content-Marketing bestimmte Geschäftsziele zu erreichen, besteht der erste Impuls oft darin, neue Inhalte zu erstellen und zu verbreiten.

Das Problem ist jedoch, dass der neue Content dann häufig bestehende Inhalte verschüttet, die anschließend kaum noch besucht und vielleicht nie mehr genutzt werden. Dies ist für viele Webmaster ein Verlust, der nicht sein müsste, denn die Aktualisierung und Wiederverwendung vorhandener Inhalte kann eine der effizientesten Taktiken für das Content-Marketing sein. 51 % der von uns befragten Vermarkter gaben in dieser Content Marketing Studie an, dass sie auf diese Weise die Leistung ihres Contents verbessern konnten.

Was ist ein Content-Audit?

Ein Content-Audit ist ein Inhalts-Check Ihrer Website, der Rankingverlusten vorbeugt und eine aussagekräftige Arbeitsbasis für das Online-Marketing bildet. Ein solches Audit sollte möglichst regelmäßig stattfinden.

Wozu führt man einen Content-Audit durch?

Warum? Das Content-Marketing muss mit konkreten und aktuellen Geschäftszielen verbunden sein, sonst entsteht permanent neuer Content, der das Netz überfrachtet. Gute neue Inhalte stehen auch hinsichtlich des Crawl-Budgets der Suchmaschinen in Konkurrenz zu veralteten Themen. Da sich Geschäftsprozesse weiterentwickeln, sollten auch die Inhalte auf der Seite dynamisch sein. Das Ziel des Content-Audits ist ein kontinuierlich hoher Optimierungsgrad Ihrer Seiten. Dies lässt sich realistisch erreichen, denn bei allen On-Page-Themen haben Sie Einfluss. 

Die systematische Analyse und Bewertung Ihrer Inhalte deckt Stärken und Schwächen Ihrer Content-Strategie auf und ermöglicht eine kontinuierliche Abstimmung Ihres Content-Plans auf Ihre aktuellen Marketingziele.

Regelmäßige, gut durchgeführte Content-Audits helfen Ihnen, Inhalte zu identifizieren, die optimierungsbedürftig sind oder sich für eine Zweitverwertung in anderen Formaten eignen. Geben Sie [site:ihredomain.de] bei Google ein. Wie viele URLs sind im Index? Wenn es mehr als 20 sind (was wir annehmen wollen), lohnen sich professionelle Crawling-Tools für Ihr Content-Audit. Es kann viel schneller und genauer hinsehen, als ein Redakteur es könnte.

In diesem Leitfaden zeige ich Ihnen in fünf Schritten, wie Sie Ihren Content effektiv auditieren können.

Schritt 1: Ziele und Metriken definieren

Ein Content-Audit ist eine anspruchsvolle und zeitintensive Aufgabe. Um effizient zu arbeiten, müssen Sie präzise Ziele definieren.

Der erste Schritt besteht darin, über Ihre Geschäftsziele nachzudenken. Welche Ergebnisse wollen Sie für Ihr Unternehmen erzielen und wie kommen Sie ihnen durch ein Content-Audit näher?

Konzentrieren wir uns in diesem Beitrag auf drei mögliche Ziele plus Unterziele, die Sie sich bei Ihrem Content-Audit setzen können.

Ziel 1: SEO-Resultate verbessern

  • Webseiten identifizieren, die eine gute Chance auf eine Top-5-Platzierung haben.
  • Herausfinden, welche Inhalte Sie aktualisieren oder von der Website entfernen sollten.
  • Die interne Verlinkung prüfen und optimieren.

Ziel 2: Zielgruppen-Interaktionen steigern

  • Content-Typen identifizieren, die in Ihrer Zielgruppe zur größten Aktivität führen.
  • Themen ermitteln, für die sich Ihre Besucher interessieren.
  • Feststellen, welcher Content die meisten Interaktionen in Social Media anregt.

Ziel 3: Die Conversion-Rate erhöhen

  • Herausfinden, welche Seiten den Besuchern die beste Benutzererfahrung bieten.
  • Die besten Inhalte zur Leadgenerierung finden.
  • Die effizientesten Content-Typen für jede Phase der Buyer’s Journey ermitteln.

Wenn Sie Ihre Ziele festgelegt haben, ordnen Sie diesen entsprechende Content-Metriken zu. Mögliche lassen sich grob in vier Kategorien einteilen:

Vier Content-Marketing-Metriken für Ihr Content-Audit

  1. SEO-Metriken: Organischer Traffic, Backlinks, Keyword-Rankings, Seitenverweildauer etc.
  2. Metriken des Nutzerverhaltens: Seitenansichten, durchschnittliche Sitzungsdauer, Absprungrate etc.
  3. Metriken der Interaktionen: Likes, Shares, Kommentare, Erwähnungen etc.
  4. Sales-Metriken: Anzahl der Leads, Conversions, ROI etc. 

Wenn Sie zum Beispiel wissen wollen, welche Themen in Ihrer Zielgruppe die beliebtesten sind, analysieren Sie Metriken des Nutzerverhaltens und der Interaktionen. Wollen Sie sich auf die SEO-Leistung Ihrer Website fokussieren, prüfen Sie die Anzahl der Backlinks und analysieren Sie Ihre Ränge in den Suchmaschinen.

Schritt 2: Eine Inventur bestehender Inhalte vornehmen

Welche Art von Content wollen Sie überprüfen? Sie können internen Content wie Blogartikel, News, Bildungsmaterialien, Produktbeschreibungen und Landingpages in das Audit einbeziehen oder sich externe Publikationen vornehmen. Ebenso können Sie andere Content-Typen wie Videos, PDFs oder interaktive Medien wie Ratespiele, Tests und Games einer Performance- oder qualitativen Analyse unterziehen. Auch Broschürentexte und White Paper, die Sie zum Download anbieten, sind relevant für ein Audit.

In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf Textinhalte Ihrer Website.

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Ihre URLs erfassen

Beginnen Sie damit, eine Liste aller URLs Ihrer Webseite zu erstellen, die Sie analysieren wollen.

Ein professionelles Online-Tool für die Content-Analyse wie SEMrushs Content Audit ist hierfür das effizienteste Werkzeug. Das Tool auditiert Ihren Content schnell auf Basis Ihrer Sitemap-Daten und liefert Ihnen eine Liste Ihrer Seiten mit URLs und zugehörigen Metriken. Nachdem Sie ein Projekt eingerichtet haben, können Sie auch einen bestimmten Teilbereich Ihrer Webseite auswählen (zum Beispiel das Verzeichnis /blog).

Content-Audit Ordnerauswahl

Ihre Website hat noch keine Sitemap? Erstellen Sie eine, das honorieren auch die Suchmaschinen. Sie erleichtert es ihnen, die Struktur Ihrer Website zu verstehen und alle wichtigen Seiten zu erfassen. Weitere Informationen über Sitemaps sowie kostenlose Generatoren finden Sie in unserem Beitrag Der Sitemap-Leitfaden: XML-Sitemap und Sitemap-Generator-Tools. Denken Sie daran, Ihre Sitemap in der Google Search Console hochzuladen.

Alternativ können Sie direkt eine .xml-, .txt- oder .csv-Datei mit Ihren URLs in das Content Audit hochladen.

Inhalte katalogisieren

Nachdem Sie Ihre URLs erfasst haben, können Sie eine Google- oder Excel-Tabelle (oder ein ähnliches Tool) für Ihr Content-Audit erstellen, um die bestehenden Inhalte nach verschiedenen Kriterien zu sortieren. Die gesamte Liste Ihrer Inhalte wird auch als "Content Inventory" bezeichnet. 

Sie können Ihren Content zum Beispiel nach folgenden Kategorien ordnen:

  • Phase der Buyer’s Journey (Bewusstsein, Erwägung, Entscheidung)
  • Content-Typ (Blogartikel, Anleitung, Produktbeschreibung, Landingpage)
  • Content-Format (Text, Bilder/Video vorhanden, mit/ohne Call to Action)
  • Anzahl der Wörter
  • Datum der Veröffentlichung oder der letzten Bearbeitung
  • Autor (wenn mehrere Autoren an der Website arbeiten). Sagt die Autorenseite genügend über die Kompetenz des Autors aus? Seit dem Medical Update ist dies ein besonders wichtiger Aspekt.

Zudem ist es nützlich, für jedes Stück Content Metadaten wie H1, Seitentitel und Meta-Description zu erfassen. So können Sie sämtliche Metadaten an einem Ort prüfen und aktualisieren. Sie sehen den Optimierungsgrad Ihrer Website bis ins Detail.

Ihre Content-Audit-Tabelle könnte in etwa so aussehen:

Content-Audit-Tabelle

Schritt 3: Daten sammeln und analysieren

Die manuelle Datensammlung wäre ein komplexer und langwieriger Prozess – in vielen Fällen würden Sie schnell an die Grenze des Möglichen stoßen. Bei einem manuellen Content-Audit wären Daten aus einer Vielzahl von Quellen zu erheben und manuell in eine Tabelle einzutragen. Die Auswertung müssten Sie selbst vornehmen.

Um diese Aufgabe zeitsparend zu bewältigen, nutzen Sie ein Content-Audit-Tool, das automatisch die Daten erhebt, die Ihren Zielen und Metriken entsprechen.

Das SEMrush Content Audit dient dem Zweck, Ihre Inhalte zu prüfen und Ihnen diverse Daten zu Social Signals auf Twitter, Facebook, Google+ und LinkedIn, Backlinks, Metadaten, Autoren und Content-Länge für jede URL zu liefern.

SEMrush Content Audit

Verbinden Sie Ihre Accounts bei Google Analytics und Google Search Console, um die Qualität und Quantität Ihrer Daten zu verbessern. Sie erhalten dadurch zusätzliche Metriken für jede URL: Sitzungen, durchschnittliche Sitzungsdauer, Seitenansichten, durchschnittliche Seitenverweildauer, Absprungrate und Suchanfragen.

Sie können mit einem Klick zwischen Daten für Sitzungen und Seitenansichten für jede Seite wechseln.

sessions-pageviews.gif

Wenn Sie die Performance externer Inhalte verfolgen wollen, die Sie auf anderen Plattformen veröffentlicht haben, ist Post Tracking das richtige Werkzeug. Es verfolgt in täglichem Rhythmus Keywords-Rankings, Shares, Backlinks und Verweistraffic Ihrer Artikel.

Nützliche Tools für Ihr Content-Audit

Mit folgenden Tools können Sie eine breitere Spanne von Daten erfassen, um Ihr Content-Audit so nützlich wie möglich zu machen:

  • Google Analytics verrät Ihnen, welche Inhalte im Hinblick auf Traffic, Interaktionen und Conversions am besten abschneiden. Hier gewinnen Sie außerdem eine Einschätzung, wie effektiv Ihr Content bei der Erreichung Ihrer Marketing- und Geschäftsziele war.
  • SEMrush Position Tracking ermöglicht Ihnen die Verfolgung Ihrer Suchmaschinen-Platzierungen mit Ihren Ziel-Keywords. Das Tool hilft Ihnen, Inhalte mit hohem SEO-Potenzial zu finden (zum Beispiel Webseiten, die schon einmal eine Top-5-Platzierung hatten oder nahe an einer Top-Platzierung dran sind). Indem Sie diese Seiten optimieren, erreichen Sie schnell bessere Positionen in den Suchmaschinen.
  • ContentWRX Audit. Dieses Tool liefert Ihnen Informationen über Ihre Dateitypen, Metadaten und Details der Einzelseiten wie Bilder, Dokumente, Videos und Screenshots jeder Seite. Sie können Ihre Ergebnisse sortieren und Daten zur Offline-Analyse exportieren.
  • Content Square hilft Ihnen, Nutzerverhalten zu analysieren, um herauszufinden, was auf Ihrer Website funktioniert und was nicht. Werten Sie die Elemente Ihrer Webseiten nach Wirkung, Performance und Usability aus, um Bereiche für künftige Updates zu identifizieren.
  • SEMrush Site Audit. Wenn eine Verbesserung Ihrer Rankings zu den Hauptzielen Ihres Audits gehört, nutzen Sie das Site Audit, um technische Probleme auf Ihrer Website aufzuspüren.

Wenn Sie die Metriken erhoben und eingetragen haben, mag Ihre Tabelle etwa so aussehen:

Content-Audit-Tabelle mit Metriken


Tipp: Eine zusätzliche Visualisierung der Daten erhalten Sie, wenn Sie auf die URL des Artikels klicken. Dort sehen Sie den Traffic-Verlauf der letzten 30 Tage sowie nochmals die Anzahl der Backlinks und Shares für die gesamte Zeit.

Content-Audit für eine erfolgreiche Content-Strategie. Bild 5

Wie Sie Ihre Content-Audit-Daten interpretieren

Betrachten Sie Ihre Content-Metriken als großes Ganzes, um ein klares Bild vom Zustand Ihres Contents zu erhalten.

Zum Beispiel kann es sein, dass eine Seite viel Traffic anzieht, aber eine hohe Absprungrate und kurze Sitzungsdauer aufweist. Das heißt, dass die Nutzer sich für das Thema interessieren, der Content aber nicht das bietet, was sie suchen. In diesem Fall sollten Sie verschiedene Elemente Ihres Contents in Augenschein nehmen, um herauszufinden, warum die Nutzer wieder gehen. Das Problem kann zum Beispiel in fehlender Korrespondenz zwischen Inhalt und Titeln oder CTAs sowie in einer zu langen Ladezeit bestehen.

Nehmen Sie dabei auch die verschiedenen Phasen der Buyer’s Journey in den Blick. Ihr Content für die Phase "Bewusstsein" zieht vielleicht mehr Traffic an, hat aber eine niedrigere Conversion-Rate. Der Content für "Erwägung" hat weniger Traffic, generiert aber mehr Leads usw.

Ihren Content bewerten

Nutzen Sie die erhobenen Daten und Ihre Metriken, um jeden Content-Baustein im Licht Ihrer Ziele zu bewerten und ihn einer der folgenden Kategorien zuzuordnen:

Behalten

Wenn Ihr Content gut läuft und relevant geblieben ist, müssen Sie ihn wahrscheinlich nicht aktualisieren. Ziehen Sie in Erwägung, diesen Content im Rahmen Ihrer aktuellen Content-Marketing-Strategie zu verwenden.

Beispiele: Dauerbrenner-Content, FAQs, grundlegende Informationen über Ihr Geschäft.

Aktualisieren

Das Content-Audit mag Seiten zutage fördern, die nicht gut funktionieren. Überprüfen Sie diese Inhalte und denken Sie über Möglichkeiten nach, sie effektiver zu machen. Vielleicht finden Sie dabei auch Inhalte mit veralteten Informationen, die Sie überarbeiten sollten.

Beispiele: Artikel über Trends, Studien mit Daten und Statistiken, Seiten mit geringem Traffic oder wenigen Conversions.

Löschen

Wenn sich ein Content-Baustein nicht mehr verbessern lässt oder dies zu aufwändig wäre, mag es das Vernünftigste sein, ihn von Ihrer Website zu entfernen. Vielleicht stoßen Sie auch auf Artikel oder Landingpages aus saisonalen Kampagnen, die Sie nicht mehr benötigen.

Beispiele: Content mit Bezug zu bestimmten Events oder Aktivitäten, Informationen über nicht mehr erhältliche Produkte, doppelte Inhalte, die Sie stets vermeiden sollten. Bei der Prüfung hilft Ihnen unsere Onpage-SEO-Checkliste.

Fügen Sie Ihrer Tabelle eine "Status"-Spalte hinzu, um Ihre Aufgaben zu planen.

Content-Audit-Tabelle mit Status

Nachdem Sie Ihre Inhalte ausgewertet haben, benötigen Sie eine Vorgehensweise für die Content-Optimierung. Mit dem Content-Audit-Tool können Sie Ihre Inhalte automatisch in Gruppen zur weiteren Analyse einteilen und die nötigen Maßnahmen ergreifen:

  • Ändern oder entfernen Sie alte Artikel, die vor mehr als 24 Monaten veröffentlicht wurden und in letzter Zeit nur wenige oder gar keine Aufrufe erhalten haben.
  • Update notwendig. Aktualisieren Sie alte Seiten, die in letzter Zeit noch Traffic erhalten haben, um ihre Rankings zu verbessern.
  • Kurzprüfung. Sehen Sie sich neuere Seiten an, die im letzten Monat mehr als 150 Mal aufgerufen wurden, und überlegen Sie, wie Sie sie verbessern können.
  • Schwacher Content. Erkennen Sie schwache Inhalte, z. B. kurze Artikel mit weniger als 200 Wörtern, die einer Verbesserung bedürfen.

Content-Typen im Content Audit

Schritt 4: Einen Aktionsplan entwickeln

Nachdem Sie Ihre Inhalte geprüft und bewertet haben, benötigen Sie einen Plan zur Verbesserung. Ihr Aktionsplan sollte auf Ihren Zielen sowie auf den Schlussfolgerungen basieren, die Sie aus Ihrer Analyse gezogen haben.

Maßnahmen priorisieren

Bevor Sie eine Maßnahme für jede URL festlegen, führen Sie sich noch einmal die Ziele vor Augen, die Sie sich bei Schritt 1 gesetzt haben. Jede Investition in Ihren Content-Plan sollte einem konkreten Geschäftsziel dienen.

Priorisieren Sie als Nächstes Ihre Maßnahmen je nach dem Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen für Ihre Geschäftsziele. Ein Beispiel für die Verbesserung der SEO-Ergebnisse:

  • Maßnahmen wie das Hinzufügen einiger Links zu einem Artikel erfordern nur sehr wenig Arbeit und können zu spürbaren Ergebnissen führen.
  • Maßnahmen wie die Erstellung eines umfangreichen E-Books erfordern viel Arbeit, ohne für gute Ergebnisse zu garantieren.

Fügen Sie Ihrer Tabelle eine Spalte "Priorität" hinzu, nachdem Sie den nötigen Ressourceneinsatz gegen die erwarteten Ergebnisse abgewogen haben.

Content-Audit-Tabelle

Eine Maßnahme für jede URL festlegen

Legen Sie nach der Sortierung Ihrer Prioritätenliste eine Maßnahme für jeden Content-Baustein fest. Im Folgenden finden Sie einige praktische Optionen für einzelne Seiten, die Sie in den Workflow für das Content-Audit Ihrer Website aufnehmen können:

  1. Content wiederverwenden. Versuchen Sie, verschiedene Content-Bausteine zu kombinieren, um einen neuen zu erzeugen, oder sie in einem anderen Format zu veröffentlichen (E-Books, Infografiken, Präsentationen etc.).
  2. Content neu schreiben. Wenn Ihre Blogartikel keine Wirkung entfalten, versuchen Sie, sie mit neuen Beispielen, Tipps und praktischen Details neu zu schreiben.
  3. Content erweitern. Ziehen Sie in Erwägung, Ihren vorhandenen Artikeln weitere Details hinzuzufügen. Laut unserer Studie erhalten ausführliche Texte mit mehr als 3.000 Wörtern dreimal so viel Traffic, viermal so viele Shares und 3,5-mal so viele Backlinks wie Artikel mit durchschnittlicher Länge.
  4. Content auffrischen. Manchmal ist es nicht nötig, einen Beitrag komplett neu zu schreiben, und es genügt, einige relevante Informationen zu ergänzen (etwa neue Zahlen, Trends oder Produktdetails).
  5. Content strukturieren. Eine klare und logische Struktur mit relevanten H2- und H3-Tags hilft Nutzern und Suchrobotern, Ihre Inhalte zu verstehen. Gut strukturierte Gewusst-wie-Artikel haben außerdem eine höhere Chance, in einem hervorgehobenen Snippet zu erscheinen. Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Inhalte für Frage-Keywords optimieren.
  6. CTAs aktualisieren. Vielleicht befinden sich veraltete Banner auf Ihrem Blog oder anderen Webseiten. Ersetzen Sie sie mit relevanten Angeboten, um Ihren Content-Marketing-Funnel zu reaktivieren und mehr Conversions zu erzielen.
  7. Videos hinzufügen. Videos erhöhen den Traffic von Webseiten, wie 87 % der von Wyzowl befragten Video-Marketer bestätigten. Darüber hinaus verbringen Nutzer mehr Zeit auf Webseiten, die ein Video enthalten.
  8. Bilder hinzufügen. Dies macht Ihren Content ansprechender und bringt Ihnen über Googles Bildersuche zusätzlichen Traffic. Indem Sie Ihren Seiten Videos und Bilder hinzufügen und Bilder-SEO betreiben, erhöhen Sie Ihre Chancen, in SERP-Funktionen zu erscheinen.
  9. Metadaten optimieren. Formulieren Sie Ihre Titel, Meta-Beschreibungen und H1-Überschriften neu. Verwenden Sie andere Keywords und gestalten Sie die Metadaten für Nutzer attraktiver.
  10. Interne Verlinkung optimieren. Platzieren Sie Links auf neue Artikel in Blogartikeln zu verwandten Themen. Dies kann die Organisation Ihrer Website verbessern und die Absprungrate senken. Sie können Ihre interne Verlinkung auch entsprechend der Buyer's Journey optimieren: Content zur Bewusstseinsphase sollten mit Artikeln zur Erwägungsphase verknüpft sein, diese wiederum mit Content zur Entscheidungsphase, nicht umgekehrt.
  11. Probleme prüfen. Die “Gesundheit” Ihrer Website wirkt sich erheblich auf Ihre SEO aus. Sehen Sie sich unsere Studie über 27 häufige SEO-Fehler an, um einen Überblick über einige häufige Probleme zu gewinnen.
  12. Strukturierte Daten verwenden. Erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Suchergebnis in einer der zahlreichen möglichen SERP-Funktionen erscheint. Verwenden Sie dazu mit Schema.org strukturierte Daten
  13. 301-Weiterleitungen verwenden. Wenn Sie Seiten entfernt haben, legen Sie 301-Weiterleitungen an, um "nicht gefunden"-Fehlermeldungen zu vermeiden und die Nutzererfahrung zu verbessern.
  14. Google informieren. Wenn Sie Content überarbeitet oder hinzugefügt haben, teilen Sie dies Google über die Google Search Console mit. Die Funktion "Abruf wie durch Google" ermöglicht es Ihnen, kürzlich hinzugefügte Seiten in Googles Index einzuspeisen.

Verwenden Sie die Funktion "Workflow-Status" im Content Audit, um Ihr Teamwork zu optimieren, wenn Sie Ihr Content-Audit durchführen. Fügen Sie eine Aufgabe hinzu oder speichern Sie aktuelle Metriken für jede URL.

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Die Funktion ermöglicht Ihnen außerdem, Aufgaben zu erstellen und jeder URL einen Status zuzuweisen.

set-tasks.gif

Während Ihr Projekt voranschreitet, können Sie verfolgen, wie sich Ihre Metriken verändern. Im SEMrush-Tool behalten Sie Ihre Fortschritte im Blick.


Tipp: Wenn Sie auf die URL des Artikels klicken, gelangen Sie zu seiner Detailansicht. Durch Anklicken ausgewählter Bereiche im Artikel können Sie gezielt Aufgaben verteilen.

Content-Audit für eine erfolgreiche Content-Strategie. Bild 11

Danach werden die Änderungen am Artikel 14 Tage lang verfolgt.

Im rechten Teil der Detailansicht können Sie Teilnehmer einladen sowie Aufgaben ändern, zuweisen und an Trello oder den SEMrush Marketing Kalender schicken.

Content-Audit für eine erfolgreiche Content-Strategie. Bild 12

Schritt 5: Ihre Content-Marketing-Strategie feinjustieren

Bei der Planung Ihres Content-Audits ist es wichtig, Ihre langfristige Marketing-Strategie im Blick zu behalten. Registrieren Sie Erfolge und Misserfolge, um entsprechend zu reagieren und Ihre Content-Strategie in die nötige Richtung zu lenken. Das kann bedeuten, Ihre Zielgruppen anders anzusprechen, Texte für eine höhere organische Reichweite optimieren oder an einer Verbesserung der Conversion-Rates zu arbeiten.

Greifen Sie auf, was funktioniert, und arbeiten Sie damit weiter. Sehen Sie sich Inhalte genauer an, die in der Vergangenheit erfolgreich waren. Werten Sie ähnliche Inhalte Ihrer Mitbewerber aus, indem Sie die ihre Keywords und Backlinks untersuchen, um Verbesserungspotenziale zu entdecken. Die Feinjustierung Ihrer Content-Marketing-Strategie sollte regelmäßig geschehen, da sich die Algorithmen der Suchmaschinen und sozialen Netzwerke ständig verändern. Sie müssen mit diesen Veränderungen Schritt halten und immer wieder neue, kreative Wege finden, Ihre Zielgruppen zu erreichen.

Eine Content-Audit-Checkliste für Ihre Website

Bevor wir Ihnen abschließend ein spannendes Praxisbeispiel präsentieren, hier eine kurze Zusammenfassung des Ablaufs eines Content-Audits, an der Sie sich orientieren können:

  1. Setzen Sie sich klare Geschäftsziele für Ihr Content-Audit, z. B. die Verbesserung Ihrer SEO-Ergebnisse, der Zielgruppen-Interaktionen oder der Conversion-Rate. Ordnen Sie den Zielen relevante Content-Metriken zu, beispielsweise organischer Traffic, Absprungrate, Shares oder ROI.
  2. Listen Sie die URLs Ihrer Inhalte auf und katalogisieren Sie die Seiten nach Stufen der Buyer's Journey, Content-Typen, Autoren und anderen für Sie wichtigen Kategorien.
  3. Sammeln Sie mithilfe von Analytics-Tools Daten zur Leistung Ihrer Content-Bausteine. Bewerten Sie Ihre Ressourcen anhand festgelegter Metriken und teilen Sie sie in Statusgruppen ein: behalten, aktualisieren, löschen.
  4. Priorisieren Sie Ihre Maßnahmen gemäß den Geschäftszielen, die Sie im ersten Schritt definiert haben, und legen Sie eine Maßnahme für jedes Stück Content fest.
  5. Passen Sie Ihre Content-Strategie regelmäßig gemäß den Ergebnissen Ihrer Content-Audits an.

Der Optimierungsgrad Ihrer Website kann niemals 100 Prozent sein

Perfektionismus führt zu Stillstand. Ein Optimierungsgrad von 100 Prozent ist niemals erreichbar, weil sich die Marketingwelt weiterentwickelt. Bei der technischen SEO können Sie eine zu 100 % funktionierende Website erreichen – keine 404-Fehler, alle Bilder mit Alt-Tags ausgestattet, aussagekräftige Title-Tags und eine erstklassige interne Verlinkung. Doch der Optimierungsgrad Ihrer Website insgesamt bleibt immer unter 100 Prozent. In Sachen Content-Pflege ist immer etwas zu tun.

Was heute funktioniert, ist morgen vielleicht veraltet. Daher sind kontinuierlich Anpassungen nötig. Mindestens zweimal im Jahr ein Content-Audit durchzuführen ist eine sehr gute Methode, um festzustellen, ob Ihre Feinjustierungen sich auszahlen.

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Content-Audit-Beispiel: Erfolg durch gezielt erstellte Inhalte

In diesem Beispiel zeigt die spanische Digital-Marketing-Expertin Karina Tama-Rutigliano, wie sie bei ihrem Content-Audit vorgegangen ist.

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Kennen Sie diese Buchstaben-Suchspiele, bei denen in fast allen Kästchen ein "M" steht und Sie das einzige "N" finden müssen? Sie suchen und suchen, aber alle Buchstaben sehen genau gleich aus. Und wenn Sie das "N" einmal gefunden haben, finden Sie es jederzeit sofort wieder.

Vor genau dieser Situation stand ich, als ich einen B2B-Kunden betreut habe, der auf Metallstanzerei spezialisiert ist ("metal stamping"). Können Sie sich vorstellen, dass eine Suche nach “metal stamping” im In- und Ausland viele Treffer hervorbringt?

Meine Aufgabe war, meinen Kunden mit “metal stamping” möglichst weit oben in den Google-Suchergebnissen zu platzieren. Eine Top-Position würde ihm nicht nur mehr Traffic bringen, sondern auch seiner Markenbekanntheit und Reputation in der entsprechenden Nische zugutekommen.

Zu Beginn des Projekts entschied ich mich, eine Pillar-Seite für das Keyword “metal stamping” zu erstellen. Meine erste Keyword-Recherche sah wie folgt aus:

SEMrush Keyword-Übersicht

Hoppla! Das exakte Keyword "metal stamping" stellte sich als stark umkämpft heraus.

Welche Keywords lohnen sich?

Ich entschied mich, es mit einem Longtail-Keyword zu versuchen. Nach einigem Nachdenken kam ich zu der Einschätzung, dass ein Frage-Keyword die besten Chancen bot. Dazu brauchte ich eine Frage, die mein Kunde als Experte gut beantworten konnte, um Leads zu generieren.

Dies war das Ergebnis:

Keyword Magic Tool

Die meisten Fragen mit der Wortfolge “metal stamping” waren stark umkämpft. Ich entschied mich also für eine einfache Frage mit geringem Wettbewerb:

“What is metal stamping?”

Keywordanalyse beim Content-Audit

Das Keyword wies eine Mitbewerberdichte von 0,25 auf, was sehr niedrig ist. Der niedrige Wert machte mir keine Sorgen, da es sich um ein Nischenangebot handelt. Im verarbeitenden Gewerbe sind kleinere Suchvolumen normal. Mein Ziel war es, nur mit Content und ohne Backlinks für dieses Thema an die Spitze der Suchergebnisse zu gelangen.

Der Prozess

1. Das Thema kennenlernen

Ich habe etwas Zeit in Online-Recherche und Lektüre investiert, um mehr über Metallstanzerei zu lernen. Ich wollte mehr über die Konkurrenz erfahren, um hoffentlich deren Schwächen zu identifizieren. Schwache Inhalte auf Mitbewerber-Seiten waren der Schlüssel, um überlegene Inhalte zu konzipieren.

Aufgrund meiner Recherche wurde mir klar, welche Inhalte ich für meine Seiten brauchte. Ich skizzierte eine Seitenstruktur mit den Hauptabschnitten, in die sich der Content einteilen sollte:

  • Einleitung – was ist Metallstanzerei – die Grundlagen
  • Arten von Metallstanzerei
  • Werkzeuge der Metallstanzerei
  • Branchen – Metallstanzerei nach Auftrag

2. Einen kritischen Blick auf eigene Inhalte werfen

Ich wollte mir die Website meines Kunden mit unvoreingenommenem Blick ansehen. Ich wollte sie wie ein Nutzer sehen – wie jemand, der sich für Metallstanzerei interessiert. Ich fand einige relevante Inhalte, die ich verwerten konnte, aber dabei ließ ich es nicht bewenden. (Ich schlüpfe gerne in die Rolle des Nutzers – als SEO-Experten sehen wir die Dinge aus einer sehr anderen Perspektive!)

3. Genauer hinsehen mit Tools

Ich prüfte die Website mit dem SEMrush Content Audit und stellte fest, dass wir bereits eine Seite mit Basisinformationen zu "metal stamping" hatten, deren Inhalt aber reichlich dünn war.

Die Lösung

Ich ging von der bestehenden Seite aus, die ich im Audit gefunden hatte, und erweiterte sie mit Videos und besserem Content. Ihre Wortanzahl wuchs dadurch von 400 auf mehr als 1.600 Wörter an. Und jetzt wird es spannend! Ich habe bestehenden Content benutzt, um das wichtigste Keyword für das Angebot meines Kunden bei Google auf Platz 1 zu bringen.

Ich nutzte das Content Audit und suchte nach Seiten, die für meine geplanten Abschnitte relevant waren. Dabei arbeitete ich mit dem Themencluster-Ansatz. Die Cluster-Seiten stärkten die Pillar-Seite. Alte Seiten, die Google bereits indexiert hatte, verliehen der neuen, verbesserten Seite SEO-Gewicht und ließen sie aufsteigen.

Außerdem fand ich zehn gute Links und übermittelte sie an die Content-Autorin. Ich bat sie, für die Links ein paar entsprechende Sätze zum Content hinzuzufügen, die sich natürlich darin einfügen sollten.

Ich verlinkte die Fallstudien meines Kunden, um seine Autorität in der Branche zu stärken.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich fand noch viele weitere Links, entschied mich aber, sie nicht zu verwenden. Es hat keinen Sinn, interne Links einzufügen, die keinen Mehrwert bieten. Für die Länge des Contents waren zehn Links genug, um die Ergebnisse zu erzielen, die ich wollte. 

Wie ist es mit Ankertexten?

Ich habe hier keine festen Regeln. Vielfalt ist das Wichtigste. Ich habe eine Reihe verschiedener Ankertexte für meine internen Links verwendet, darunter:

  • "Metal stamping/High Volume Production Metal Stamping"
  • "Fourslide Metal Stamping/Fourslide Metal stamping"
  • "Grinding/Stamped Metal"

Das Ergebnis

Ta-Da! Heute steht die Seite auf Platz 1 für das Keyword:

"What is Metal Stamping"

rankings

Es ist außerdem die Seite, die den meisten Traffic und die meisten Leads für meinen Kunden generiert.

Sie ist auch auf Platz 1 für:

  • "Metal Stamping Manufacturing Process"
  • "Metal Stamping Process Flow"

Content-Audit für eine erfolgreiche Content-Strategie. Bild 17

Mein Kunde gewann viele weitere Keyword-Positionen auf Seite 1:

SEMrush-Bericht Organische Positionen

Die ausgebaute Seite hat Rankings für 736 Keywords.

Content-Audit für eine erfolgreiche Content-Strategie. Bild 19

Die zentrale Keyword-Phrase auf dieser Seite ist “what is metal stamping”:

SEMrush Keyword-Übersicht

Durch den Platz 1 dieser Seite hat mein Kunde seinen Traffic für das Hauptkeyword fast verzehnfacht! Rund 64 Prozent seines Gesamttraffics kommen über diese eine Seite.

Dieser Traffic beträgt mehr als 900 Besuche pro Monat. Innerhalb einer Woche nach dem Upload der Seite im Jahr 2018 hat sie den ersten Platz im Google-Suchergebnis erobert, und seitdem ist der Traffic nur weiter angewachsen.

Domain-Übersicht: SEO-Ergebnisse

Mein Fazit: Content-Audit lohnt sich!

Ich kann diese Strategie nur empfehlen, da sie effektiver ist, als neue Inhalte zu erstellen, die dann mit vorhandenen Seiten konkurrieren. Es ist, als ob man endlich das "N" in einem Meer von "M"s findet.

Erwecken Sie eine alte Seite zu neuem Leben, indem Sie Content hinzufügen und interne Links innerhalb bestehender Seiten nutzen. Nehmen Sie Keywords mit geringem Wettbewerb ins Visier, um schicke Top-Platzierungen zu gewinnen, und schauen Sie zu, wie Google Sie mit zusätzlichen Impressions für verwandte Keywords belohnt, die Ihnen noch mehr Traffic bringen.

Ein Content-Audit ist Ihr bester Freund in diesem Prozess. Nehmen Sie sich die nötige Zeit, arbeiten Sie mit Leidenschaft und genießen Sie den Erfolg.

Sie haben bereits ein Content-Audit hinter sich? Wie sind Sie die Sache angegangen, was waren Ihre Best Practices, was haben Sie gelernt? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren!

Evgeni Sereda
SEMrush

SEMrush-Mitarbeiter.

Marketingverantwortlicher DACH Region und Online Marketing Experte bei SEMrush
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